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Militärische Logik der USA: B-2 Tarnkappenbomber gegen Terroristen in Libyen

Militärische Logik der USA: B-2 Tarnkappenbomber gegen Terroristen in Libyen
Der Tarnkappenbomber B-2 Spririt von Northrop Grumman
Das teuerste Kampfflugzeug der Welt kann Atomwaffen liefern und wurde konzipiert, um die Luftverteidigung der Sowjetunion zu umgehen. Statt eines militärischen Gegners nimmt der B-2 Tarnkappenbomber derzeit jedoch in Libyens Wüste mutmaßliche Terroristen ins Visier.

Der Tarnkappenbomber B-2 ist ein strategischer Langstreckenbomber, der ursprünglich für den Einsatz gegen die Sowjetunion konzipiert wurde. Als tarnkappenoptimierter potenzieller Kernwaffenträger war er dazu ausgelegt, als Erstschlagwaffe die sowjetische Luftabwehr zu durchdringen, um dann im Hinterland feindliche Ziele mit einer großen Zahl an Nuklearwaffen zu bekämpfen.

Ramadan Abedi, der Vater von Salman Abedi, dem Selbstmordbomber, der 22 Konzert-Besucher in Manchester tötete, bei einem Reuters-Interview in Tripoli, Libyen, 24. Mai 2017.

Das teuerste Kampfflugzeug der Welt mit besonderer Geschichte

Mit jeweils 880 Millionen bis 2,1 Milliarden US-Dollar pro Stück ist es das bei weitem teuerste Kampfflugzeug der Welt, daher hat der US-Kongress die Produktion von nur 21 Stück genehmigt. 19 der B-2-Spirit-Bomber sind im zentralen Missouri auf der Whiteman Air Force Base stationiert. Der Stützpunkt wurde nach Lt. George A. Whiteman benannt, einem Luftwaffenangehörigen, der während des Angriffs auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 ums Leben kam.

Sie sind Teil des 509th Bomb Wing und wurden bis vor kurzem von Brigadegeneral Paul W. Tibbets IV kommandiert, dessen Großvater am Abwurf der Atombombe auf Hiroshima beteiligt war.

Mehr zum Thema - Libyen: Über 500 US-Drohnenangriffe unter Obama - doppelt so viele wie bisher geschätzt

Wie der Journalist und ehemalige professionelle Pilot William Langewiesche auf Defense Oneschreibt, würden die B-2-Bomber nach wie vor in erster Linie als nukleares Trägersystem betrachtet, und entsprechend sei die Besatzungen so ausgewählt, dass ihre Definition von Erfolg ein präzise geflogener Einsatz zu Beginn von Massenvernichtung umfasse und sie einen Befehl zu einem nuklearen Angriff befolgen würden.

Der Northrop Grumman B-2 Spirit wurde erstmals von den USA während der NATO-Bombardierung Jugoslawiens 1999 eingesetzt. Ursprünglich für die Lieferung von Atomwaffen konzipiert, wurde der Mehrzweck-Tarnkappenbomber aber in allen großen US-Militärkampagnen von Afghanistan bis hin zum Irak als konventioneller Bomber eingesetzt.

500-Pfund-Bomben gegen 70 Terroristen

Am 17. Januar 2017, während der letzten Tage der Obama-Regierung und sechs Jahre, nachdem eine B-2 zuletzt im Kampf eingesetzt wurde, wurden mehrere von ihnen mit 80 GPS-gesteuerten 500-Pfund-Bomben ausgestattet, um diese gegen 70 Terroristen in Libyen einzusetzen, einem Land ohne staatliche Strukturen und ohne Luftverteidigung.

Einer der Piloten hat 62 seiner 80, ein anderer Flugzeugkommandant 23 abgeworfen. Damit blieben 75 Bomben in den Flugzeugen, falls ein weiterer Angriff nötig sein sollte

Mehrere Wochen lang hatten die Drohnen der US-Luftwaffe die Szene von oben beobachtet und detaillierte Profile über die täglichen Aktivitäten, Essenszeiten und Schlafplätze der "Ziele" im Freien erstellt.

