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Türkischer Staatsanwalt: Khashoggi gleich nach Ankunft erdrosselt - Leiche zerstückelt

Türkischer Staatsanwalt: Khashoggi gleich nach Ankunft erdrosselt -  Leiche zerstückelt
Sicherheitspersonal am Eingang des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul, Türkei, 31. Oktober 2018.
In einer ersten öffentlichen Stellungnahme widersprach der mit der Ermittlung befasste Staatsanwalt den Aussagen der saudischen Regierung. Demnach wurde der saudische Regimekritiker erwürgt und seine Leiche zerstückelt und beiseite geschafft.

Der Staatsanwalt der Stadt Istanbul, Irfan Fidan, widersprach in einer ersten offiziellen Stellungnahme der Version Riads über die Ermordung des Journalisten. Jamal Khashoggi sei erwürgt worden, sobald er das saudische Konsulat in Istanbul betreten hatte, dann sei sein Körper zerstückelt worden, und die sterblichen Überreste wurden beseitigt. Das teilte die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Es ist die erste offizielle Äußerung der Ermittler zu dem Fall.

Während des Besuches des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Weißen Haus präsentierte US-Präsident Donald Trump eine Karte zu den Rüstungsgeschäften beider Länder. (20. März 2018)

Khashoggi war am 2. Oktober in das Konsulat des Königreichs in Istanbul gegangen, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit mit einer Türkin abzuholen. Danach tauchte er nicht mehr auf.

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Riad hatte erst nach internationalem Druck eingeräumt, dass der kritische Journalist im Konsulat getötet wurde und änderte seine Versionen um das Verschwinden des 59-Jährigen mehrfach. Zuletzt hieß es aus dem Königshaus, dass Khashoggi bei einem Kampf während einer verbrecherischen Entführung ums Leben kam. Dann sei sein Körper - demnach vollständig - in einen Teppich eingerollt und von einem nicht identifizierten "lokalen Mitarbeiter" entsorgt worden.

Fidan erklärt sich den Tathergang anders: "Der Körper des Opfers wurde zerstückelt und nach seinem Tod durch Ersticken zerstört." Den saudischen Ermittler Saud al-Mojeb bat er, den gegenwärtigen Ort der Leiche preiszugeben.

Das Statement erfolgte zum Abschluss eines Besuchs des saudischen Staatsanwalts, der die Kooperation bei den Ermittlungen vertiefen sollte. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Bereits nach zwei Tagen verließ al-Mojeb Istanbul wieder.

Kaum Kooperation

"Trotz unserer gut gemeinten Bemühungen, die Wahrheit zu erfahren, sind aus diesen Treffen keine konkreten Erkenntnisse hervorgegangen", so Fidan in seiner Erklärung.

Der saudische Unwille zur Kooperation frustriert die türkische Seite. Es werden Stimmen laut, die Saudi-Arabien vorwerfen, die Ermittlungen in die Länge ziehen zu wollen, bis der Fall in Vergessenheit geraten sei.

Vielleicht ist dies auch der Grund für das Vorgehen Ankaras, häppchenweise Informationen an die Öffentlichkeit zu geben, um den Druck gegenüber Riad aufrechtzuerhalten.

18 Verdächtige wurden in Saudi-Arabien festgenommen, darunter nach türkischen Angaben ein Killer-Kommando, das aus Saudi-Arabien angereist sei, um Khashoggi zu töten. Die Türkei will die Auslieferung der 18 Verdächtigen. Riad lehnt das ab.

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Mehrere Spuren legen den Schluss nahe, dass auch Personen aus dem näheren Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in den Tod Khashoggis verwickelt sind. Saudi-Arabien weist eine Verstrickung des Thronfolgers in die Affäre zurück.

Nach dem Mord an dem bekannten Journalisten und Kritiker geraten auch die saudischen Militäraktionen im Jemen zunehmend in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Sanktionen muss das Königshaus bisher offenbar dennoch nicht befürchten.

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