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US-Sanktionen gegen Venezuela: Kritischen Journalisten wie Abby Martin wird der Geldhahn zugedreht

US-Sanktionen gegen Venezuela: Kritischen Journalisten wie Abby Martin wird der Geldhahn zugedreht
Unbequem und äußerst scharfzüngig: Die US-Journalistin Abby Martin.
Abby Martin ist eine der kritischsten Stimmen, wenn es um die US-Politik in Lateinamerika geht. Doch durch die US-Sanktionen kann sie ihre Sendung "The Empire Files" nun nicht mehr weiterführen. In einem dramatischen Appell bittet Abby Martin nun um Spenden.

Die Macherin der Sendung "The Empire Files", Abby Martin, ruft in einem dramatischen Appell zu einmaligen und monatlichen Spenden auf, um die Produktion ihrer Sendung weiterführen zu können. Infolge der US-Sanktionen gegen Venezuela war Martin gezwungen, den Betrieb vollständig einzustellen.

"The Empire Files", die auf teleSUR in ganz Lateinamerika und auf Free Speech TV sowie The Real News Network in den USA ausgestrahlt werden, wurden durch einen Vertrag mit dem teleSUR-Netzwerk finanziert. TeleSUR ist ein multistaatlicher TV-Satellitensender in Lateinamerika mit Sitz in Venezuela, der am 24. Juli 2005, dem 222. Geburtstag Simón Bolívars, den Sendebetrieb aufnahm.

Die Gründung des Senders geht zurück auf eine Idee Fidel Castros, der eine Art "lateinamerikanisches CNN" gründen wollte. Die Idee wurde später vom Präsidenten Venezuelas, Hugo Chávez, aufgegriffen und realisiert. In seinem Selbstverständnis sieht sich der Sender als eine unabhängige Stimme Lateinamerikas, die sich für die Integration Lateinamerikas einsetzt. Sie soll auch ein Gegengewicht zu den privaten, US-amerikanischen Fernsehstationen CNN und Univision sowie der britischen BBC sein.

Der Social Media-Gigant-Facebook sperrt immer mehr politisch nicht genehme Seiten; zuletzt traf es die englische Seite des lateinamerikanischen Medienunternehmens teleSUR.

In ihrer Sendung "The Empire Files" produzierte Martin über 100 Dokumentarfilme, Interviews und Vor-Ort-Exposés aus Palästina, Venezuela und darüber hinaus. Infolge der Sanktionspolitik der US-Regierung gegenüber der Hauptfinanzierungsquelle von teleSUR wurde die Produktion vor Abschluss der zweiten Staffel nun vorerst gestoppt. Die dritte Staffel, die für 26 Episoden abgeschlossen wurde, sollte am 1. Juli beginnen. Da die US-Regierung jedoch Überweisungen mit Ursprung in Venezuela blockiert, ist eine Fortsetzung aktuell nicht mehr möglich.

Die Entscheidung Martins kommt nicht überraschend. Schon seit über einem Jahr gestaltete sich die Finanzierung als äußerst problematisch. Mitarbeiter der Sendung bezahlten in Folge verspäteter Überweisungen die Produktionen zum Teil aus eigener Tasche. Durch die nochmalige Verschärfung der US-Sanktionen ist nun jedoch das Ende der Fahnenstange erreicht. Selbst Überweisungen, die nicht aus Venezuela sondern aus Partnerstaaten stammen, die ebenfalls teleSUR finanzieren, werden blockiert.

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Durch diesen Umstand haben "The Empire Files" schon am 27. Mai dieses Jahres die Produktion offiziell eingestellt und mussten alle Mitarbeiter entlassen. Abby Martin wartete jedoch noch mit einer offiziellen Ankündigung, da sie auf eine eventuelle Entspannung der Lage hoffte. Doch diese Hoffnung hat sich mittlerweile als Trugschluss herausgestellt.

In ihrem am 22. August veröffentlichten Statement geht Martin hart mit ihrem Heimatland, den Vereinigten Staaten, ins Gericht. Sie wirft dem US-Außenministerium vor, seit der Wahl des verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez in Venezuela, also schon ab 1998, an Regime-Change-Projekten beteiligt gewesen zu sein, die erstmals 2002 durch einen gewaltsamen Staatsstreich zum Ausdruck gekommen sind.

Während dieses Putsches wurden unter anderem Venezuelas staatliche Medien und regierungsfreundliche Medien von der US-unterstützten Junta geschlossen. Der Putsch scheiterte zwar, doch anschließend begannen die USA mit der Umsetzung von Wirtschaftssanktionen, zunächst noch unter der Administration des damaligen US-Präsidenten Barack Obama im Jahr 2015.

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Die Trump-Administration verschärfte die Sanktionen noch einmal. Die jüngste Eskalation erfolgte nach dem 21. Mai 2018, dem Tag, an dem Präsident Nicolás Maduro die Wiederwahl gewann. Martin vermutet, dass das venezolanische Volk für die Wahl des "falschen" Kandidaten bestraft werden sollte.

Laut Mark Weisbrot vom Center for Economic and Policy Research sind die US-Sanktionen gegen Venezuela die schärfsten in der Region seit denen gegen Nicaragua in den 1980er Jahren. Damals versuchte die US-Regierung unter Präsident Ronald Reagan, die sandinistische Führung Nicaraguas mit allen Mitteln zu stürzen. Wie auch damals in Nicaragua treffen die Sanktionen heute in Venezuela vor allem die ohnehin schon gebeutelte Klasse der Werktätigen.

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Martin wirft den USA in ihrem Statement vor, dass die aktuellen Sanktionen Teil einer Regime-Change-Operation sind. Sie verweist dabei auch auf den Attentatsversuch auf Präsident Maduro am 4. August. Zudem schreibt Martin, dass der Sender teleSUR schon immer ein Ziel der USA gewesen sein soll. Ein gescheiterter Staatsstreich im Jahr 2015 soll Pläne zur Bombardierung des teleSUR-Nachrichtengebäudes in Caracas beinhaltet haben. 2017 wurde ein teleSUR-Nachrichtenteam von US-unterstützten Oppositionskräften überfallen und fast gelyncht – einem teleSUR-Reporter wurde während des Angriffs in den Rücken geschossen.

Martin bestätigt auch Morddrohungen gegen sie und den "Empire Files"-Produzenten Mike Prysner. Beide sahen sich gezwungen, Venezuela zu verlassen. Zudem beklagt sie eine zunehmende Online-Zensur gegenüber teleSUR und einem weiteren linken Newsportal, den Venezuela Analysis. Martin wirft Facebook vor, derzeit mit dem Atlantic Council zusammenzuarbeiten, "der mit CIA-Agenten, Irak-Kriegsarchitekten, Big Oil und der Waffenindustrie gefüllt" sei.

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Sie sei bereit, die Produktion von Wochenprogrammen für teleSUR wieder aufzunehmen, sobald die Finanzierungsblöcke aufgehoben oder umgangen sind. In der Zwischenzeit bitte sie um Unterstützung durch einmalige oder monatliche Spenden.

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