Putin führt in den vorläufigen Wahlhochrechnungen: Erste Reaktionen der Auslandspresse

Putin führt in den vorläufigen Wahlhochrechnungen: Erste Reaktionen der Auslandspresse
Der bisherige Präsident Russlands Wladimir Putin bei der Stimmenabgabe am 18. März 2018
Die Presse in der westlichen Hemisphäre äußerte sich bereits zu den ersten Hochrechnungen, obwohl erst knapp über 21 Prozent der Stimmen (Moskauer Zeit 20:30 Uhr) ausgezählt wurden. Diese bisherigen Stimmen halten sich mit ihrer Freude zurück. Die endgültigen Ergebnisse folgen am Montag.

Zum einen hat Die Welt bereits am Sonntagabend  klar von einer "vierten Wiederwahl" Wladimir Putins geschrieben. Zum anderen gehe der bisherige Präsident Russlands "gestärkt für den ernsten Konflikt mit dem Westen" aus der Wahl hervor. Die Zeitung erinnert an die verschiedenen Konfrontationslinien, in die Russland bereits vor der Wahl verwickelt war: Der Giftanschlag auf den pensionierten russisch-britischen Agenten Sergei Skripal sei zu nennen sowie die kürzlich verhängten US-Sanktionen für die angebliche russische Einmischung in die US-Wahlen im Jahr 2016. Die Verantwortung für beide Ereignisse wird von der russischen Führung klar dementiert. Für beide Anschuldigungen fehlten bisher jegliche Beweise.

Der russische Präsident wurde wiedergewählt. Auf dem Bild: Putin am 18. März nach Bekanntgabe der ersten Wahlergebnisse.

Weitere Berichterstattung

Die US-amerikanische Tageszeitung The Wall Street Journal fertigte einen Bericht an, der sich besonders auf einzelne Wählerstimmen konzentrierte. Einige Unterstützer Putins kamen zu Wort. Ein von der Zeitung befragter Herr Semjonow soll gesagt haben:

Ich glaube an Putin, aber meine Brieftasche glaubt nicht an Putin. Ich möchte glauben, dass er Russland in seiner letzten Amtszeit eine glänzende Zukunft beschert und all die Dinge erreicht, denen er sich er bisher nicht annahm."

Die Zeitung zählt einige weitere solcher Stimmen auf und vermengt die Recherche mit Expertenstimmen, die sich zu Wirtschaftsfragen innerhalb Russlands äußern. Demnach soll sich laut dem Ökonom Neil Shearing von der Londoner Firma Capital Economics in Russland wirtschaftlich grundlegend nichts ändern.

Des weiteren ist die Rede von "wachsendem Protest" innerhalb Russlands der letzten Jahre, der aber schwache Aussichten haben werde "dem Kreml Schwierigkeiten zu bereiten". Diese Annahme verbinden die US-amerikanischen Autoren mit dem Schicksal des Oppositionellen Alexei Nawalny und dessen Unterstützern. Nawalny plädiert darauf, dass die rechtlichen Vorkehrungen gegen ihn politisch motiviert seien, erklärte das Blatt.

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Internationale Beziehungen bleiben gereizt?

Alle Stimmen scheinen sich einig zu sein in der Annahme, dass die Beziehungen der westlichen Länder zu Russland sehr angespannt sind und es in absehbarer Zeit auch bleiben werden. Mit dem russisch-britischen Streit um den Fall Skripal sowie der US-Sanktionen gegen Russland sind lediglich zwei Probleme genannt. Die Spannungen mit der Ukraine wegen des Donbass, des Gasstreits und des Anschlusses der Halbinsel Krim zur Russischen Föderation im Jahr 2014 bereiten keine Gelegenheiten zur verhandelbaren Friedenssicherung und Zusammenarbeit. Die Erweiterung der NATO-Ostflanke mit Polen als stärksten, regionalen Befürworter ist ein weiteres wachsendes Problem.

Die endgültigen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl in der Russischen Föderation werden am Montag bekannt gegeben.

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