Frühling in Fernost: Erstes Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump nimmt Formen an

Frühling in Fernost: Erstes Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump nimmt Formen an
Bereits am Mittwoch trafen der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un und der US-Außenminister Mike Pompeo zusammen.
Das erste Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea wird weltweit seit Wochen mit Spannung erwartet. Jetzt wird es mit der Festlegung der Termins konkreter. Alle sind erleichtert, aber einer schweigt.

Nordkoreas Nachbarländer haben die Festlegung des Termins für das historische Gipfeltreffen zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump begrüßt. Südkorea, China und Japan äußerten am Freitag zugleich ihre Hoffnung auf konkrete Fortschritte im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm.

Kaum gewonnen, schon zerronnen? US-Präsident Trump ruiniere die soeben erst im Entstehen begriffene Atmosphäre des Dialogs durch Irreführung der öffentlichen Meinung und Drohungen, warnte Pjöngjang.

Nach wochenlangen weltweiten Spekulationen über den Verhandlungsort hatte Trump am Donnerstag mitgeteilt, er werde mit Kim am 12. Juni in Singapur zusammenkommen. Aber Nordkorea schwieg zunächst zu den Nachrichten über konkrete Termin-Absprachen.

Jährliches Manöver findet trotz Gesprächsplänen statt

Ungeachtet der Entspannungssignale vonseiten Nordkoreas starteten die USA und Südkorea am Freitag eine zweiwöchige Luftverteidigungsübung. Das jährliche Manöver "Max Thunder" habe wie geplant begonnen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. An dem Manöver nehmen nach Berichten südkoreanischer Medien etwa 100 Kampfflugzeuge teil.

Der schon seit Wochen geplante amerikanisch-nordkoreanische Gipfel ist weltweit mit großen Hoffnungen auf eine dauerhafte Entspannung auf der koreanischen Halbinsel verbunden. Dabei geht es um eine friedliche Lösung des Atomstreits mit Nordkorea, der einer der gefährlichsten Konflikte der internationalen Politik ist.  

Die USA und ihre Verbündeten Südkorea und Japan fordern von der kommunistischen Führung in Pjöngjang einen dauerhaften Verzicht auf Atomwaffen. Nordkorea, das den USA eine "feindselige Politik" vorwirft, verfügt nach eigenen Angaben über Interkontinentalraketen, die einen Atomsprengkopf bis auf das US-Festland befördern können.

Wir hoffen, die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Schaffung eines dauerhaften Friedens werden erfolgreich sein", erklärte ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul nach der Bekanntgabe des Gipfel-Termins. 

Peking erwartet konkrete Schritte zur Denuklearisierung

Auch China äußerte sich zufrieden über die voranschreitenden Planungen. Peking erwarte, dass das Treffen zwischen Trump und Kim einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Denuklearisierung leisten werde, sagte Außenamtssprecher Geng Shuang.

Kim war zuletzt binnen weniger Wochen zweimal zu Gesprächen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping nach China gereist. Die Treffen galten auch als Versuche Kims, die infolge des Atomstreits abgekühlten Beziehungen zum langjährigen Verbündeten zu verbessern und sich Rückhalt für seine Gespräche mit Trump zu holen. 

Trump und Kim äußerten in den vergangenen Tagen demonstrative Zuversicht.

Wir werden beide versuchen, dies zu einem sehr besonderen Augenblick für den Weltfrieden zu machen", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter, als er den Gipfel-Termin bekanntgab. 

Singapur setzte sich gegen alle anderen potenziellen Austragungsorte durch

Kim hatte nach Berichten der Staatsmedien gegenüber US-Außenminister Mike Pompeo bei einem Treffen am Mittwoch in Pjöngjang geäußert, dass er in dem Gipfel mit Trump eine historische Chance sehe. Kim hatte zugleich die Freilassung dreier Amerikaner angeordnet, die in dem abgeschotteten Land wegen des Vorwurfs staatsfeindlicher Aktivitäten festgehalten worden waren. Diese Maßnahme, die von Trump als Geste des guten Willens gewürdigt wurde, hatte der Zusammenkunft mit Kim weiter den Weg geebnet. 

Als Gipfelort setzte sich Singapur gegen einige Konkurrenz von anderen Städten in Asien und Europa durch. Sowohl Nordkorea als auch die USA haben in Singapur eine Botschaft. Das macht die Organisation leichter. Zudem gilt der südostasiatische Stadtstaat, was die Gefahr von Anschlägen angeht, als extrem sicheres Pflaster.

(dpa/rt deutsch)

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