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Serbiens Präsident Vucic in Türkei und Russland: Wirtschaftliche Beziehungen und Kosovo als Themen

Serbiens Präsident Vucic in Türkei und Russland: Wirtschaftliche Beziehungen und Kosovo als Themen
Nach seinem Besuch in der Türkei reiste der serbische Präsident Aleksandar Vucic nach Moskau zu einem zweitägigen Besuch. Mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin soll er über das Kosovo sowie den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen gesprochen haben.
Zweitägige Reise nach Russland, zuvor ein Besuch in der Türkei: Der serbische Präsident Aleksandar Vucic führt eine diplomatische Offensive. Beratungen bezüglich der Kosovo-Frage stehen auf der Agenda, vor allem aber die wirtschaftlichen Beziehungen.

Der serbische Staatschef Aleksandar Vucic nahm an der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau teil. Zusammen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu ging Vucic anschließend zum Grab des Unbekannten Soldaten und legte einen Kranz nieder. Sein Moskau-Besuch erfolgt gleich im Anschluss an seinen zweitägigen Aufenthalt in der Türkei. 

Die Beziehungen zwischen Belgrad und Ankara sind so gut wie nie zuvor. Auch in den letzten Tagen war dies in Serbien von allen Seiten zu hören, sowohl von Vertretern der serbischen Regierung als auch vom türkischen Botschafter in Belgrad. Dass dies zutrifft, davon zeugen auch die Ergebnisse des Besuchs. Das türkische Bauunternehmen Taşyapi soll nun eine Schnellstraße zwischen der serbischen Hauptstadt Belgrad und der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas Sarajevo bauen, eine Absichtserklärung dazu wurde schon unterschrieben. Es soll sich dabei um eines der wichtigsten zukünftigen Projekte auf dem Westbalkan handeln.  

Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) hat Serbien ihre Unterstützung auf dem Weg in die EU zugesagt. Nach einem Treffen mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić Ende Februar in Berlin wies sie nochmals darauf hin, dass der Konflikt mit dem Kosovo beigelegt werden sollte.

Ankara könnte zum wichtigsten wirtschaftlichen Partner Belgrads werden

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind mittlerweile auf einem Höchststand angelangt. Im letzten Jahr erreichte das bilaterale Handelsvolumen die Rekordsumme von 999 Millionen Euro, ließ die serbische Wirtschaftskammer mitteilen. Serbien exportierte demzufolge Waren im Wert von 273,2 Millionen Euro, während das Land Güter im Wert von 725,4 Millionen Euro aus der Türkei importiert habe. In den kommenden Jahren streben die beiden Länder danach, eine Gesamtsumme von mindestens drei Milliarden Euro zu erreichen. Damit könnte Ankara zum wichtigsten wirtschaftlichen Partner Belgrads werden, noch vor Deutschland, Italien, Bosnien-Herzegowina und Russland.

Serbien ist für uns ein Partnerland, das für den Frieden und die Stabilität auf dem Balkan von entscheidender Bedeutung ist", sagte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Es bestehe ein hohes Interesse an der Weiterentwicklung der Beziehungen auf allen Feldern wirtschaftlicher Zusammenarbeit.

Aber nicht nur ökonomische Aspekte wurden in Ankara besprochen. Auch die Kosovo-Frage und deren mögliche baldige Lösung standen auf der Agenda. Sowohl mit dem türkischen als auch mit dem russischen Kollegen hat sich der serbische Staatschef zu diesem Thema beraten. In den nächsten Wochen will Vucic ein Papier für eine mögliche Lösung vorstellen. Viele in Serbien vermuten, dass die in letzter Zeit mehrfach erwähnte Teilung des Kosovos ein mögliches Thema gewesen sein könnte.

Annäherung Ankaras an Moskau und Belgrad verlangt Neupositionierung Pristinas

Albanische Medien beschäftigten sich ebenfalls mit dem Besuch des Serben in Ankara und Moskau. Nach Ansicht der Analysten setzt der Besuch von Vucic auch das Kosovo unter Druck. In Belgrad wird ein neues Abkommen mit Pristina erwartet und Vucic bittet um russische und türkische Unterstützung bei der Umsetzung eines Planes zur Teilung des Kosovo. Albanische Analysten meinen, dass jetzt auch die Beziehungen zwischen Albanien, dem Kosovo und der Türkei neu positioniert werden müssen. Je näher Ankara an Belgrad und Moskau rückt, desto weiter geht es weg von Tirana und Pristina.  

In Moskau soll auch der Druck des Westens auf den EU-Kandidaten Serbien ein Thema gewesen sein. Die Europäische Union hatte jüngst den West-Balkan-Staat dazu aufgefordert, seine Außenpolitik stärker mit Brüssel abzustimmen. Belgrad wiederum lehnt es ab, gegen Russland Sanktionen zu verhängen.

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