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"Drogenhändler, Raubtiere und Terroristen" - Trump und die Migranten-Karawane in Richtung US-Grenze

Die US-Regierung droht nahezu täglich den Tausenden Migranten, die in Richtung der US-Grenze marschieren. Die Mittelamerikaner schreckt das nicht ab - sie wollen ihren Marsch fortsetzen. Wie werden die USA reagieren, wenn die Menschen an der Grenze ankommen?
"Drogenhändler, Raubtiere und Terroristen" - Trump und die Migranten-Karawane in Richtung US-GrenzeQuelle: Reuters © Edgard Garrido

Auf ihrem Weg in Richtung US-Grenze haben Tausende Migranten aus Mittelamerika einen Stopp in der südmexikanischen Stadt Huixtla eingelegt. Die Frauen, Männer und Kinder versammelten sich am Dienstag auf dem Hauptplatz der Stadt. Die Gruppe werde den Tag in der Stadt im Bundesstaat Chiapas bleiben, um neue Kräfte für den Marsch zu sammeln, teilten mehrere Sprecher der sogenannten Migranten-Karawane der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Von Huixtla aus sind es noch mehr als 1.000 Kilometer bis in die Hauptstadt Mexiko-Stadt und weitere rund 2.700 Kilometer nach Tijuana an der Grenze zu den USA.

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Die Gruppe hatte Huixtla in der Nacht zum Dienstag erreicht und unter freiem Himmel geschlafen. Es sei geplant, am Mittwoch in Richtung der rund 40 Kilometer entfernten Gemeinde Mapastepec aufzubrechen, hieß es. Die Gesamtzahl der Migranten war nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR unklar, weil der Marsch sich inzwischen in verschiedene Ströme geteilt habe. Nach Schätzungen seien es bis zu 7.000 Menschen.

Viele der Migranten sind nach Überzeugung des UNHCR asylberechtigt. "Menschen, die vor Verfolgung und Gewalt fliehen, müssen die Chance haben, Asyl zu beantragen", sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards in Genf. Das UNHCR konzentriere sich derzeit auf den Süden Mexikos und habe bislang keine besonderen Vorkehrungen für die Region nahe der US-Grenze getroffen. Einige Menschen seien inzwischen umgekehrt, andere hätten in Mexiko Asyl beantragt.

Das UNHCR hatte keine Hinweise darauf, dass unter den Menschen - wie von US-Präsident Donald Trump behauptet - auch Leute aus dem Nahen Osten sind. Bislang seien auf der Route nach bisherigen Erkenntnissen überwiegend Menschen aus Honduras und Guatemala unterwegs. Sie fliehen vor der schlechten Wirtschaftslage in ihren Heimatländern und vor der grassierenden Kriminalität, für die maßgeblich Jugendbanden verantwortlich sind, die sogenannten Maras. Die meisten Migranten wollen in die USA.

US-Präsident Donald Trump hatte den Marsch zuvor erneut als Attacke auf die Vereinigten Staaten bezeichnet. "Wir können nicht zulassen, dass so etwas mit unserem Land passiert", sagte Trump am Montagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Houston im US-Bundesstaat Texas. "Das ist ein Angriff auf unser Land."

Trump warnte: "Illegale Einwanderung wird unser Land zugrunde richten." Unter dem Jubel seiner Anhänger fügte der US-Präsident hinzu, "die kriminellen Drogenhändler, Raubtiere und Terroristen" dürften keinesfalls amerikanischen Boden betreten. Zuvor hatte Trump auf Twitter geschrieben, auch Unbekannte aus dem Nahen Osten hätten sich unter die Migranten gemischt. Belege für seine Behauptungen lieferte er nicht. Am Dienstag musste er auf Nachfragen von Reportern einräumen, keine Belege für seine Behauptung zu haben. "Aber es könnte sehr gut sein", sagte er im Weißen Haus. Bei einer Veranstaltung am Abend wiederholte Trump seine Drohung, das US-Militär an der Grenze zu Mexiko einzusetzen.

Trump schrieb auf Twitter, Polizei und Streitkräfte in Mexiko seien leider nicht imstande, die Menschen zu stoppen. Er habe daher den US-Grenzschutz und das Militär alarmiert, weil es sich hierbei um einen nationalen Notstand handele. Was daraus folgen könnte, sagte er zunächst nicht. Auf die Frage, wie viele Soldaten er zur Grenze zu schicken bereit sei, sagte Trump der Zeitung USA Today: "So viele wie nötig."

Auch der US-Außenminister Mike Pompeo äußerte sich am Dienstag in Washington: "Sie werden keinen Erfolg dabei haben, illegal in unser Land zu kommen." Er rief die mexikanische Regierung dazu auf, die Menschen zu stoppen. Auch das US-Ministerium für Innere Sicherheit behauptete in einem Tweet, dass sich nicht nur Mittelamerikaner auf den Weg in die USA gemacht hätten, sondern auch Menschen aus Afrika, Südasien und dem Nahen Osten. Doch auch von dieser Seite wurden keine Belege dafür geliefert.

"Wir sind froh und glücklich, dies mit unseren Brüdern zu teilen", sagte Israel Hernandez, Mitglied einer adventistischen Kirche in Huixtla, der die Menschen Brot und Kaffee versorgte. Andere Helfer gaben Kleidung an die Migranten aus. Unterdessen machte sich eine weitere Migranten-Gruppe aus Honduras auf den Weg, um Mexiko zu erreichen. Er erwarte rund 3.000 Menschen, erklärte ein Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkunft Casa del Migrante in Guatemala-Stadt. Eine genaue Zahl, wie viele Menschen auf dem Weg in die guatemaltekische Hauptstadt seien, gäbe es aber nicht.

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(Dieser Beitrag wurde unter Verwendung von dpa-Material erstellt)

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