Wettrüsten: Israelischer Minister warnt vor nuklearen Ambitionen Saudi-Arabiens

Wettrüsten: Israelischer Minister warnt vor nuklearen Ambitionen Saudi-Arabiens
Saudische Zeitungen sähen Angst vor Iran nach dem Atom-Deal - bewaffnen sich die Saudis nun selber nuklear?
In einer Rede vor dem Jahrestreffen des US-amerikanisch-israelischen Lobbyverbandes AIPAC hat Israels Bildungsminister Naftali Bennett vor einem Rüstungswettlauf in der Region gewarnt. Der Atomdeal mit dem Iran wecke auch in Riad Begehrlichkeiten.

Im Rahmen der jährlichen Konferenz des überparteilichen Lobbyverbandes "Amerikanisch-israelischer Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten" (AIPAC) in Washington, D.C. hat Israels Erziehungsminister Naftali Bennett, der auch Mitglied des Kabinetts für Diplomatie und Sicherheit seines Landes ist, am Montag vor einem möglichen Rüstungswettlauf im Nahen Osten gewarnt. Dies berichtet die Zeitung Israel Hayom.

In diesem Zusammenhang warnte der Politiker von der nationalkonservativen Partei "Jüdisches Heim" vor nuklearen Ambitionen Saudi-Arabiens. Diese seien eine Folgewirkung des 2015 abgeschlossenen Atomvertrages mit dem Iran, der als Erzrivale Riads gilt. Nach Überzeugung der israelischen Regierung lässt das so genannte 5+1-Abkommen Teheran nur Zeit gewinnen, um ein eigenes Atomwaffenarsenal zu entwickeln.

"Strukturelle Instabilität in der gesamten Region"

Trotz der vor dem Hintergrund der gemeinsamen Gegnerschaft zum Iran in den letzten Monaten entspannteren Beziehungen zu Saudi-Arabien warnt der Minister vor einem weiteren Eskalationspotenzial. Bennett erklärte auf eine Frage zu dem Atomdeal:

Saudi-Arabien versucht bereits, Möglichkeiten zur Anreicherung von Uran zu schaffen. Zwar ist es heute ein wohlwollendes Regime gegenüber dem Westen, aber es gibt im Nahen Osten und in den arabischen Ländern eine strukturelle Instabilität. […] Iran, Saudi-Arabien oder irgendein anderer Staat darf deshalb keine nuklearen Fähigkeiten erlangen.

Israels Erziehungsminister, dessen Partei Umfragen im Falle von Neuwahlen einen Mandatszugewinn vorhersagen, schwor das Publikum auf einen Konfrontationskurs gegen den Iran ein:

Wir müssen etwas in unserem Bewusstsein ändern - es ist Zeit, den iranischen Oktopus an seiner Wurzel zu bekämpfen, nicht nur die Tentakel im Libanon, in Syrien und in Gaza.

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Vor etwa 3.000 Besuchern rief Bennett dazu auf, die operationalen Kapazitäten des Iran ins Visier zu nehmen. Er dankte den AIPAC-Teilnehmern für ihren Einsatz zu Gunsten einer Gesetzgebung des US-Kongresses gegen die iranische Elitetruppe der "Revolutionsgarden".

Schulterschluss mit Diaspora als Herausforderung

Bennett beschuldigte Teheran, seine Proxys zu Zwecken der Einschüchterung an die Grenzen Israels zu beordern. Dieses Unterfangen werde keinen Erfolg haben, so der Politiker:

Lasst es mich deutlich sagen: Wir werden nicht klein beigeben. Wir waren über Tausende von Jahren hier, wir werden weiterhin hier sein.

Zum Schluss seiner Rede ging der Minister noch auf die Beziehungen Israels zur jüdischen Diaspora ein. Mittlerweile sei, so Bennett, Israel seit 70 Jahren das Projekt des jüdischen Volkes. Es sei die Aufgabe der Regierung in Jerusalem, zu handeln, um das Judentum in der Welt zu bewahren und zusammenzubringen.

Israel ist ein Leuchtturm der Freiheit und Stabilität im Sturm", betonte der rechtskonservative Politiker. "Wir werden weiterhin alles uns Mögliche tun, um uns zu schützen und das Wohlergehen des Staates Israel aufrechtzuerhalten."

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