Grönland: Mithilfe Chinas und des Klimawandels in die Unabhängigkeit

Grönland: Mithilfe Chinas und des Klimawandels in die Unabhängigkeit
Wahlplakate in Grönlands Hauptstadt Nuuk, 19. April 2018.
Am Dienstag wurde in Grönland gewählt. Viele fordern die Unabhängigkeit von Dänemark und hoffen auf chinesische Finanzhilfen. Durch den Klimawandel werden Rohstoffvorkommen freigelegt. Eine Abhängigkeit von China wollen die Grönländer allerdings vermeiden.

Politisch gesehen ist die größte Insel der Erde Teil des Königreichs Dänemark. Heute beschränkt sich der dänische Einfluss auf die Außen- und Verteidigungspolitik, und doch ist er vielen Einwohnern zu groß. Sie wollen sich ganz von Dänemark lossagen. Die Amerikaner unterhalten Militärstützpunkte auf der Insel.

Das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte zählt rund 56.000 Einwohner. Grönland blickt in den Fernen Osten nach China und hofft auf Hilfe von dort für seine Unabhängigkeitsbestrebungen. Peking könnte das Haushaltsdefizit ausgleichen, würden die jährlichen 500 Millionen Euro wegfallen, mit welchen Dänemark Grönland unterstützt. 

Ein Kandidat der grönländischen Partii Naleraq, welche sich für die Unabhängigkeit ausspricht, sagte dazu:

Wir wollen raus aus der Opferrolle. Deshalb wollen wir 2019 eine Abstimmung, um herauszufinden, ob es eine Mehrheit für die Unabhängigkeit gibt - und eine endgültige Entscheidung 2021.

Öl, Uran und seltene Erden werden langsam durch die Klimaerwärmung freigelegt, was das Interesse der Chinesen anzieht. Letztes Jahr warb Regierungschef Kim Kielsen in China um Investitionen in seiner Heimat. Er hat Chancen auf eine Wiederwahl.

Erste Projekte mit chinesischer Beteiligung zur Erschließung von Ressourcen gibt es bereits. Man setze aber weiter auf gute Beziehungen zu den USA und Dänemark. Eine Abhängigkeit von China müsse vermieden werden. Im Jahr 2013 kippte das Parlament Grönlands ein Verbot für den Uranabbau. London Mining, ein britisches Unternehmen, erhielt sogleich eine Lizenz für eine Erzmine. Die Hoffnungen der Einwohner, die zu 90 Prozent vom Fischfang abhängig sind, erfüllten sich nicht. Das Großprojekt wurde nicht umgesetzt.

Das ZDF zitiert den Grönland-Experten der dänischen Universität Aalborg, Ulrik Pram Gad:

(Erkundungsprojekte) könnten den Weg für große Bergbauvorhaben ebnen, die eine wesentliche Rolle in der nationalen Wirtschaft spielen würden. Doch damit das klappt, brauchen wir chinesische Investoren.

Im Südwesten der Insel plant eine australische Firma, gemeinsam mit einer chinesischen Uran abzubauen.

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