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Kuba: Akten zum Kennedy-Attentat belegen Pläne der USA zur biologischen Kriegsführung

Kuba: Akten zum Kennedy-Attentat belegen Pläne der USA zur biologischen Kriegsführung
Fidel Castro (R) winkt den Menschen in Havanna auf diesem Foto vom 8. Januar 1959. Castro und 81 andere Kämpfer begannen in 1956 einen revolutionären Kampf gegen das von den USA unterstützte Regime von Fulgencio Batista, der mit dem Triumph der Revolution am 1. Januar 1959 endete.
In 1975 stieß der ehemalige Kongressmitarbeiter Loch Johnson in einer Bibliothek auf einen geheimen Plan der USA zur biologischen Kriegsführung gegen Kuba. Die sogenannte "Operation Square Dance". Freigegebene Akten zum JFK-Attentat belegen die geplante Operation.

Die Veröffentlichung der sogenannten "JFK-Akten" im Oktober 2017 brachte keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse über das Attentat am 22. November 1963 in Dallas. Doch in der Flut der Dokumente finden sich dennoch hochbrisante andere Geschichten. So unter anderem auch eine Bestätigung zu Plänen des US-Militärs, biologische Waffen gegen Kuba einzusetzen. Schon im Jahr 1975 stolperte der Kongressmitarbeiter Johnson im Archiv der Bibliothek in Austin, Texas, über Dokumente, die eine biologische Kriegsführung der USA gegen Kuba skizzierten. 

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Der Hintergrund von Johnsons damaliger Suche waren drei getrennte, hochrangige Ermittlungen, die nach den Anhörungen zum Watergate-Skandal in 1975 eingesetzt wurden. Ziel war es, verdeckte und möglicherweise illegale Aktivitäten von US-Geheimdiensten, einschließlich Ermordungen, aufzudecken. Johnson arbeitete als Top-Assistent von dem demokratischen US-Senator Frank Church aus Idaho, dem Vorsitzenden des Senatsausschusses zur Untersuchung von Regierungsoperationen in Bezug auf Geheimdienstaktivitäten, dem sogenannten "Church Committee".

Die US-amerikanische Öffentlichkeit wusste, dass ihre Regierung ein, gelinde gesagt, angespanntes Verhältnis zu Kuba hatte, vor allem zu derem Führer Fidel Castro. Die USA hatten 1961 erfolglos eine paramilitärische Invasion in der kubanischen Schweinebucht (Playa Girón) versucht. Der Angriff durch kubanische Exilanten fand mit Unterstützung der CIA statt und endete für die rund 1.300 Angreifer in einem militärischen Fiasko.

Nur ein Jahr später kam die Welt an den Rand der nuklearen Apokalypse nach einem Showdown mit der UdSSR über Atomraketen, die von den Sowjets auf Kuba stationiert worden waren, die sogenannte "Kuba-Krise". Doch was die Öffentlichkeit damals nicht wusste und erst in späteren Jahrzehnten entdecken würde, war, dass die CIA neben weit verbreiteten Sabotageaktionen - wie dem Verbrennen von Zuckerrohrfeldern und der Sprengung von Kraftwerken – auch unzählige Attentate gegen Castro unternommen hatte, um die Regierung Kubas zu destabilisieren.

Unter dem Decknamen "Operation Mongoose" plante die CIA unter anderem auch zahlreiche Attentate auf den "Máximo Líder". Einige der Attentate waren exotischer Natur - ein vergifteter Taucheranzug, eine explodierende Muschel, eine explodierende Zigarre, Giftpillen und ein explodierender Stift. Der ehemalige kubanische Geheimdienstchef Fabian Escalante behauptete einmal, er habe sage und schreibe 638 Attentate auf Castro verhindert. Castro soll einmal gesagt haben:

Wenn das Überleben von Mordanschlägen eine olympische Disziplin wäre, würde ich die Goldmedaille gewinnen."

Eine überraschende Enthüllung im Zusammenhang mit den Attentaten war, dass die CIA auch eng mit der Mafia zusammengearbeitet hatte, um Castro zu eliminieren. Doch es waren nicht die Dokumente über Attentatspläne, die Johnson 1975 in der Bibliothek dermaßen in Staunen versetzten. Er stieß auf ein Memo vom 30. Oktober 1964 von den Joint Chiefs of Staff (JCS), einem Gremium, das unter anderem den US-Präsidenten und den US-Verteidigungsminister in militärischen Fragen beraten soll.

