Krieg im Jemen: UNO fordert Saudi-Arabien zu einer politischen Lösung auf

Krieg im Jemen: UNO fordert Saudi-Arabien zu einer politischen Lösung auf
UN-Generalsekretär Antonio Guterres (r.) hat den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman am Dienstag in New York getroffen. Er forderte von Riad Bemühen um politische Lösung des Jemen-Kriegs
Die Vereinten Nation warnen vor einer Rückkehr der Cholera im Jemen. Zudem zeigt ein nun veröffentlichter UNICEF-Bericht, dass wegen des andauernden Kriegs zwei Millionen Kinder nicht zur Schule gehen können. Nächste Woche findet eine Geber-Konferenz für den Jemen statt.

Unter der Führung Saudi-Arabiens bombardiert eine Militärkoalition seit mehr als drei Jahren Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen. Mehr als 10.000 Menschen wurden seit Beginn des Krieges im März 2015 getötet. Ein Ende dieses furchtbaren Konflikts ist auch nach mehr als 10.000 Toten und einer beispiellosen humanitären Katastrophe nicht in Sicht. Diese Woche forderte der UN-Generalsekretär Antonio Guterres den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman auf, zu einer politischen Lösung des Konflikts im Jemen beizutragen.

Im Namen seines Landes und der Vereinigten Arabischen Emirate überreichte der Kronprinz Mohammed dem UN-Generalsekretär am Dienstag in New York einen Scheck in Höhe von 930 Millionen Dollar, umgerechnet 749 Millionen Euro, als humanitäre Hilfe für die Menschen im Jemen. Guterres bedankte sich, machte aber auch zugleich deutlich, dass dies nicht ausreiche. "Es gibt keine humanitäre Lösung für humanitäre Probleme", sagte Guterres. "Die Lösung ist politisch und wir stehen Ihnen voll und ganz zur Verfügung, um eine Lösung zu finden", die "das Leiden im Jemen beendet", so Guterres. 

Kronprinz Mohammed: Saudi-Arabien habe sich immer an internationales Recht gehalten 

Kronprinz Mohammed sagte in New York laut Übersetzung, sein Land tue, was es könne, "um die Probleme im Nahen Osten politisch zu lösen". Wenn "die Dinge außer Kontrolle geraten, versuchen wir so sehr, wie wir können, alle anderen Auswirkungen zu vermeiden", fügte er hinzu. Saudi-Arabien habe sich immer an internationales Recht gehalten und werde dies auch weiterhin tun.

Weil immer wieder Kinder bei den Angriffen starben, setzte die UNO im Oktober vergangenes Jahr die Militärkoalition auf eine schwarze Liste über Verletzungen von Kinderrechten. Ein nun veröffentlichter Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF zeigt auch, dass wegen des andauernden Krieges zwei Millionen Kinder nicht zur Schule gehen können. Seit März 2015 sei die Zahl um fast eine halbe Million gestiegen, heißt es im UNICEF-Report "If not in school" ("Wenn wir nicht in die Schule gehen").

Der saudische Thronnachfolger und der oberste Staatslenker der Vereinigten Staaten trafen sich im Oval Office, wo sie anhand einer übergroßen Grafik die Waffengeschäfte bewundern konnten.

Zudem habe sich laut UNICEF die Zahl der Kinder mit lebensgefährlicher akuter Mangelernährung in den letzten drei Jahren im Jemen auf über 400.000 Kinder verdoppelt. "Die Gefahr einer Hungersnot ist weiter da", sagte Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika nach einem Besuch im Süden und Norden des Landes. 

Rückkehr der Cholera mit dem Beginn der Regenzeit sei zu befürchten

"Im vergangenen Jahr wurden jeden Tag mindestens fünf Mädchen oder Jungen getötet oder schwer verletzt. Es gab massive Ausbrüche von Cholera und Diphtherie, an denen hunderte Kinder starben", erklärte Cappelaere. Mit dem Beginn der Regenzeit in wenigen Wochen müsse ohne massive Hilfe von außen mit einer Rückkehr der Cholera gerechnet werden. Die Krankheit, bei der sich im vergangenen Jahr den Angaben zufolge mehr als eine Million Menschen in dem bitterarmen Land ansteckten und die schon eingedämmt schien, werde wiederkommen.

Derzeit bemüht sich die UNO um eine Wiederbelebung der politischen Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts. Nächsten Dienstag findet in Genf eine Geber-Konferenz für den Jemen statt, an der auch der UNO-Generalsekretär Guterres teilnehmen soll.

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(rt deutsch/afp)