Jede 500-Pfund-Bombe wurde so eingestellt, dass sie knapp über ihrem Ziel für maximale Letalität detoniert und mehr durch Überdruck als durch Fragmentierung funktioniert. Der resultierende Vakuumzustand saugt Luft aus der Lunge, während die Stoßwelle den Knochen pulverisiert und die inneren Organe eines jeden im Umkreis von etwa 50 Metern zerreißt oder verflüssigt. So starben die meisten IS-Kämpfer: Sie umarmten die Erde vergeblich, als ihre Innereien zu Brei wurden und die Nacht von den Explosionen zerrissen wurde.

Dann waren die B-2-Piloten angehalten, weitere sechs Stunden in der Nähe zu warten, falls ihre Dienste noch einmal benötigt würden. Einer von ihnen beschrieb das Szenario laut Langewiesche folgendermaßen:

Du hast eine Wüste mit Leuten, die mitten im Nirgendwo kampieren. Man wirft eine Bombe auf sie, als würde man einen Ameisenhaufen treten. Sie können laufen. Vielleicht wird ein erneuter Angriff nötig.

Zwischenzeitlich wurden wieder Reaper-Drohnen eingesetzt, deren Einsatz von Hellfire-Raketen präziser ist als die GPS-Steuerung und mit einem Explosionsradius von 50 Fuß und einen "Wundradius" von bis zu 300 Fuß Hunderte von Menschen genauso leicht töten könnte wie einen.

Der Einsatz kann auf die NATO-Intervention im Jahr 2011 zurückgeführt werden, als eine US-Drohne dafür sorgte, dass Rebellen den gestürzten, nach Sirte geflohenen Muammar Gaddafi brutal töten konnten. In der Folge zerfiel das Land in eine Vielzahl von Gruppen, die nach der nationalen Macht strebten. Ab 2014 schlossen sich auch libysche Kämpfer dem IS an, der sich daraufhin in dem nordafrikanischen Land ausbreitete.

In den darauffolgenden Jahren hatte es mehrere Kämpfe gegen den IS gegeben, nicht alle sonderlich erfolgreich, doch der IS wurde aufgerieben, die Kämpfer waren zunehmend erschöpft. Einige von ihnen konnten entkommen und haben sich in Sirte unter die Bevölkerung gemischt, weitere knapp 100 Männer zogen südwestlich der Stadt in die Wüste.

Ein B-2-Bomber der US-Luftwaffe

Tarnkappenbomber haben mal wieder Arbeit gebraucht

Das Pentagon teilte später mit, dass diese Kämpfer Angriffe auf Europa geplant hätten. General Waldhauser war es, der befand, dass gegen sie vorgegangen werden müsse, und zwar mit Luftangriffen. In den Entscheidungsprozess für die zu nutzende Plattform war zunächst auch die Marine involviert, während die Luftwaffe zwischen drei Typen schwerer Bomber wählen konnte.

Wie Langewiesche schreibt, war die Wahl der B-2 überraschend, weil sie bei weitem das teuerste Flugzeug sei, das man fliegen und warten könne, und Libyen nach Gaddafi keine Luftverteidigung hatte, die eine Tarnkappenfähigkeit erfordern könnte. Die Waffen waren für moderne Militärgegner konzipiert, nicht für die Bombardierung von in der Wüste verstreuten, unvorbereiteten Kämpfern.

Aber die hohen Kosten der Mission waren vielleicht eine Attraktion nach bürokratischer, wenn nicht nach militärischer Logik - man kann Geld verlieren, wenn man es nicht ausgibt -, oder die B-2s haben nur etwas Arbeit gebraucht.

Dass sich der Einsatz der USA dem Ende damit zuneigt, sei kaum anzunehmen, hieß es doch im Juni erst auf CNN:

Die von den USA geführte Kampagne gegen den IS in Libyen hat die Präsenz der Terroristenarmee in Libyen stark reduziert, aber nicht beendet, sodass es für die nationalen Sicherheitsinteressen der USA wichtig ist, den Druck auf den IS und al-Qaida aufrechtzuerhalten.

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