Trotz der Luftangriffe: OPCW-Experten werden ihre Untersuchungen in Syrien durchführen

Trotz der Luftangriffe: OPCW-Experten werden ihre Untersuchungen in Syrien durchführen
Aufnahme von einem zerstörten Forschungszentrum in Damaskus, das von US-geführten Luftangriffen getroffen wurde.
Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) sind gestern in Damaskus eingetroffen. Ihre Ermittlungen zum mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma wollen sie trotz der US-geführten Luftangriffe durchziehen. Sie sollen 30 Tage dauern.

Ungeachtet der Luftangriffe auf Ziele in Syrien, die in der Nacht von Freitag zu Samstag von den NATO-Staaten USA, Großbritannien und Frankreich durchgeführt wurden, wollen die Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ihren Einsatz zur Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffs im Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus fortsetzen. Das teilte die Organisation in Den Haag mit. Die OPCW-Inspekteure waren am Samstag in Damaskus eingetroffen.

Die Untersuchungskommission soll den angeblichen Einsatz von Chemiewaffen vor einer Woche in der Stadt Duma in der Region Ost-Ghuta überprüfen. Nach Aussagen islamistischer Aufständischer und der mit ihnen verbündeten "Weißhelme" sollen bei einem Angriff mit Chlorgas durch die syrische Armee Dutzende Zivilisten getötet worden sein.

Damaskus hat den Vorwurf stets als "inszeniert" zurückgewiesen. Russland und Syrien hatten eine Entsendung von OPCW-Experten gefordert, um eine Untersuchung der Anschuldigungen vor Ort durchführen zu können.

Boden- und Gewebeproben, aber auch Augenzeugen und medizinisches Personal als Beweismittel

Zu dem eingetroffenen Team gehören unter anderem Chemiker, Mediziner sowie Waffenexperten. Sie sollen nicht nur Boden- und Gewebeproben sammeln und analysieren, sondern haben auch ein Mandat, Augenzeugen, Opfer sowie medizinisches Personal zu befragen.

Die OPCW "kann und wird keine Informationen über eine laufende Untersuchung veröffentlichen", heißt es in der am Samstag veröffentlichten Erklärung. Gründe dafür seien die Integrität der Untersuchung und ihrer Ergebnisse sowie die Sicherheit der eingesetzten Experten. Alle Seiten seien aufgefordert, die Vertraulichkeit zu wahren, die für eine "gründliche und ungehinderte Untersuchung" nötig sei. Die Ermittler sollen ihren Bericht binnen 30 Tagen dem Exekutivrat der OPCW übergeben.

Bereits gestern verurteilte Russland auf Schärfste den Angriff Großbritanniens, Frankreichs und der USA, mittels dessen diese auch die Experten-Untersuchung missachtet hätten. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte: "Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen entsandte ihre Experten nach Syrien, um alle Umstände zu untersuchen. Aber eine Gruppe westlicher Länder ignorierte dies zynisch und unternahm eine militärische Aktion, ohne auf das Ergebnis der Untersuchung zu warten."

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