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Türkei soll über Video- und Ton-Aufnahmen vom Journalisten-Mord im saudischen Konsulat verfügen

Türkei soll über Video- und Ton-Aufnahmen vom Journalisten-Mord im saudischen Konsulat verfügen
Überwachungskamera vor dem saudischen Konsulat in Istanbul, Türkei, 9. Oktober 2018.
Laut Washington Post sollen Video- und Tonaufnahmen existieren, welche belegen, dass Dschamal Chaschukdschi im saudischen Konsulat ermordet wurde. Das Blatt beruft sich auf Informationen von Geheimdienst-Beamten. Ankara und Riad befinden sich in Erklärungsnot.

Die Washington Post bezieht sich auf eine anonyme Quelle, die Kenntnis von den Aufnahmen haben soll. Chaschukdschi soll zunächst verhört, dann gefoltert und letztlich getötet worden sein.

Er soll hinter dem Plan stecken: Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman (l.) während des 29. Arabischen Gipfels in Dhahran, Saudi-Arabien, am 15. April 2018.

Die Leiche habe man zerstückelt, um sie aus dem Konsulat zu bringen. Diese Vorgehensweise wurde auch in einem Bericht der New York Times unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise berichtet, dass ein Team saudischer Agenten Chaschukdschi in dem Konsulat getötet, seinen Körper danach mit einer Knochensäge zerstückelt und die Reste mutmaßlich in Koffern aus dem Konsulat geschafft habe.

Die türkische Seite will die Aufnahmen nicht öffentlich machen, um nicht zu offenbaren, wie Einrichtungen ausländischer Staaten in der Türkei ausspioniert werden. Unklar sei deshalb auch, inwiefern US-amerikanische Stellen das angebliche Beweismaterial bereits einsehen durften. Sollte sich die Türkei tatsächlich Aufnahmen aus dem Innern der Landesvertretung der Regionalmacht Saudi-Arabien verschafft oder diese gar selbst heimlich angefertigt haben, würde der ohnehin bereits zur Staatsaffäre ausgewachsene Fall Chaschukdschi nochmals neue Dimensionen bekommen.

Der 59 Jahre alte Journalist Chaschukdschi hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem ist er verschwunden. Die Führung in Riad versprach Aufklärung des Falls. Chaschukdschi lebte seit einem Jahr in den USA, aus Angst vor politischer Verfolgung. Er war ein erklärter Gegner der Königsfamilie in Saudi-Arabien und des Wahabismus. Die ideale Herrschaft sah er in der Muslimbruderschaft, er setzte sich für einen politischen Islam ein. 

Von der US-Regierung forderten 22 Senatoren in einem Brief an US-Präsident Donald Trump ein, Sanktionen einzuführen. Hintergrund ist der sogenannte Magnitsky-Akt, der die US-Regierung in solchen Fällen zu Strafmaßnahmen wie Einreisesperren und dem Einfrieren von Vermögen ermächtigt.

Saudisches Konsulat Istanbul, Türkei, 10. Oktober 2018.

Die Senatoren forderten Trump auf, dem Auswärtigen Ausschuss in 120 Tagen zu berichten.

Die Außenamtssprecherin Heather Nauert: 

Wir haben ihm gesagt, dass wir bei seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten Informationen erwarten. Wir wissen nicht, was passiert ist (...) (Wir sind) extrem besorgt über die Situation.

US-Präsident Donald Trump sagte dem Sender Fox News am Donnerstag:

Wir wollen herausfinden, was passiert ist.

Er nannte das Verschwinden Chaschukdschis "einen furchtbaren, furchtbaren Präzedenzfall". Chaschukdschi sei zwar kein US-Staatsbürger, "aber in diesem Fall spielt das keine Rolle".

(rt deutsch/dpa) 

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