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"Eine große Freundin der Ukraine": Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel

"Eine große Freundin der Ukraine": Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel antworten nach einem Treffen am 1. November 2018 in Kiew auf die Fragen der Presse.
In zwei Interviews in deutschen Medien rief der ukrainische Präsident Poroschenko Berlin und NATO auf, Kriegsschiffe zu entsenden. Besonders auf die Hilfe der Kanzlerin Merkel hofft Kiew. Auch der US-Präsident sprach sich für eine Vermittlung durch Merkel aus.

"Angela, lasst uns Angela einbeziehen", sagte US-Präsident Donald Trump in einem Interview mit der New York Post. Demnach sprach er sich dafür aus, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im Konflikt zwischen Moskau und Kiew – wegen des Vorfalls zwischen russischen und ukrainischen Militärschiffen in der Straße von Kertsch – vermitteln soll, um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Neben Kanzlerin Merkel solle auch Frankreich einbezogen werden, aber der US-Präsident ließ offen, was die beiden Regierungen genau tun sollten.

Fast gleichzeitig forderte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko etwas ganz Konkretes: In zwei Interviews mit deutschen Medien rief er die Bundesrepublik und die NATO auf, Kriegsschiffe zu entsenden.

Wir brauchen eine erhöhte Präsenz von Kriegsschiffen aus Deutschland und verbündeten Ländern im Schwarzen Meer als Botschaft der Abschreckung gegen Russland", sagte Poroschenko den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

In einem Interview mit der Bild sagte er:

"Eine große Freundin der Ukraine": Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel

Besonders auf die Unterstützung und Vermittlung der deutschen Bundeskanzlerin setzt der ukrainische Präsident. So sagte Poroschenko:  

Kanzlerin Merkel ist eine große Freundin der Ukraine. Im Jahr 2015 hat sie durch ihre Verhandlungen in Minsk schon einmal unser Land gerettet, wir hoffen darauf, dass sie uns zusammen mit unseren anderen Alliierten noch einmal so sehr unterstützt.

Russlands Präsident wolle die ganze Ukraine haben

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin warf Poroschenko vor, Lügen zu verbreiten und einen weiteren Teil der Ukraine "annektieren" zu wollen.

Putin will das alte russische Reich zurück. Die Krim, den Donbass, er will das gesamte Land. Als russischer Kaiser, so wie er sich sieht, kann sein Reich nicht ohne die Ukraine funktionieren, er sieht uns als Kolonie", so Poroschenko.

Seitdem er aber im Amt sei, "ist die Ukraine keine Kolonie mehr". Man habe auch Hinweise, dass der russische Präsident auch eine "erneute Boden-Offensive planen könnte". Auch im Funke-Interview warf der ukrainische Präsident Russland vor, "seine Besetzung der Ukraine ausweiten" und unter anderem die Städte Mariupol und Berdjansk erobern zu wollen.

Wenn einige Politiker nicht aufhören, mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu kuscheln, sollte niemand ausschließen, dass das Ausmaß der russischen Aggression weiter zunimmt", so Poroschenko.

Laut dem 53-jährigen Milliardär wird in diesen Tagen die Zukunft der freien Welt in der Ukraine entschieden.

Außenminister Maas will keine "Militarisierung des Konflikts"

Die russische Küstenwache hatte am Sonntag im russischen Territorialgewässer des Schwarzen Meeres drei Schnellboote der ukrainischen Seestreitkräfte gestoppt und beschlagnahmt. Sie hatten zuvor mehrfache Warnungen und Umkehrbefehle ignoriert. An Bord der Schiffe waren neben ukrainischen Militärs auch Angehörige des SBU, des Geheimdienstes der Ukraine. Russland wirft Poroschenko eine gezielte Provokation mit Blick auf die ukrainische Präsidentenwahl im März vor. Kiew wiederum spricht davon, dass Russland die Ukraine militärisch angegriffen habe, und ließ das Kriegsrecht ausrufen.

Aus Berlin gab es hinsichtlich der Forderung nach militärischer Unterstützung eine Absage.

Ich habe Verständnis für die Sorgen, die es in der Ukraine gibt", sagte Außenminister Heiko Maas am Donnerstag in Berlin.

Für die Aktion des russischen Militärs habe es keine rechtliche Grundlage gegeben. "Was wir aber nicht wollen, ist eine Militarisierung dieses Konflikts, sondern wir wollen einen politischen Prozess." Das habe er in einem Telefonat seinem russischen Kollegen Sergei Lawrow gesagt, und das werde er in einem Telefonat am Nachmittag dem ukrainischen Ministerpräsidenten sagen.

Mehr zum Thema - Lawrow: Washington toleriert nicht nur Kiews Aktionen, sondern provoziert sie

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