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In diesem Memo, eine Antwort auf eine frühere Anfrage des Präsidenten nach "neuen Ideen in Bezug auf Kuba", schlugen die Joint Chiefs ein Projekt mit dem Codenamen "Square Dance" vor. Worum ging es in dieser geheimen Aktion? Der Vorschlag sah die Zerstörung der kubanischen Wirtschaft durch die Einführung eines Zuckerrohrpflanzenparasiten namens Rafflesien (Bunga) aus der Luft vor. Das Programm würde mit einer Reduzierung der erwarteten kubanischen Zuckerproduktion um 30 Prozent beginnen und innerhalb von drei bis sechs Jahren den Ruin der Zuckerindustrie erreichen.

Aber das war noch nicht alles. Johnson zitierte direkt aus dem JCS-Memo:

Die durch diesen Angriff verursachten wirtschaftlichen und politischen Unruhen könnten durch Maßnahmen wie die Ausbreitung der Huf- und Klauenseuche (MKS) unter Zugtieren, die Eindämmung von Niederschlägen durch Wolkenaussaat, den Abbau von Zuckerrohrfeldern, das Verbrennen von Zuckerrohr und andere konventionelle Sabotageakte gegen die Zuckerrohrmahl- und Transportsysteme verschärft und ausgenutzt werden."

Die Maul- und Klauenseuche ist hoch ansteckend und betrifft Nutztiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Die Krankheit verursacht hohes Fieber, gefolgt von Blasen im Maul und in den Füßen des Tieres. Obwohl sie nur sehr selten Menschen betrifft, kann sie für die Landwirte verheerende wirtschaftliche Folgen haben. Die Eindämmung eines Ausbruchs in Großbritannien im Jahr 2001 kostete rund acht Milliarden Britische Pfund (rund 9,1 Milliarden Euro) an öffentlichen und privaten Ausgaben.

In ihrem Memo über die Operation "Square dance" erläuterten die US Joint Chiefs den strategischen Wert des Projekts: "[Square Dance] würde den Vereinigten Staaten eine weitere Möglichkeit bieten, den Zusammenbruch des Castro-Regimes herbeizuführen." Das von Johnson ausgegrabene Memo ist nicht der einzige Fall, in dem das US-Militär vorschlug, biologische Kriegsführung gegen Castros Kuba einzusetzen.

Die Deutsche Postbank AG ist ein deutsches Kreditinstitut mit Sitz in Bonn. Sie ist seit 2015 eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bank.

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Ein Dokument, das im Zusammenhang mit der Freigabe von den sogenannten "JFK-Akten" das Licht der Welt erblickte, stützt die Entdeckungen von Johnson. Es beinhaltet ein weiteres Memo von 1962, in dem die Möglichkeit diskutiert wurde, biologische Wirkstoffe einzusetzen, um Ernteausfälle zu provozieren, "die scheinbar natürlichen Ursprungs sind". Ein Memo der US-Armee von 1963, das kürzlich vom National Archives veröffentlicht wurde, listet eine Reihe von "Ideen zur Ausnutzung kubanischer Schwachstellen" auf, darunter die Einleitung eines "biologischen Kampfes gegen pflanzliches und tierisches Gewebe (außer menschliches)".

Ein Einsatz biologischer Kampfstoffe wäre ein klarer Verstoß gegen die Genfer Konventionen gewesen. Doch die USA zeigten schon früher wenig Hemmungen, zu derartigen Mitteln zu greifen, wie ein lange unterdrückter Untersuchungsbericht von internationalen Forschern zum Korea-Krieg aufzeigt. Auch der Umgang der USA mit dem Einsatz des Entlaubungsmittels "Agent Orange" während des Vietnam-Krieges spricht Bände über das "Schuldbewusstsein" im Land of the Free: Als eine Gruppe vietnamesischer Opfer gegen die US-amerikanischen Hersteller Klage einreichte, wurde sie im März 2005 abgewiesen.

Nach Ansicht des Richters war der Einsatz von Agent Orange keine chemische Kriegsführung und deshalb kein Verstoß gegen internationales Recht.

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