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Warum das russische Luftabwehrsystem S-400 international gefragt ist

Warum das russische Luftabwehrsystem S-400 international gefragt ist
In Kampfaufstellung: S-400 Triumph Luftabwehrraketensysteme.
Etliche Staaten sind am Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 Triumph interessiert. Die Vereinigten Staaten drohen den Interessenten mit Sanktionen. Dennoch halten mit der Türkei und Indien gewichtige Staaten am Kauf fest. Nicht nur aus technischen Gründen.

Das russische Luftabwehrsystem S-400 Triumph musste sich im Kampfeinsatz zwar noch nicht bewähren, gilt technisch jedoch als hervorragend, und sogar als leistungsfähiger als die US-Amerikanischen Pendants THAAD und Patriot. So schreibt etwa die Welt in einem aktuellen Beitrag:

Auf dem Papier sieht das S-400 exzellent aus. Innerhalb eines 400-Kilometer-Radius soll der mobile Waffenkomplex bei Tag und Nacht die unterschiedlichsten Ziele in bis zu 30 Kilometer Höhe treffen: von ballistischen Raketen, über niedrig fliegende Drohnen, bis hin zu Tarnkappenflugzeugen wie den amerikanischen F-22 und F-35. Zum Vergleich: Das amerikanische THAAD-System kann zwar Raketen, aber keine Flugzeuge abschießen.

Die S-400 ist besonders schnell einsatzbereit, und kann mit Raketen unterschiedlicher Reichweite bestückt werden – beim US-System Patriot hingegen ist bei einem Radius von knapp 100 Kilometern Schluss.

Russische T-14-Armata-Kampfpanzer am 9. Mai 2018 während der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau zum

Die S-400-Systeme bestehen jeweils aus Abschussrampe, Radaranlagen sowie Steuerungs- und Kommunikationsmodulen und sollen bis zu zehn Ziele gleichzeitig bekämpfen können.

"Tatsächlich ist das S-400-Raketensystem sehr gefragt", stellt die Welt fest. China habe die ersten S-400-Komplexe im Januar dieses Jahres erhalten. Die Türkei erwarte die Auslieferung der bestellten Systeme im kommenden Jahr, und Saudi-Arabien, Katar, der Irak und Algerien hätten Interesse gezeigt.

"Warum ist das russische Luftabwehrsystem so populär?"

"Experten auf der ganzen Welt wissen, wie hoch entwickelt russische Luftabwehrsysteme sind", zitiert die Welt den Moskauer Militärexperten und Leiter des Centre for Analysis of Strategies and Technologies, Ruslan Pukhov. Zwar sei die Sowjetunion bei Kampfflugzeugen den USA gegenüber unterlegen gewesen, doch umso mehr habe man in die Luftabwehr investiert, wovon Russland noch bis heute profitiere.

Liegt es also nur an den technischen Vorzügen, dass das S-400-System so beliebt ist? Zumal die Interessenten sich mit dem Kauf dieses Waffensystems unmittelbar dem Risiko von US-Sanktionen gemäß dem CAATS-Act (Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act) aussetzen. Doch weder Indien noch die Türkei zeigen sich davon beeindruckt, berichtet die Welt.

Russische Waffen gelten im Vergleich zu US-amerikanischen allgemein als billiger. Zum großen Teil, weil sie ohne umfangreiche Wartungsunterstützung auskommen, so CNBC zu den generellen Vorzügen russischer Waffensysteme. Denn laut dem US-Rüstungsexperten Andrew Hunter, Direktor der Defense-Industrial Initiatives Group am Center for Strategic and International Studies, würden ausländische Militärs über die reinen Waffensysteme hinaus auch eine Partnerschaft mit dem US-Militär einkaufen. Dies mache, zusammen mit der Wartung und der technischen Unterstützung, einen großen Teil der Kostendifferenz aus.

Unter Berufung auf ungenannte Insider im internationalen Waffengeschäft nennt CNBC zudem die vergleichsweisen hohen regulatorischen Hürden und längeren Lieferzeiten der US-amerikanischen Waffensysteme, insbesondere gegenüber den russischen Pendants.

Auf einen weiteren und grundsätzlichen Unterschied in der Entwicklung und Beschaffung neuer Waffensysteme zwischen dem Westen und Russland, sowie zuvor der Sowjetunion, machte kürzlich The Unz Review aufmerksam:

Im Westen ist das Hauptziel jeder Beschaffung eines Waffensystems, der Transfer von so viel Geld wie möglich, von der Regierung in die Taschen der Privatpersonen, die den militärisch-industriellen Komplex kontrollieren. Anders ausgedrückt, ist die westliche Streitkräfteplanung (vor allem in den USA) nicht an militärischen Bedrohungen oder Missionen orientiert – sondern am Profit.

Eine solche Situation kann sich nur ein fantastisch korruptes Land, ohne wirkliche Bedrohung für sich selbst, leisten. Im Gegensatz dazu, ist Russland weitaus weniger korrupt, und hat potenzielle Feinde entlang weiter Teile seiner Grenzen.

Die russische Streitkräfteplanung orientiert sich an militärischen Bedrohungen und Missionen.

Die USA seien für viele Länder ein "schwieriger Partner", wie auch die Welt in ihrem aktuellen Bericht schreibt. Sie lieferten zudem ihre modernsten Hightech-Systeme nur an enge Verbündete, was, zusammen mit den umständlichen Exportgenehmigungsverfahren, vor allem für autoritäre Regime ein Problem darstelle. Russland hingegen sei weitaus freizügiger, und liefere oft bedeutend schneller.

Manchen Ländern ginge es jedoch hauptsächlich darum, US-Militärhilfe und US-amerikanische Waffen zu erhalten, so dass russisches Militär-Hightech nur als Verhandlungsmasse im Poker um einen guten Deal mit den US-Amerikanern diene.

Darüber hinaus sei jeder große Waffendeal hochpolitisch, und keineswegs vorrangig von Angebot und Nachfrage bestimmt, resümiert die Welt:

Allein die bekundete Kaufabsicht gibt eine gute Gelegenheit, sich als souveräner Staat zu inszenieren, der sich von den Amerikanern nichts sagen lässt.

Mehr zum Thema - US-Dollar ausgemustert: Indien wickelt Kauf der russischen S-400-Luftabwehrsysteme in Rubel ab

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