Milliardendeal: NATO und Israel wollen enger im Rüstungsbereich kooperieren

Milliardendeal: NATO und Israel wollen enger im Rüstungsbereich kooperieren
In den vergangenen Jahren galten die Beziehungen zwischen der NATO und Israel als unterkühlt. Nun unterzeichneten beide Seiten einen Vertrag zur engeren Zusammenarbeit im Rüstungsbereich. Israelische Firmen können nun an Ausschreibungen der NATO teilnehmen.

Die NATO und Israel werden künftig enger im Bereich der Entwicklung und Beschaffung von Rüstungsgütern kooperieren. Der Geschäftsführer der Beschaffungsabteilung des Militärbündnisses (NATO Support and Procurement Agency – NSPA), Peter Dohmen, und der israelische NATO-Botschafter Roni Leshno-Yaar unterzeichneten einen entsprechenden Vertrag, wie am Freitag bekanntgegeben wurde.

Überreste der Rakete im israelischen Alonei Abba, mit der das syrische Militär den F16-Kampfjet abgeschossen haben soll.

Es ist das erste Abkommen dieser Art zwischen beiden Seiten. Leshno-Yaar erklärte dazu:

Das heutige Ereignis ist das Ergebnis großer und langwieriger Anstrengungen auf beiden Seiten, die es uns ermöglichen, die Zusammenarbeit zwischen Israel und der NATO, insbesondere mit dem NSPA, zu intensivieren. Wir betrachten die Unterzeichnung dieses Abkommens als eine wichtige Entwicklung in unserer praktischen Zusammenarbeit mit der NATO, die die Tür für eine engere Kooperation zwischen Israel und den NATO-Verbündeten öffnen wird.

Nun ist es israelischen Firmen möglich, an Ausschreibungen der NATO teilzunehmen. Zudem erhalten diese Zugang zur NSPA-Datenbank zugelassener Exporteure. Laut der israelische Wirtschaftszeitung Globes sind davon 700 Firmen des Landes betroffen. Die Zeitung beziffert den Wertumfang der sich potentiell aus dem Abkommen ergebenden Geschäfte auf 4,5 Milliarden US-Dollar und schreibt von einem „Durchbruch“ für israelische Unternehmen.

Leshno-Yaar sagte gegenüber dem Blatt, die Vereinbarung sei der „ideale Weg für die israelische Industrie, um einen Fuß in die Tür verschiedener Projekte“ zu bekommen. Peter Dohmen sagte nach der Vertragsunterzeichnung, das Abkommen werde „nicht nur Israel zugutekommen, sondern auch anderen NSPA-Ländern potenzielle Kostenvorteile bieten“.

Das transatlantische Bündnis stuft Israel offiziell als einen „wichtigen Nicht-NATO-Verbündeten“ ein. Als NATO-Mitglied hatte sich die Türkei in den vergangenen Jahren einer engeren Kooperation mit Israel in den Weg gestellt. Grund dafür war die Stürmung des Hilfsschiffes „Mavi Mamara“ in internationalen Gewässern durch die israelische Marine im Mai 2010. Dabei wurden acht türkische Staatsbürger getötet. Inzwischen haben sich die Wogen zwischen den beiden Mittelmeeranrainern wieder geglättet.

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