Panik an der Wall Street - Dow Jones fällt um Rekordwert

Panik an der Wall Street - Dow Jones fällt um Rekordwert
Szene von der Börse in New York am Montag: Der Dow Jones bricht ein. Angst vor einer Überhitzung der Konjunktur, drohender Inflation sowie einer möglichen Anhebung der Zinsen durch die Zentralbank, um Tempo aus dem Spiel der Märkte zu nehmen, sollen die Ursachen für den neuesten Crash sein.
Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat an einem Handelstag so viele Punkte verloren wie noch nie zuvor. Er hat auch die asiatische Leitbörse in Tokio mit sich in den Keller gerissen. Auch die Märkte in China und Hongkong reagierten mit Abschlägen.

An der New Yorker Wall Street ist zum Wochenstart Panik ausgebrochen: Der US-Leitindex Dow Jones sackte am Montag zeitweise um knapp 1.600 Zähler ab. Die bisherigen Jahresgewinne lösten sich rasend schnell in Luft auf, ebenso wie die seit Anfang Dezember erzielten Erträge. Zugleich sprang das Volatilitätsbarometer, der Vix-Index, das die Kursschwankungen des S&P 500 misst, um fast 100 Prozent hoch.

Mit einem Minus von knapp fünf Prozent und 24.345,75 Punkten ging der Dow aus dem Handel. Damit büßte das weltweit wichtigste Börsenbarometer letztlich 1.175 Punkte ein. Erst vor wenigen Tagen war noch mit 26.616 Punkten sein jüngstes Rekordhoch bejubelt worden.

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Der Einbruch an den US-Aktienmärkten dürfte am Dienstag für heftige Verluste auch an den europäischen Börsen sorgen. Beim Dax deutete am Morgen vieles auf einen Kampf mit der Marke von 12.000 Punkte hin. Der Broker IG sah den deutschen Leitindex zunächst mit 12.015 Punkten um 5,30 Prozent unter dem Handelsschluss vom Montag. Damit wären sämtliche Kursgewinne seit August des vergangenen Jahres aufgezehrt.

"Der schwärzeste Tag für die Aktienmärkte seit Jahren"

Neben einer möglicherweise bevorstehenden Erhöhung der Leitzinsen sahen Experten auch die Entwicklung der US-Staatsanleihen und den automatisierten Handel als Gründe für den Absturz. Marktanalyst Craig Erlam vom Devisenbroker Oanda sprach von einem "Flash Crash" an der Wall Street. Davon ist die Rede, wenn binnen kürzester Zeit die Kurse einbrechen, getrieben durch Algorithmen-gesteuerte, hochsensible Verkaufsprogramme. Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners ergänzte: "Viele Anleger sind regelrecht in Panik verfallen." Die Flucht aus Aktien sei dabei durch zahlreiche Stop-Orders massiv beschleunigt worden, die Anleger eigentlich setzen, um sich vor allzu großen Verlusten zu schützen. Ein Stop ist eine Anweisung, zu handeln, wenn der Preis eines Marktes ein bestimmtes Level erreicht, das schlechter als der aktuelle Preis ist.

Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research sah im freien Fall des Dow den "schwärzesten Tag für die Aktienmärkte seit Jahren". Durch die Panik an der Wall Street sprangen am US-Rentenmarkt die Anleihen zugleich wieder kräftig nach oben, was deren Renditen unter Druck brachte.

Der Euro gab bis zum Wall-Street-Schluss kräftig nach und wurde zuletzt zu 1,2385 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2440 (Freitag: 1,2492) US-Dollar festgesetzt.

Auch die Börsen in Japan, China und Hongkong trifft der Crash an der Wall Street

Der massive Kurseinbruch an der New Yorker Wall Street hat auch die asiatische Leitbörse in Tokio in den Keller gerissen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte am Dienstag in den ersten 15 Handelsminuten um fast 1.000 Punkte ab.

Nach den heftigen Korrekturen am US-Aktienmarkt haben auch die Märkte in China und Hongkong mit Abschlägen reagiert. Der Shanghaier Composite Index lag am Dienstag eine halbe Stunde nach Handelsstart rund 1,89 Prozent im Minus bei 3.421 Punkten. Deutlicher fielen die Abschläge in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong aus, wo der Leitindex Hang Seng zum Handelsstart um mehr als 1.100 Punkte auf 31.100 Punkte absackte - ein Minus von 3,8 Prozent.

(rt deutsch/dpa)