Mehr als nur Bitcoin: Porsche testet Blockchain-Technologie für das Auto der Zukunft

Mehr als nur Bitcoin: Porsche testet Blockchain-Technologie für das Auto der Zukunft
Porsches Mission E Konzeptauto, Frankfurt, Deutschland, 14. September 2015.
Porsche testet als erster Automobilhersteller den Einsatz der Datenbanktechnologie Blockchain. Diese soll die Sicherheit autonomer Fahrzeuge gegen Hacker erhöhen und einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Damit könnte aber auch jede Route des Fahrzeugnutzers dokumentiert werden.

Der Automobilhersteller Porsche hat erkannt, dass Blockchain mehr ist als nur Bitcoin und forscht, wie die Technologie die Fahrzeugnutzung revolutionieren kann. 

Der Bitcom-Präsident Achim Berg

Blockchain wird nicht nur die Finanz- oder Energiewirtschaft verändern, Verwaltungsvorgänge oder etwa die Logistik revolutionieren. Gerade im Verkehrssektor gibt es faszinierende Einsatzszenarien. Viele der aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie können mit Blockchain leichter bewältigt werden. Jedes Unternehmen sollte 'digital first' denken und handeln. Die Entscheidungsträger in der Automobilindustrie sollten die Chancen der Blockchain-Technologie für ihre jeweiligen Unternehmen ausloten."

Blockchain ist eine Liste von Datensätzen (Blöcken), die mit kryptografischen Verfahren verbunden sind. Jeder der einzelnen Datensätze hat einen kryptografisch sicheren Hash, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten. In der Automobilindustrie bietet der Einsatz unter anderem die Möglichkeit, dem Nutzer über Anwendungen und Apps mehr Service zu bieten. 

Deutsche Hersteller führen bei Patenten zum autonomen Fahren (Symbolbild)

Für die Entwicklung des Autos der Zukunft mit integrierter Blockchain-Technologie kooperiert Porsche mit Xain, einem deutschen Blockchain-Technik-Startup. 

Eine Umfrage im vergangenen Jahr ergab, dass nur ein Drittel der Automobilhersteller die Blockchain-Technologie ins Auge gefasst haben. Die Untersuchung fand unter 177 Vorständen von Automobilunternehmen statt, die über mehr als 20 Mitarbeiter verfügen. Das Fahrzeug kann zu einem zentralen Register einer Blockchain für Service und Transaktionen werden. Das Fahrzeug ersetzt die Kreditkarte, etwa bei der Bezahlung von Maut oder Parkgebühren. Die Blockchain-Technik für das Auto von morgen soll auch ermöglichen, die Türen des Fahrzeugs mittels eines Smartphones schneller und sicherer zu öffnen und zu schließen. Andere Personen können bei Bedarf kurzfristig zum Nutzer des Fahrzeugs ernannt werden. Bei einem E-Auto kann Blockchain den Zugang zu Ladestationen bereiten, um Missbrauch zu verhindern. 

Logistikketten können so besser verfolgt werden. Das Führen eines Fahrtenbuchs wird überflüssig, alle Routen und Kilometer werden aufgezeichnet. Damit wird auch das Nutzerverhaltens des Fahrzeugführers transparent. In der Logistik, beim Transport von Waren kann Blockchain helfen, Lieferungen aus der Ferne zu überprüfen. Das Schiffslogistikunternehmen Maersk hat bereits mit IBM den Einsatz von Blockchains geprüft, um Lieferungen zu verfolgen und aufwändige Dokumentierenden überflüssig zu machen. Hiermit wird jedoch auch Personal überflüssig. 

Porsche plant, die Blockchain-Technik bis 2021 einsatzbereit machen. IT-Vorstand Lutz Meschke gegenüber derWelt:

Wir erwarten, dass wir damit 2021 an den Start gehen und Blockchain-Technologie integrieren können.

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