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Davos: Massenvernichtungswaffen im Irak keine Fake-News - aber RT schon, weil die USA es so sagen

Davos: Massenvernichtungswaffen im Irak keine Fake-News - aber RT schon, weil die USA es so sagen
Ein BBC-Panel zum Thema Fake-News klärt auf: Dieselben US-Geheimdiensten, die Mainstream-Medien den Narrativ über irakische Massenvernichtungswaffen geliefert hatten, verdienen Vertrauen, wenn sie sagen, kritische Berichterstattung von RT sei Propaganda.

Das vierköpfige Panel diskutierte am Mittwoch am Rande des Davoser Wirtschaftsforums über das Phänomen so genannter Fake-News. Moderiert wurde die Veranstaltung von BBC-Moderatorin Zeinab Badawi.

Die stellvertretende Chefredakteurin von RT, Anna Belkina, war bei der Veranstaltung in der Defensive und argumentierte, dass RT die gleiche Rückendeckung von anderen Nachrichtenorganisationen verdient, die auch New York Times oder CNN genießen, wenn US-Präsident Donald Trump sie als Fake-News bezeichnet. RT wurde Opfer eines ähnlichen Angriffs durch den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, obwohl dessen Regierung noch kein einziges Beispiel für angeblich falsche Berichterstattung durch RT vorlegen konnte.

Diese Anschuldigungen sind falsch. Sie sind demonstrativ falsch", sagte Belkina. "RT wurde eigentlich zu einem Ziel, über das Fake-News verbreitet wurden. Das Wahlkampfteam [Macrons] hat wiederholt behauptet, dass RT falsche Berichte über ihren Kandidaten erstellt hat. Doch während der gesamten Dauer der Kampagne und auch danach haben sie es verabsäumt, auch nur ein einziges Beispiel für eine solche Nachricht zu liefern."

Der Begriff [Fake-News] sei absolut giftig, weil er die Debatte und den öffentlichen Diskurs über die Genauigkeit und Sachlichkeit von Informationen durcheinanderwirble. Belkina weiter: 

Wir sehen das auch als Waffe, die von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aber auch von Medienorganisationen eingesetzt wird, um abweichende Stimmen zum Schweigen zu bringen, um den Umgang mit jeglicher Art von Kritik zu vermeiden.

Wikipedia-Mitgründer: Quantität und Größe entscheiden

Das Argument, RT verdiene professionelle Aufmerksamkeit, wiesen die übrigen Panel-Teilnehmer mit der Begründung zurück, dass es sich um "russische Propaganda" handele - eine Haltung, die von vielen Menschen in den westlichen MSM geteilt wird.

Wir sollten unterscheiden zwischen falschen Nachrichten, die von Teenagern generiert werden... und Propaganda, so etwas wie RT. Beides zu vermischen, ist wirklich ein großer Fehler", argumentierte Jimmy Wales, Mitbegründer von Wikipedia.

Die Vorwürfe gegen RT, so scheint es, erfordern nur Fürsprecher von vermeintlich seriösen Organisationen, [die diese wiederholen,] um als wahr zu gelten.

"Ich weiß, dass Sie sagen werden, dass sie alle falsch sind, aber sie kommen von so vielen Seiten", sagte ein Diskussionsteilnehmer über die Anschuldigungen. "Die NATO gibt an, dass sie es seit 2014 mit einer signifikanten Zunahme russischer Propaganda und Desinformation zu tun hat. Mark Zuckerberg von Facebook hat eine russische Fake-News-Agentur angeprangert. Ich könnte wirklich fortfahren [mit derartigen Beispielen]."

Die Beweise kommen von so vielen Orten", stimmte Wales zu. "Die Journalistenschule in Columbia hatte ein Team von Doktoranden, die das Projekt RT Watch ins Leben gerufen haben. Und sie fanden mehrere Beispiele für Falschdarstellungen, falsche Geschichten, falsche Experten, unverblümte Lügen. Es ist überwältigend. Das ist keine wirklich offene Frage."

RT unterliegt denselben Kontrollmechanismen wie BBC

Das Projekt, das mittlerweile nicht mehr aktiv ist, schien sich auf die Redaktionspolitik von RT zu konzentrieren. Dabei geht es um Berichte beginnend mit dem Streit zwischen Russland und der Ukraine bis hin zu einem Skandal rund um einen Twerk-Tanz vor einer Gedenkstätte für den Zweiten Weltkrieg. Es war nicht sofort klar, was Wales mit "völligen Lügen" in der Berichterstattung von RT meinte.

Badawi behauptete auch, dass RT "kein Äquivalent" zur BBC sei, da letztere "einer unabhängigen Regulierungsbehörde, der Ofcom, unterworfen ist, die nichts mit der Regierung zu tun hat und [...] regelmäßig Berichte und Untersuchungen erstellt, die die Regierung kritisieren". Belkina antwortete, dass die britische RT-Niederlassung ebenfalls von der Ofcom reguliert wird.

Die Unfehlbarkeit der westlichen Mainstreammedien hat unterdessen auch Bilawal Zardari, der Vorsitzende der Pakistanischen Volkspartei, in Frage gestellt. Er sagte, dass verschiedene Akteure im öffentlichen Diskurs bestimmte Agenden verbreitet hätten, darunter auch die USA.

Politiker, Medien, parteiische Kanäle verbreiten ihre Agenda. Aber lassen Sie uns nicht vergessen, dass die Massenvernichtungswaffen im Irak auch Fake-News waren", erklärte er.

"Was Fake-News sind, bestimmen wir"

Das passte Joseph Kahn, einem leitenden Redakteur der New York Times nicht, der verärgert den Gedanken zurückwies, dass das Fiasko der Mainstreammedien in den USA über Saddam Husseins nicht existierende Massenvernichtungswaffen als Fake-News bezeichnet werden könnte.

Ich möchte nicht, dass wir von hier weggehen mit einem allgemeinen Gefühl, dass das Panel akzeptiert, dass das Denkbild von Massenvernichtungswaffen im Irak ein gutes Beispiel für Fake-News ist. Für mich ist das kein gutes Beispiel für gefälschte Nachrichten", sagte er. "Das ist ein Beispiel für eine ernsthaft fehlerhafte Politik zugunsten politischer Ziele, die aggressiv und letztlich ungenau von den Nachrichtenmedien behandelt wurde."

"Sie priesen die Narrative des US-Geheimdienstes an, die absolute Fiktion waren. Also weiß ich nicht, wie man das sonst [außer als Fake-News] beschreiben soll", erwiderte Zardari.

"Sie entpuppten sich als absolute Fiktion. Es war in dem Moment, in dem sie diskutiert wurden, aber nicht bekannt, dass sie fiktiv waren. Wäre bekannt gewesen, das sie Fiktion sind, hätten sie nicht berichtet. [Die MSM] überprüften ihre Berichterstattung darüber, aber es gab kein Wissen, dass es sich dabei um fiktive Erzählungen handelte", versuchte sich Kahn herauszuwinden.

Anscheinend wird es als normal empfunden, der Regierung untertan zu sein, anstatt ihre Motive und Argumente für eine Invasion zu hinterfragen. Interessanterweise ist jedoch immer auch dann kein Beweis notwendig, wenn dieselben Geheimdienste vertrauenswürdige US-Medien dahingehend beeinflussen, unwissentlich den falschen Narrativ zu verbreiten, Russland hätte sich in die US-Präsidentschaftswahlen 2016 eingemischt.

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