Nikolai Gluschkow in London gestorben – Tod steht nicht mit Skripal-Vorfall in Verbindung

Nikolai Gluschkow in London gestorben – Tod steht nicht mit Skripal-Vorfall in Verbindung
Britische Polizei vor einem Haus in dem Vorort New Malden in südwestlichen Londoner Bezirk Kingston. Bei dem Haus soll die soll es sich um die Wohnadresse des russischen Geschäftsmannes Nikolay Glushkov handeln.
Ein russischer Geschäftsmann und Mitarbeiter des einstigen Milliardärs Boris Beresowski, Nikolai Gluschkow, ist in London gestorben. Die Polizei behandelt seinen Tod als "ungeklärt", gibt aber an, dass er nicht mit dem Vergiftungsfall des Ex-Doppelagenten in Verbindung stehe.

Gluschkow starb in seinem Haus in London, sagte Damian Kudryavtsev, Vorstandsmitglied der russischen Zeitung Wedomosti, dem russischen Radiosender Govorit Moskva und zitierte einige "gemeinsame Freunde", die er mit dem Verstorbenen hatte. Er sagte auch, dass ihm die Ursache des Todes von Gluschkow unbekannt sei.

In der Zwischenzeit bestätigte die britische Polizei den Tod eines Mannes "in den Sechzigern", der in der Clarence Avenue im Stadtteil New Malden lebte – Gluschkows Londoner Wohnadresse.  Polizei erklärte auch, dass sie den Tod als "ungeklärt" behandeln, und fügte hinzu, dass eine Anti-Terror-Abteilung den Vorfall wegen der "Verbindungen" untersucht, die der verstorbene Mann vermutlich gehabt habe, berichtet Reuters.

Gleichzeitig stellte die Polizei fest, dass es "keine Beweise" gebe, die darauf hindeuten, dass der Tod des Mannes in irgendeiner Weise mit dem "Vorfall in Salisbury" in Verbindung stehe.  Die Polizei meint damit den Vorfall, bei dem vor kurzem der ausgetauschte russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Yulia vergiftet wurden.

14. März 2018.

Trotz der polizeilichen Aussage scheint der Tod des Geschäftsmannes eine weitere Welle von Hysterie und Verschwörungstheorien in den sozialen Medien ausgelöst zu haben.

Gluschkow war ein russischer Geschäftsmann, der in den 1990er-Jahren eng mit Beresowski zusammenarbeitete. Er war stellvertretender CEO in einer Reihe von russischen Unternehmen, darunter auch Aeroflot, Russlands größte Fluggesellschaft.

Im Jahr 1999 wurde er des Betrugs, der Unterschlagung und der Geldwäsche beschuldigt. Im Jahr 2004 wurde er zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Im Jahr 2010 floh er nach Großbritannien, wo ihm politisches Asyl gewährt wurde. Im Jahr 2017 überprüfte ein Moskauer Gericht seinen Fall und er wurde in Abwesenheit zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, weil er in den 1990er-Jahren bis zu 123 Millionen Dollar von Aeroflot gestohlen hatte.

Sein enger Mitarbeiter, Beresowski, wurde auch in mehreren Betrugs- und Unterschlagungsfällen für schuldig befunden, die im Fokus der Öffentlichkeit standen. Der Industriemagnat, der einst zu den reichsten Menschen Russlands gehörte, floh im Jahr 2000 aus Russland, als er mit einer Strafanzeige konfrontiert wurde. Im Jahr 2013 wurde Beresowski tot in seinem Haus in Großbritannien aufgefunden, er hatte offenbar Selbstmord begangen.

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