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Mutmaßlicher deutscher Taliban-Berater in Afghanistan gefasst

Mutmaßlicher deutscher Taliban-Berater in Afghanistan gefasst
Der mutmaßliche deutsche Taliban
Nach Angaben afghanischer Behörden wurde ein deutscher Staatsbürger in Afghanistan von lokalen Behörden festgenommen. Es handelt sich dabei angeblich um den Berater des Kommandeurs der "Roten Einheit", einer Elitetruppe der Taliban.

Demnach soll der mutmaßliche Deutsche bei einem gemeinsamen Einsatz afghanischer Spezialkräfte und der afghanischen Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch in der Provinz Helmand in Südafghanistan aufgespürt und anschließend verhaftet worden sein. Dass es sich tatsächlich um einen Staatsbürger der Bundesrepublik handelt, lege demnach die Tatsache nahe, dass er entsprechende Papiere bei sich gehabt habe.

Anschließend, so heißt es, sei er dem afghanischen Geheimdienst NDS übergeben worden. Bei dem Mann soll es sich um einen Militärberater Mullah Nasirs handeln, des Kommandeurs der Taliban-Eliteeinheit "Rote Einheit". Dies geht aus Angaben des Polizeichefs des Bezirks Gereschk, Ismael Khplwak, hervor.

Auf welchen Namen die Papiere des Taliban ausgestellt wurden, sei demnach nicht bekannt. Lediglich der muslimische Name Abdul Ahad, andere Publikationen sprechen von Abdul Wadood, sei den Behörden bekannt. So zumindest die Angaben eines Sprechers der afghanischen Spezialeinheit, Abdul Kajum Nuristani. Der Festgenommene soll Deutsch gesprochen haben:

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani, der indonesische Vize-Präsident Muhammad Jusuf Kalla and die afghanische First Lady Rula Ghani bei der Sicherheitskonferenz in Kabul, Afghanistan, 28. Februar 2018.

Er war ein Jahr bei den Taliban, und es gibt viele Dokumente, die beweisen, dass er mit ihnen gearbeitet hat", sagte Nuristani.

Von deutschen Behörden gab es zunächst keine Reaktionen. Omar Swak, ein Sprecher des Provinzgouverneurs, äußerte sich folgendermaßen zum Fall:

Ein Mann mit langem Bart und schwarzem Turban, der sich als Deutscher ausgab und Deutsch sprach, wurde am Montagabend zusammen mit drei weiteren Taliban im Distrikt Gereschk der Provinz Helmand festgenommen.

Sollten sich die aktuellen Informationen bestätigen, würde es sich demnach um einen der wenigen Fälle handeln, in denen ein europäischer Talibankämpfer in Afghanistan festgenommen wurde. Neben einigen Kämpfern aus westlichen Nationen stammen die meisten ausländischen Taliban in Afghanistan aus Pakistan, Zentralasien oder arabischen Nationen.

Der deutsche Staatsbürger nennt sich selbst Abdul Wadood und wurde für weitere Untersuchungen nach Kandahar gebracht", berichtet The Hindu.

Ein Video, das in den sozialen Medien auftauchte, lässt es jedoch als fraglich erscheinen, ob es sich bei dem Festgenommenen um einen Deutschen handelt. Das Video war offenbar nach der Festnahme mit einer Handykamera gefilmt worden. Als in dem Video nicht zu sehende Männer den Taliban auf Englisch und Paschtu fragen, ob er Deutscher sei, sagt dieser mit starkem Akzent:

Ich kann Deutsch sprechen.

Symbolbild

Der Satz klingt ungeübt. Im Hintergrund jubeln afghanische Soldaten, einer ruft auf Paschtu:

Er ist Deutscher, Bruder.

Auf Fotos sitzt der Mann zwischen zwei afghanischen Spezialkräften in voller Montur. Er hat ein mageres, helles, langes Gesicht, einen rötlichen Bart, dunkle Augen und trägt einen schwarzen Turban.

Der bisher bekannteste Fall eines westlichen in Afghanistan festgenommenen Taliban ist wohl der des US-Amerikaners John Walker Lindh, der unter dem Namen "Der Amerikanische Taliban" Eingang auf die Titelseiten der Presse fand.

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