Bombenabwürfe der US-Luftwaffe über Afghanistan auf Rekordhöhe

Bombenabwürfe der US-Luftwaffe über Afghanistan auf Rekordhöhe
Auf dem Weg zu ihrem Kampfeinsatz: Eine F-16 der U.S. Air Force beim Start vom Baghram Airfield in Afghanistan.
Die Masse der über Afghanistan durch die Luftwaffe der USA abgeworfenen Bomben ist auf dem Weg, neue Rekorde für 2018 zu erreichen. Die Ausweitung der Bombardements in der ersten Jahreshälfte fordert laut UNO-Angaben eine wachsende Zahl ziviler Opfer.

Wie die US-amerikanische Militärzeitschrift Stars and Stripes in einem aktuellen Artikel vermeldet, ist das US-Militär auf dem Weg zu neuen Höchstständen bei seinen Bombardements in Afghanistan.

Die von der US-Luftwaffe am Freitag veröffentlichten Daten zeigten, dass Flugzeuge 2.911 Bomben und Raketen über dem Land während der ersten Hälfte von 2018 abgeworfen haben - eine höhere Zahl für diesen Zeitraum als während der Angriffswelle von 2010, als ungefähr 100.000 US-amerikanische Truppen in Afghanistan waren."

Demnach kam es allein im letzten Monat zu 572 Bombenabwürfen, obwohl die afghanische Regierung eine Feuerpause zwischen dem 12. und 29. Juni erklärte. Laut Angaben der US-Luftwaffe, stellte diese zwar während dieser Zeit ihre Angriffe auf die Taliban ein, flog aber dennoch über 80 Einsätze gegen lokale Gruppen des "Islamischen Staates".

Erfolglose Militärstrategie gegen die Taliban - mehr zivile Opfer

Die Trump-Administration intensivierte die Luftangriffe in Afghanistan im vergangenen Jahr, um mit dieser Strategie den Afghanistankrieg zu beenden, der mittlerweile ins 17. Jahr geht und damit fast so lange dauert wie der Vietnamkrieg. Ziel der Strategie soll die Zerstörung von Drogenlaboren als Einnahmequelle der Taliban sein, um diese an den Verhandlungstisch zu zwingen, so das Militärmagazin. US-Militärbeamte beziffern sonach den Verlust im Drogengeschäft, der den Taliban durch die aktuellen Bombardierungen entstanden sei, auf 220 Millionen US-Dollar.

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Stars und Stripes vergleicht die aktuellen Bombardements mit denen unmittelbar nach der Angriffswelle der US-Truppen im Jahr 2010 ("The Afghan Surge"), als die Luftangriffe ihren bisherigen Höhepunkt erreichten. Im Jahr 2011 meldete die US-Luftwaffe demzufolge insgesamt 5.411 Bombenabwürfe, deren Auswirkungen allerdings eher flüchtig waren. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 war die Anzahl der Bombenabwürfe mit 2.458 um fast 500 geringer als in der ersten Hälfte dieses Jahres, heißt es weiter.

Doch auch diese Strategie scheint nicht aufzugehen. So zitiert das Militärmagazin Daten der US-Streitkräfte, nach denen weiterhin nur lediglich 56 Prozent des afghanischen Territoriums unter der Kontrolle der Regierung stehen.

Ebenfalls kritisch sehen die Vereinten Nationen die Auswirkungen der verstärkten Bombardierungen. Der aktuelle UNO-Bericht vom 15. Juli zur Lage in Afghanistan vermeldet 353 zivile Opfer (149 Tote und 204 Verletzte) von Luftangriffen und damit einen Anstieg um 52 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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