Nach Gipfel-Absage: Reaktionen zwischen Bedauern und Hoffnung - kein Kommentar von Kanzlerin Merkel

Nach Gipfel-Absage: Reaktionen zwischen Bedauern und Hoffnung - kein Kommentar von Kanzlerin Merkel
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (l.) und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin äußerten sich bei einer Pressekonferenz in St. Petersburg zur Absage des geplanten Gipfeltreffens in Singapur.
Südkoreas Präsident zeigt sich enttäuscht über das vorläufige Aus für den geplanten Gipfel zwischen dem US-Präsidenten und Nordkoreas Staatsoberhaupt. Bedauern und Mahnungen zur Diplomatie kamen aus Russland und Frankreich, Kanzlerin Merkel äußerte sich nicht.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in hat enttäuscht auf die Absage des Gipfeltreffens zwischen den USA und Nordkorea durch US-Präsident Donald Trump reagiert. Moon rief die politischen Führer beider Länder nach einer Dringlichkeitssitzung mit Ministern und Beratern in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in Seoul zu direkten Gesprächen auf. Es sei schwierig, ernste diplomatische Probleme durch den "jetzigen Weg der Kommunikation" zu lösen, wurde der 65-Jährige von seinem Büro zitiert. "Ich hoffe, die Länder werden diese Probleme durch einen direkteren und engen Dialog lösen."

Moon äußerte sein Bedauern, dass das Treffen nicht wie geplant am 12. Juni in Singapur stattfinde. "Die Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel und ein dauerhafter Frieden sind historische Aufgaben, die nicht abgelegt oder hinausgezögert werden können", sagte der südkoreanische Staatschef in Anspielung auf den Streit um das Atomprogramm Pjöngjangs. Erst am Dienstag war er in Washington, um mit Trump über die Bedingungen für einen erfolgreichen Gipfel in Singapur zu sprechen.

Nach der Absage des Gipfels machte US-Präsident Donald Trump (l.) deutlich, dass die US-Streitkräfte bereitstünden, sollte es nun militärische Aggressionen vonseiten Nordkoreas geben oder das Land

Putin bedauert die Absage und Macron hofft, dass es nur ein Zwischenfall war

Auch der russische Präsident Wladimir Putin bedauert nach eigenen Worten die Absage. Russland habe auf Fortschritte bei der Lösung des Atomkonflikts auf der Koreanischen Halbinsel gehofft, sagte Putin am Donnerstagabend in St. Petersburg. Der nordkoreanische Staatschef habe seine Versprechen vor dem Gipfel mit Trump gehalten und sogar Schachtanlagen aus dem Bereich seiner Atomforschung zerstört. "Und dann hörten wir von der Absage durch die USA", zeigte sich Putin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron enttäuscht.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt nach dem geplatzten Treffen auf weitere diplomatische Bemühungen. Er wünsche sich, dass der "begonnene Prozess zum Abbau der Spannung in der Region" und das Engagement für eine atomare Abrüstung weitergehen können, sagte Macron am Donnerstag in St. Petersburg, wo er am Internationalen Wirtschaftsforum teilnimmt.

Kanzlerin Merkel wollte sich auch auf Nachfragen nicht äußern

"Ich wünsche, dass das nur ein Zwischenfall in einem Prozess ist, der weitergehen muss", kommentierte der Franzose bei der gemeinsamen Pressekonferenz beider Staatschefs. Er habe keine weiteren Erläuterungen hinsichtlich der US-Entscheidung zur Absage des Gipfels erhalten und könne diese daher auch nicht bewerten.

Die Krise um Nordkorea hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkels elften Besuch in China überschattet. Die Bundeskanzlerin war in Peking mit Chinas Regierungschef Li Keqiang und Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammengetroffen. Zur Absage des geplanten Gipfeltreffens von Donald Trump mit dem nordkoreanischen Staatsoberhaupt Kim Jong-un durch den US-Präsidenten äußerte sich die Kanzlerin auch auf Nachfragen nicht.

Chinas Appell: Beide Seiten sollen Geduld bewahren und aufeinander zugehen

Die Volksrepublik China hat beide Seiten indes dazu aufgefordert, den Dialog fortzusetzen. Man habe die jüngsten "Drehungen und Wendungen" bei den Vorbereitungen des Treffens zur Kenntnis genommen, sagte der Pekinger Außenamtssprecher Lu Kang am Freitag zum Absage-Brief von US-Präsident an Kim Jong-un.

China sei nach wie vor der Ansicht, dass ein Treffen der beiden Staatschefs eine "Schlüsselrolle" im Atomstreit und bei der Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel spiele. "Wir hoffen, dass Nordkorea und die Vereinigten Staaten in dieser Situation Geduld bewahren, Freundlichkeit zum Ausdruck bringen und aufeinander zugehen", sagte Lu Kang weiter.

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(rt deutsch/dpa)

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