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Russische vs. westliche Waffensysteme – zwischen tatsächlicher Bedrohung und Profit

Russische vs. westliche Waffensysteme – zwischen tatsächlicher Bedrohung und Profit
Russische T-14-Armata-Kampfpanzer am 9. Mai 2018 während der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau zum "Tag des Sieges" über Hitler-Deutschland.
Im Westen ist die Rede von "russischer Aggression" und Bedrohung inklusive hybrider Kriegführung unter Einsatz aller verfügbaren Mittel – speziell neuer Waffensysteme. Anlass für einen nüchternen Blick auf die militärischen Mittel und Möglichkeiten Russlands.

Russland als Archetyp der Staaten, die aggressiv den Westen bedrohen, seine Werte und seine militärischen Fähigkeiten, diese Werte zu schützen und zu verteidigen. Dieses Bild zeichnete kürzlich etwa der Generalsstabschef der britischen Streitkräfte, General Sir Nicholas Carter, in seiner Bestandsaufnahme zu den aktuellen "Sicherheitsrisiken" und sprach dabei explizit von einem möglichen Krieg mit Russland, auf den man sich – zur Abschreckung durch Stärke – vorbereiten müsse.

Der Generalstabschef der britischen Armee, General Sir Nicholas Carter, während seiner Rede am 22. Januar 2018 beim Royal United Services Institute (RUSI).

Vor dem Hintergrund dieses Szenarios lohnt ein nüchterner Blick auf die tatsächlichen Bedingungen, Strategien und militärischen Fähigkeiten und konkret auf einige Waffensysteme Russlands, wie ihn aktuell ein Artikel auf The Unz Review vornimmt.

Die Analyse betont den grundsätzlichen Unterschied in der Entwicklung und Beschaffung neuer Waffensysteme zwischen dem Westen und Russland sowie zuvor der Sowjetunion:

Im Westen ist das Hauptziel jeder Beschaffung eines Waffensystems der Transfer von so viel Geld wie möglich von der Regierung in die Taschen der Privatpersonen, die den militärisch-industriellen Komplex kontrollieren. Anders ausgedrückt, ist die westliche Streitkräfteplanung (vor allem in den USA) nicht an militärischen Bedrohungen oder Missionen orientiert – sondern am Profit.

Eine solche Situation kann sich nur ein fantastisch korruptes Land ohne wirkliche Bedrohung für sich selbst leisten. Im Gegensatz dazu ist Russland weitaus weniger korrupt und hat potenzielle Feinde entlang weiter Teile seiner Grenzen.

Die russische Streitkräfteplanung orientiert sich an militärischen Bedrohungen und Missionen.

Der Artikel konstatiert für die Zeit des Kalten Krieges, dass typischerweise zuerst die USA neue Waffentechnologien und -systeme entwickelt und eingeführt hatten, deren Stärken und Schwächen die Sowjets dann gründlich studierten und zielgerichtet Gegen-Kapazitäten entwickelten. Zwar hätten die Sowjets damit im Rüstungswettlauf üblicherweise einen Schritt hinter dem Westen gelegen. Doch wären ihre Waffensysteme dafür regelmäßig besser und billiger gewesen. Gute Beispiele hierfür seien etwa die Entwicklung der Su-27-Kampfjets als Antwort auf die F-15 der US Air Force sowie die Entwicklung der U-Boote der Akula-Klasse als Antwort auf die Los-Angeles-Klasse der US Navy.

Noch sei die Region ruhig, heißt es in dem Bericht des britischen Unterhauses. Bild: Kanada, als einer der Anrainerstaaten der Arktis, stellt seine Fähigkeiten unter Beweis.

Die heutige Situation sei jedoch eine deutlich andere. Denn im Vergleich heutiger modernster Waffensysteme Russlands und des Westens, etwa im Bereich der Kampfflugzeuge (Su-35/Su-30s vs. F-15s/-16s/-18s) und Kampfpanzer (T-90/T-72B3/B3M vs. Abrams/Leopard), hätten sich die aktuellen russischen Systeme als mindestens genauso gut wie ihre US- bzw. EU-Gegenstücke erwiesen, wenn nicht als besser. Dies sei das Ergebnis der Entwicklung nach dem offiziellen Ende des Kalten Krieges, als der Westen seine "Friedensdividende" in die Entwicklung enorm teurer Waffensysteme investierte, statt seine alternden vorhandenen Kampfjets und Kampfpanzer zu modernisieren. Niemand hätte zudem auf der Rechnung gehabt, dass sich Russland nach der Auflösung der Sowjetunion und der dramatischen Krisenzeit der 1990er Jahre unter dem seinerzeitigen Präsidenten Boris Jelzin so schnell erholen würde.

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Russland entwickelt neue, teure und fortschrittliche Waffensysteme, allein weil es die technologischen und industriellen Fähigkeiten aufrechterhalten muss, um mit den sich entwickelnden Bedrohungen Schritt zu halten, fährt die Analyse fort. Diese unterstreicht zudem die spezifische Situation Russlands, denn das Land muss

die immens komplizierte Aufgabe bewältigen, alle bisher im Ausland (z.B. in der Ukraine) entwickelten Systemkomponenten durch einheimische zu ersetzen. Nach den westlichen Sanktionen ist es völlig selbstverständlich geworden, dass russische Waffensysteme ausschließlich mit russischen Technologien und Komponenten gebaut werden müssen (was übrigens für die US-Gegenstücke nicht gilt).

Zwar habe Russland vom Zustrom vieler hochqualifizierter Ingenieure und Wissenschaftler aus der Ukraine (und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken) profitiert, speziell nach dem Zusammenbruch der ukrainischen Industriebasis. Doch die russischen Ressourcen seien immer noch stark belastet durch die dringende Notwendigkeit, einen wirklich autonomen militärisch-industriellen Komplex größtenteils "aus dem Nichts" aufzubauen. Zudem bestünden weiterhin technologische und industrielle Engpässe, die behoben werden müssten, bevor Russland seine neuen Waffensysteme in ausreichender Zahl herstellen könne (das gelte insbesondere für große Kriegsschiffe). Auch wenn bereits immense Fortschritte erreicht worden sind, ist das Ziel der vollständigen "Importsubstitution" bis heute längst nicht zu 100 Prozent erreicht, stellt die Analyse abschließend fest.

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