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USA: Weil er nicht schießen wollte - Polizist gekündigt

USA: Weil er nicht schießen wollte - Polizist gekündigt
Nicht immer übt sich die US-Polizei in Zurückhaltung: Einsatz in Philadelphia
Ein US-Polizist wurde wegen "Untätigkeit" entlassen, weil er sich bei einem Einsatz geweigert hatte, einen Verdächtigen zu erschießen. Die Stadt Weirton im US-Bundesstaat West Virginia hat ihm nun eine Entschädigung zugesprochen. Doch die Sache hat einen Haken.

Der weiße Polizist Stephen Mader wurde 2016 entlassen, weil er bei einem gefährlichen Einsatz wegen häuslicher Gewalt gezögert hatte, einen zwar bewaffneten, aber nach Maders Aussage "sichtlich verstörten" Schwarzen zu erschießen. Der Verdächtige wurde schließlich von anderen Polizisten erschossen – seine Waffe erwies sich später als ungeladen. Der Vorwurf gegen Mader lautete auf "Untätigkeit", der Schütze der tödlichen Schüsse wurde nicht belangt.

In Charlottesville prügelten sich am 12. August die Teilnehmer einer rassistischen Kundgebung mit linken Gegendemonstranten.

Nun wurde Mader für die Entlassung eine Entschädigung von 175.000 Dollar zugesprochen wie der Guardian und andere Medien melden. Die Stadt Weirton im US-Bundesstaat West Virginia stimmte demnach einem entsprechenden Vergleich zu, wie die Bürgerrechtsorganisation ACLU am Montag zitiert wurde. Die Stadt vermeidet damit wohl einen Prozess wegen unrechtmäßiger Entlassung.

Bei dem Einsatz hatte Mader den 23-Jährigen Verdächtigen aufgefordert, seine Hände zu zeigen – dabei kam eine Waffe zum Vorschein. Als der Polizist den Mann aufforderte, die Waffe fallenzulassen, weigerte sich dieser und forderte stattdessen den Beamten auf, ihn zu erschießen.

"Anstelle zu schießen hat sich Mader seines militärischen Trainings besonnen und versucht, die Situation zu deeskalieren", berichtete die ACLU laut Nachrichtenagentur AFP. Er habe seine Stimme gesenkt, dem Mann in die Augen gesehen und ihm ruhig versichert, dass er nicht schießen werde. Schließlich erreichten zwei weitere Polizisten die Szenerie, einer erschoss den Schwarzen mit vier Schüssen.

Der Irak- und Afghanistan-Veteran Mader erhielt seine Kündigung zehn Tage später. Darin stand, er habe dabei versagt, auf eine Gefahr zu reagieren. Der Guardian zitiert aus dem Schreiben wörtlich: "Leider ist die traurige Realität der Polizeiarbeit, dass irgendeine Entscheidung oft besser ist als gar keine."

Die Einordnung dieses Vorfalls ist nicht einfach. Einerseits möchten sich viele Menschen nachvollziehbar auf die Seite des "pazifistischen" Polizisten Mader stellen. Andererseits gibt es kaum eine Situation, in der der Schusswaffengebrauch zur Gefahrenabwehr eindeutiger angezeigt ist als in der hier geschilderten, wo ein aufgewühlter Mensch mit einer Waffe gezielt hatte. 

Darum hinterlässt auch das nun gefällte Urteil einen zwiespältigen Eindruck: Zum einen erzeugt es spontane Zustimmung, zum anderen aber Fragen danach, ob hier nicht auf öffentlichen Druck gegen die geltenden Gesetze geurteilt wurde.

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