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Nationalstaatsgesetz Israel: Sogar Präsident des Jüdischen Weltkongresses äußert Besorgnis

Nationalstaatsgesetz Israel: Sogar Präsident des Jüdischen Weltkongresses äußert Besorgnis
Ronald Lauder gilt eigentlich als treuer Verteidiger Israels. Doch nun hat er einen Gastkommentar in der New York Times veröffentlicht, der für seine Verhältnisse mit dem nunmehr offiziell exklusiv jüdischen Staat hart ins Gericht geht.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses nennt eine Reihe von Entwicklungen in Israel, darunter etwa die Verhaftung eines konservativen Rabbiners, weil er angeblich eine in Israel verbotene nicht-orthodoxe Heirat durchführte, oder die Schließung von Geschäften am Sabbat. Er spricht aber auch das neue Nationalstaatsgesetz Israels an. Zwar sei die Intention des Gesetzes, Israel als jüdischen Staat festzuschreiben, richtig, dennoch verletzte es aber das Gerechtigkeits- und Zugehörigkeitsempfinden der Drusen, Christen und Muslime.

Diese Entwicklungen ließe den Eindruck entstehen, dass die demokratischen und egalitären Eigenschaften des jüdischen Staates unter Druck stehen.

Israel beschreibt Lauder als ein "Wunder". Das jüdische Volk werde seit 4.000 Jahren als moralischer Kompass der Welt betrachtet. Die zionistische Bewegung habe sich seit ihrem Entstehen an demokratischen Grundsätzen ausgerichtet. Der Staat Israel sei die einzige Demokratie im Nahen Osten. Doch heutzutage fragten sich einige Juden in der Diaspora, ob die Nation, die sie wertschätzen, vom richtigen Pfad abkommt.

Die führenden Vertreter des Zionismus, von dessen Begründer Theodor Herzl bis zur israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir, hätten stets betont, dass man den jüdischen Nationalismus mit einem universalistischen Humanismus verbinden müsse. Da jetzt die israelische Regierung den Anschein erwecke, gegen das Gerechtigkeitsprinzip zu verstoßen, kämen viele Unterstützer Israels zum Schluss, dass der Staat gegen seine jüdischen Wurzeln, den zionistischen Ethos sowie den israelischen Geist verstößt.

Das neue Gesetz und diese neue politische Richtung werde Israel "tragischerweise" nicht stärken, sondern schwächen. Langfristig bestehe sogar eine Gefahr für den Zusammenhalt der israelischen Gesellschaft und die Zukunft des jüdischen Volkes, das seit über 200 Jahren in einem Bündnis mit dem Geist der Aufklärung stehe.

Wenn jetzt Mitglieder der derzeitigen Regierung Israels unabsichtlich den Bund zwischen dem Judaismus und der Aufklärung untergraben, dann zerstören sie den Kern des zeitgenössischen jüdischen Daseins.

Der israelische Kabinettssekretär Tzachi Braverman spricht zum israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu während einer Kabinettssitzung

Lauder warnt davor, dass junge Juden dem Staat Israel zukünftig ihre Treue verweigern könnten, wenn er weiter nicht-orthodoxe Juden und nicht-jüdische Minderheiten diskriminiert. Möglicherweise setzten sie sich nicht mehr in der US-Hauptstadt Washington für Israels Belange einsetzen.

Ich habe immer an der Seite Israels gestanden und werde es immer tun. Aber jetzt bitte ich als liebender Bruder die israelische Regierung, den Stimmen des Protestes und der Empörung in Israel und in der jüdischen Welt zuzuhören. Als Präsident des Jüdischen Weltkongresses appelliere ich an die israelischen Entscheidungsträger, ihre destruktiven Aktionen während dieses Sommers der Disharmonie zu überdenken.

Abschließend plädiert Lauder dafür, Israel als jüdischen und demokratischen Staat zu erhalten.

Der Präsident des jüdischen Verbandes galt bisher als Verbündeter des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

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