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Streit um Mädchen auf Times-Cover: Irreführend oder Symbol für unmenschliche Politik?

Streit um Mädchen auf Times-Cover: Irreführend oder Symbol für unmenschliche Politik?
Demonstranten haben vor den Toren einer Verwahranstalt illegal Zugewanderter Kinder Schuhe und Spielzeug abgelegt, Tornillo, Texas, USA, 21. Juni 2018.
Die amerikanischen Fox News sprechen von einem "irreführenden Titelbild": Zu sehen ist ein übergroßer US-Präsident, der auf ein Mädchen herabblickt, das symbolisch für die den Eltern entrissenen Kindern steht. Darunter die Worte: "Welcome to America".

In den vergangenen Wochen hatten die US-Behörden Familien illegal eingewanderter Menschen aus Süd- und Mittelamerika konsequent getrennt. Dies hatte international und auch in den USA scharfe Proteste ausgelöst. Trump hatte diese Praxis am Mittwoch für beendet erklärt. Ein neues Dekret soll die gemeinsame Inhaftierung von Eltern und Kindern ermöglichen. Das Titelbild der Times führte zu weiteren Debatten um die Darstellung Donald Trumps.

Aus dem Weißen Haus hieß es zum Titelbild der Times

Es ist beschämend, dass Demokraten und die Medien das Bild eines kleinen Mädchens ausgenutzt haben, um ihre Agenda voranzutreiben. (...) Demokraten sollten sich POTUS anschließen und unser kaputtes Einwanderungssystem reparieren. 

Für die Trump freundlich gesinnten Fox News macht die Times abermals deutlich, dass diese der Obama-Regierung deutlich eher zugetan war. Das Bild stammte vom mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Fotografen von Getty Images John Moore. In einem Interview mit der Times sagte er über das Bild:

Dies war schwierig für mich. Als es vorbei war, waren sie in einem Van. Ich musste eine Pause machen und tief einatmen. Alles, was ich wollte, war, sie hochzunehmen. Aber ich konnte nicht.

Das weinende Mädchen war zu diesem Zeitpunkt gerade mal zwei Jahre alt und stammt aus Honduras. Die Mutter wurde nach dem illegalen Grenzübertritt aus Mexiko in die USA festgenommen. Das Mädchen wurde ohne die Zustimmung ihrer Eltern zum Symbol der harten US-Politik gegen illegale Einwanderer.

Screenshot

Unter dem Titelbild steht als Überschrift: "Willkommen in den USA". 

Der Vater des Kindes äußerte sich inzwischen und sagte der Daily Mail, dass seine Frau und seine Tochter nie voneinander getrennt worden seien. Der Medienanalyst Jeffrey McCall sagte den Fox News:

Viel mehr Leute haben das Bild gesehen und anhand dieses Schlussfolgerungen gezogen, als jemals den Time-Artikel lesen werden, oder irgendeinen anderen Artikel, der sich mit der tatsächlichen Situation an der Grenze befasst. Dieses Titelbild ging um die Welt und kursiert im Internet und hat ohne Frage einen schwerwiegenden rhetorischen Einfluss gehabt.

Der Artikel zum Titelbild trägt die Überschrift: "Eine Abrechnung nach Trumps Politik der Trennung an der Grenze: Was für ein Land sind wir?" Auch andere Medien nutzten das Titelbild für ihre Zwecke. Die Fox News werfen der Times vor, Obama während der Einwanderungskrise im Jahr 2014 nie kritisiert zu haben. Es gehöre zur demokratischen Linken, emotionsgeladene Narrative zu verbreiten, so Ryan Saavedra, Reporter von Daily Wire.

Die Times reagierte auf die Kritik:

Das Foto des zweijährigen Mädchens aus Honduras vom 12. Juni wurde aus gutem Grund das sichtbarste Symbol der anhaltenden Einwanderungsdebatte in Amerika: Gemäß der Politik, die die Regierung vor ihrer Wende in dieser Woche durchgesetzt hat, wurden Menschen, die Grenze illegal überquert haben, strafrechtlich verfolgt, was wiederum zur Trennung von Kindern und Eltern führte. Unsere Berichterstattung erfasst die Herausforderungen diesen Augenblicks.

Für Empörung sorgte auch der Besuch der amerikanischen First Lady Melania Trump in einem Aufnahmezentrum für Flüchtlingskinder. Dabei trug sie eine Jacke mit der Aufschrift: "Mir ist es wirklich egal - und Dir?" Daraufhin schrieb Trump auf Twitter, dass der Schriftzug die vielen Falschmeldungen beträfe.

Zwei Vertretern des US-Verteidigungsministeriums zufolge könnte die US-Regeriung bis zu 20.000 undokumentierte Einwanderer in US-Militärbasen einquartieren. Das Gesundheitsministerium hat dafür drei Basen in Texas ins Auge gefasst und wird bald eine vierte in Arkansas inspizieren, wie der Sprecher des Pentagon Lt.Col. Jamie Davis sagte. Wenn das gegenwärtige Ausmaß der Einwanderung anhalte und keine andere Lösung gefunden werde, könnten die Basen innerhalb eines Monats als Quartiere verwendet werden, so die Vertreter des Verteidigungsministeriums. 

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