Roskosmos: US-Astronauten könnten ISS-Leck an Sojus-Kapsel absichtlich herbeigeführt haben

Roskosmos: US-Astronauten könnten ISS-Leck an Sojus-Kapsel absichtlich herbeigeführt haben
Symbiolbild.
Ermittlungen der russischen Weltraumbehörde Roskosmos prüfen auch die Möglichkeit, dass US-Astronauten das Leck herbeiführten, um einen kranken Kollegen von Bord der ISS zu bringen. Sollte das zutreffen, wäre es ein harter Schlag für die Zusammenarbeit im All.

Eine der wahrscheinlichsten Theorien zur Entstehung des Lecks am Sojus MS-09-Modul an der Internationalen Raumstation ISS ist laut der russischen Weltraumagentur ROSKOSMOS, dass NASA-Astronauten das Leck womöglich absichtlich herbeigeführt haben, um den unverzüglichen Rücktransport eines erkrankten Kollegen zur Erde zu erwirken. Um dies als einen möglichen Grund zu verifizieren, haben russische Spezialisten bei der NASA die Daten der Astronauten angefordert, zu denen auch die medizinischen Aufzeichnungen gehören.

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Quellen der Zeitung Kommersant zufolge, kam die Kommission, die die Schäden des Sojus-Elementes untersucht hatte, zu dem Schluss, dass das Loch erst im Weltraum gemacht wurde - und das wäre nicht beim ersten Versuch gelungen. Es wird festgestellt, dass es Spuren gebe, die für Arbeiten im luftleeren Raum charakteristisch sind. Die Quelle hat auch nicht ausgeschlossen, dass ein unbefugtes Eindringen von Amerikanern in den betroffenen russischen Teil der ISS stattgefunden haben könnte, schreibt die Zeitung.

Das Problem begann damit, dass an der Sojus-Kapsel, die derzeit an der ISS angedockt ist, in der Nacht zum 30. August ein etwa 1,5 Millimeter großes Leck entdeckt worden war. Dieses hatte einen Druckabfall auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde verursacht. Zunächst ging man davon aus, dass ein Mikrometeorit eingeschlagen sein könnte. Diese Version wurde jedoch verworfen, da der Schaden von innen entstanden sein soll. Der Vorfall sei für die Besatzung ungefährlich gewesen, hieß es. Das Leck wurde inzwischen von den Raumfahrern abgedichtet.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos schloss nach ersten Ermittlungen zunächst nicht aus, dass der Riss bereits bei Arbeiten auf der Erde entstanden sein könnte. Es gab auch Spekulationen, ob ein Techniker mit einem Bohrer abgerutscht sei und das Leck heimlich abgedeckt habe. Das Material habe sich nach einigen Wochen jedoch aufgelöst, zitierten russische Medien einen anonymen Raumfahrtexperten. Auch die Möglichkeit dass der Schaden absichtlich oder versehentlich von jemanden im Weltraum verursacht wurde, war von Beginn an eine Möglichkeit, die Roskosmos untersuchen wollte.

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