Uber: Geheim-Programm soll per Fernwartung Bürorechner blockiert und Polizeirazzien vereitelt haben

Uber: Geheim-Programm soll per Fernwartung Bürorechner blockiert und Polizeirazzien vereitelt haben
Dem Unternehmen Uber werfen Strafverfolgungsbehörden regelmäßig die Missachtung lokaler Gesetze und Verbote vor. Uber soll auch spezielle Technologien verwendet haben, um Computer aus der Ferne zu sperren und so Dateien vor Polizeirazzien zu schützen.

Von Frühjahr 2015 bis Ende 2016 setzten Uber-Mitarbeiter Berichten zufolge vom Hauptsitz in San Francisco aus regelmäßig ein geheimes Programm ein, um Rechner in den Außenbüros des Unternehmens abzuschalten. Auf diese Weise sollten belastende Daten vor den lokalen Behörden verborgen bleiben, so Bloomberg. Laut Insidern soll das Tool, das nach "Ripley", der weiblichen Heldin des Films "Alien" benannt ist, mindestens zwei Dutzend Mal eingesetzt worden sein.

Berichten zufolge hat das Unternehmen das Programm im Zusammenhang mit staatlichen Razzien in Amsterdam, Brüssel, Hongkong und Paris aktiviert. Die Quellen teilten mit, dass diese Art Panikknopf in Zusammenarbeit zwischen der Sicherheitsabteilung und der Rechtsabteilung des Unternehmens entwickelt worden sei.

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Uber stellte ehemalige CIA-Mitarbeiter an

Bloomberg führt beispielsweise einen Fall an, der sich im Mai 2015 in Montreal ereignet haben soll, als zehn Steuerfahnder mit einem Durchsuchungsbefehl in ein Uber-Büro stürmten, um nach Beweisen für angebliche Zuwiderhandlungen gegen lokale Gesetze zu suchen.

Signal aus Regionalbüro - Zentrale schaltet Rechner ab

Den Mitarbeitern des Unternehmens in Montreal soll es dabei jedoch gelungen sein, ein geheimes Signal an ein spezielles Team am Hauptsitz des Unternehmens zu senden. Daraufhin habe die Zentrale Ripley eingesetzt, um alle Computer im Montrealer Büro abzumelden und die Beamten daran zu hindern, Zugang zu allen Aufzeichnungen zu erhalten.

Wie jedes Unternehmen mit Niederlassungen auf der ganzen Welt verfügen wir über Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von Unternehmens- und Kundendaten. Wenn es um behördliche Untersuchungen geht, ist es unsere [Firmen-]Politik, bei allen gültigen Recherchen und Anfragen nach Daten mit ihnen zusammenzuarbeiten", teilte Uber in einer Erklärung mit.

Ripley ist eines von vielen Softwaretools mit Codenamen, die angeblich Uber selbst entwickelt hatte. Letztes Jahr hat das FBI Berichten zufolge Uber dabei ertappt, Fahrern seines Konkurrenten Lyft von 2014 bis 2016 über sein Programm "Hell" nachspioniert zu haben.

Im Mai leitete das US-Justizministerium eine Untersuchung gegen das Unternehmen wegen dessen angeblicher Verwendung der "Greyball"-Software ein. Diese soll die Umgehung lokaler Regulierungsbehörden in Städten erleichtert haben, in denen Uber über keine Lizenz zum Betrieb seines Personenbeförderungsnetzes verfügt hatte.