Al-Kaida-Chef ruft zum Dschihad gegen die USA wegen US-Botschaftsverlegung nach Jerusalem auf

Al-Kaida-Chef ruft zum Dschihad gegen die USA wegen US-Botschaftsverlegung nach Jerusalem auf
Das Gebäude der neuen US-Botschaft in Jerusalem, im Viertel Arnona: Zur Eröffnung gelten besonders scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Allein 1.000 Polizisten sind in der Nachbarschaft positioniert.
Israel stehen dramatische Tage bevor: Die USA wollen ihre Botschaft in Jerusalem eröffnen, die Palästinenser massiv dagegen protestieren. Nun meldete sich auch der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida zu Wort und rief Muslime zum Dschihad gegen die USA auf.

In einem international nicht unumstrittenen Schritt eröffnen die USA am Montag ihre Botschaft in Jerusalem. US-Präsident Donald Trump hatte die sowohl Juden als auch Muslimen heilige Stadt im Dezember ohne Abstimmung mit westlichen Partnern oder der UNO als Hauptstadt Israels anerkannt. Schwere Unruhen in den Palästinensergebieten folgten. Die israelische Seite feiert den Schritt dagegen als großen politischen Triumph.

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Neben den USA haben seither unter anderem auch Paraguay, Guatemala und Honduras angekündigt, ihre Botschaften zu verlegen. In Europa gibt es vor allem in Tschechien, Ungarn und Rumänien starke Bestrebungen, diesen Schritt zu setzen.  

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu rief am Sonntagabend alle Länder dazu auf, ihre Vertretungen ebenfalls nach Jerusalem zu verlegen. Dies sei der richtige Schritt und diene dem Frieden, sagte er bei einer Feier mit US-Repräsentanten im israelischen Außenministerium in Jerusalem. "Man kann die Basis für Frieden nicht auf einer Lüge aufbauen", sagte der Regierungschef nach Angaben des Außenministeriums.

US-Finanzminister Steven Mnuchin war am Sonntag an der Spitze einer großen Delegation in Israel angekommen. Auch die Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner sind am Montag bei der Eröffnung der US-Botschaft dabei.

Al-Kaida-Chef bezeichnete die Palästinensische Autonomiebehörde als "Verkäufer Palästinas"

Unmittelbar vor der Einweihung der US-Vertretung in Jerusalem rief der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, Muslime einmal mehr zum Dschihad ("Heiligen Krieg") gegen die USA auf. Die Entscheidung der Amerikaner, ihre Botschaft von Tel Aviv-Jaffa nach Jerusalem zu verlegen, habe gezeigt, dass Verhandlungen und "Beschwichtigungen" den Palästinensern nichts gebracht hätten, sagte Sawahiri am Sonntag laut dem auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmen SITE.

Ein Arbeiter bereitet das Gebäude der neuen US-Botschaft in Jerusalem für die Eröffnungsfeier am 14. Mai 2018 vor.

Ein Verbleib in der westisraelischen Großstadt scheint jedoch auch nicht seinen Gefallen zu finden: Sein Aufruf erfolgte in einer knapp fünfminütigen Video-Botschaft mit dem Titel "Tel Aviv ist auch ein Land der Muslime".

Der Palästinensischen Autonomiebehörde warf Sawahiri in der Botschaft demnach vor, ein "Verkäufer Palästinas" zu sein. Seine Anhänger rief er auf, zu den Waffen zu greifen. Den US-Präsidenten Donald Trump bezichtigte er, "das wahre Gesicht des modernen Kreuzzugs enthüllt" zu haben. Dieses zeige, dass "Beschwichtigungen" nicht funktionierten, "sondern nur Widerstand" durch "Dschihad", so Sawahiri.

Israel hat 1980 ganz Jerusalem zu seiner "ewigen, unteilbaren Hauptstadt" erklärt, die Palästinenserorganisationen fordern den 1967 von Israel eroberten Ostteil als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

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