Neue Entwicklung im Fall Skripal: Gift soll "in flüssiger Form" verabreicht worden sein

Neue Entwicklung im Fall Skripal: Gift soll "in flüssiger Form" verabreicht worden sein
Laut britischen Ermittlern seien der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia mit einem Gift "in flüssiger Form" angegriffen worden.
Zuerst hieß es, das vermeintliche Gift sei in Blumen auf dem Friedhof gewesen. Jetzt wurde mitgeteilt, das Hauptziel der Attacke sei das Haus der Skripals gewesen. Das Gift soll "in flüssiger Form" verabreicht worden sein. Der Friedhof sei nicht kontaminiert.

Der chemische Kampfstoff, mit dem der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet worden seien, sei "in flüssiger Form" verabreicht worden, teilte das britische Umweltministerium mit. Eines der Hauptziele der Angreifer soll das Haus der Skripals gewesen sein. Der Friedhof "London Road", auf dem die Ehefrau und der Sohn des ehemaligen russischen Doppelagenten begraben sind, soll nicht angegriffen worden sein.

Das Ministerium für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft (DEFRA) habe ausführliche Anstrengungen unternommen, um die Gebiete von Salisbury, in denen der chemische Wirkstoff gefunden wurde, zu dekontaminieren sowie weitere Einzelheiten über das Gift selbst herauszufinden. Man gehe davon aus, dass die Reinigungsarbeiten Monate in Anspruch nehmen könnten.

Julia Skripal vor ihrer Vergiftung.

Das DEFRA ließ mitteilen, dass insgesamt neun Standorte gereinigt werden müssten, darunter die Rettungswache, das Haus der Skripals sowie verschiedene Orte im Stadtzentrum, darunter das Pub "Mill"und das Restaurant "Zizzi", wo die Skripals waren, bevor sie kurze Zeit später in katatonischem Zusand entdeckt wurden. Fast 200 Soldaten hülfen bei den Reinigungsarbeiten, die voraussichtlich mehrere Monate andauern würden.

Polizeiabsperrung auf dem Friedhof von Salisbury wurde aufgehoben

Das Einkaufszentrum, in dem Vater und Tochter auf einer Bank gefunden worden seien, das Restaurant "Zizzi" und das Ashley-Wood-Gelände, wo sich Skripals Auto am Tag des Angriffs befunden hatte, seien von den polizeilichen Ermittlungen freigegeben worden.

Am Dienstag wurde die Polizeiabsperrung auf dem Friedhof von Salisbury aufgehoben. Es war der erste Bereich, der wieder für die Öffentlichkeit geöffnet wurde, nachdem die Tests gezeigt hatten, dass er nicht durch das Nervengas kontaminiert war.

Sergej und Julia Skripal wurden am 4. März auf einer Bank im Einkaufszentrum Maltings in der englischen Stadt Salisbury entdeckt. Sie sollen nach Angaben der britischen Behörden mit dem Nervengas Nowitschok vergiftet worden sein. Die 33-Jährige wurde Anfang des Monats aus dem Krankenhaus entlassen und soll sich nach einem Medienbericht in einer Militärbasis befinden. Ihr Vater wird weiterhin im Krankenhaus behandelt. 

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