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Überlebende Migranten beschuldigen US-Navy, ihre Hilfeschreie ignoriert zu haben

Überlebende Migranten beschuldigen US-Navy, ihre Hilfeschreie ignoriert zu haben
Ein Helfer der spanischen Hilfsorganisation "Proactiva Open Arms" kann am 17. Juli 2018 nur noch eine Frau retten, als ein Gummiboot mit Migranten 85 Meilen von der libyschen Küste gekentert ist.
Am 12. Juni 2018 sank vor der Küste Siziliens ein Gummiboot mit 117 afrikanischen Migranten. 76 Menschen kamen dabei ums Leben, 41 wurden durch die US-Navy gerettet. Nun befasst sich die italienische Staatsanwaltschaft mit dem Fall, weil die Überlebenden schwere Vorwürfe erhoben haben.

Die Migranten stachen von Libyen aus in See mit Kurs auf Sizilien. Die See war an diesem Tag rau mit hohen Wellen, und irgendwann fing Wasser an, ins Boot zu laufen. Panik brach aus, aber die Hoffnung auf Rettung war nah. Die USNS Trenton der US-Navy war in der Nähe, die Menschen konnten die US-Flaggen ganz genau erkennen. Sie schrien um Hilfe, zogen ihre T-Shirts aus und banden sie zusammen, um durch Winken und Schwenken auf sich aufmerksam zu machen. Doch statt der erhofften Rettung mussten sie hilflos mitansehen, wie das Expeditionsschiff der Navy sich davonmachte. Den Kampf ums Überleben verloren 76 Menschen.

Migranten, die vor der Küste im Mittelmeer abgefangen wurden, werden in einem Bus transportiert, Oktober 2018 im südspanischen Hafen von Malaga.

Auch die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch befand sich mit ihrem Boot Sea-Watch 3 in der Nähe, aber immer noch zu weit weg, um Sichtkontakt zu dem gekenterten Gummiboot und dem darauffolgenden Drama gehabt zu haben. Der Captain – oder die Crew – der USNS Trenton muss aber etwas von den Schreien und Hilferufen der gekenterten Migranten mitbekommen haben, denn Minuten nach der Beinahe-Begegnung mit den in Not geratenen Menschen tauchte über den Köpfen der Überlebenden ein Helikopter auf. Dieser gehörte zum Navy-Schiff und wurde offenbar entsandt, um zu überprüfen, ob es noch Überlebende gibt. Erst dann machte das Schiff kehrt und kam eine halbe Stunde später wieder zurück, um die an den Überresten des gekenterten Bootes festhaltenden 41 Personen zu retten. In der offiziellen Erklärung der 6. Flotte der US-Navy, zu der die USNS Trenton gehört, wurde lediglich erklärt, dass "vierzig Personen gerettet und mit Essen, Wasser und medizinisch" an Bord versorgt wurden.

Commander Kyle Raines, Sprecher der 6. Flotte, bestritt indessen die Anschuldigung der überlebenden Migranten, dass sich das US-Schiff vor dem Kentern in der Nähe befand und somit zur Rettung aller darauf befindlichen Personen hätte beitragen können. Man hätte das Gummiboot erst bemerkt, nachdem es bereits gekentert war.

Doch ein zufällig aufgenommenes Funkgespräch zwischen der USNS Trenton und dem griechischen Handelsschiff Leone Hermes nur zwei Tage vor diesem tragischen Vorfall, aufgenommen durch Fabio Butera, einem Reporter der italienischen Zeitung La Republicca, deutet daraufhin, dass die US-Navy schlicht kein Interesse an der Rettung von Migranten hat. In diesem Funkgespräch meldet sich die Crew des griechischen Handelsschiffs bei den Amerikanern und meldet, dass sie ein treibendes Boot voll mit Migranten entdeckt haben und um Hilfe der ebenfalls in der Nähe befindlichen Trenton bittet. Doch statt zu helfen, antwortete die US-Crew:

Ich habe andere Aufgaben, denen ich folge. (…) Wir sind nicht in der Lage, in dieser Angelegenheit zu helfen.

Das klingt noch ganz anders als die offizielle Verlautbarung zwei Tage später, nachdem man die verbliebenen 41 Personen gerettet hatte. Da sprach man davon, wie die Crew "im Einklang mit ihren Verpflichtungen aus dem Völkerrecht" gehandelt und so zur Rettung der Menschen beigetragen habe. Und wie es der Zufall will, war Fabio Butera auch an jenem verhängnisvollen 12. Juni an Bord der Sea-Watch 3, als sich die US-Navy nach der Bergung bei ihnen meldete und sich erkundigte, ob die Deutschen die 41 Überlebenden und 12 Leichen übernehmen könnten.

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