Frühere Akkuyu-Managerin in Russland unter Spionageverdacht verhaftet

Frühere Akkuyu-Managerin in Russland unter Spionageverdacht verhaftet
Eröffnungsfeier des Kernkraftwerks in Akkuyu.
Karina Zurkan war Mitglied im Vorstand des Unternehmens, das in Akkuyu das erste Atomkraftwerk auf türkischem Boden errichten soll. Der FSB will jedoch Verdachtsmomente für Spionage in Erfahrung gebracht haben und hat die 43-Jährige daraufhin beschattet.

Ein früheres Vorstandsmitglied jenes Unternehmens, das damit beauftragt ist, das erste Atomkraftwerk auf türkischem Boden zu errichten, ist in der Russischen Föderation unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden. Dies berichteten russische und rumänische Medien am 20. Juni.

Die 43-jährige Karina Zurkan ist derzeit Vorstandsmitglied des in Moskau ansässigen Unternehmens Inter RAO. Der russische Sicherheitsdienst FSB hat Zurkan einem auf ungenannten Quellen beruhenden Bericht des Kommersant zufolge am 15. Juni in Gewahrsam genommen.

Wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, ist die Verdächtige entgegen den Angaben auf der Webseite von Inter RAO keine russische Staatsangehörige, sondern besitzt die Staatsangehörigkeit eines Drittlandes. In einigen türkischen Medien ist von Rumänien die Rede. Die russischen Sicherheitsdienste haben Zurkan Medienberichten zufolge bereits über einen längeren Zeitraum hinweg beschattet, bevor sie die Inhaftierung veranlassten.

Akkuyu zurzeit noch mit Unsicherheiten behaftet

Ein Gericht im Moskauer Bezirk Lefortowo soll über die 43-Jährige Untersuchungshaft verhängt haben. Der Managerin drohen im Fall einer Verurteilung wegen Spionage für ein anderes Land bis zu 20 Jahre Haft. Zurkan hatte in Moldawien ihre Universitätsausbildung abgeschlossen. Für Inter RAO war sie in der Zeit von 2010 bis 2011 in Moldawien, der Ukraine und Rumänien tätig.

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Bis März 2017 war sie im Vorstand jenes Unternehmens, das den Auftrag hat, das Kernkraftwerk Akkuyu als ersten Atomreaktor in der Türkei zu errichten, berichtet die türkische Tageszeitung Vatan am 21. Juni. Mit 51 Prozent ist der staatliche russische Energieversorger Rosatom Mehrheitseigner der Anteile am AKW Akkuyu, die übrigen 49 Prozent sollten unter dem türkischen Konsortium aufgeteilt werden, das mehrere unterschiedliche Konglomerate vereinigte.

Im Februar 2018 zogen die türkischen Partner sich jedoch aus dem Projekt mit der Begründung zurück, dass sie sich mit den Vertragsbedingungen nicht anfreunden konnten.

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