"Merkwürdiger Zufall": US-Spionageflugzeug flog während Drohnenangriff über russische Basis Hmeimim

"Merkwürdiger Zufall": US-Spionageflugzeug flog während Drohnenangriff über russische Basis Hmeimim
Eine Boeing des Typs P-8 Poseidon der US-Navy.
Moskau hat merkwürdige Zufälle im Zusammenhang mit dem jüngsten Terroranschlag auf eine russische Luftwaffenbasis und Hafenanlage in Syrien beobachtet. Terroristen setzten dazu gelenkte Kampfdrohnen ein. Ein US-Spionageflugzeug wurde in der Gegend gesichtet.

Das russische Verteidigungsministerium werde bezüglich des Angriffs vom 6. Januar auf die russische Luftwaffenbasis Hmeimim und eine Hafenanlage in Tartus bewusst nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, heißt es in einer Erklärung vom Dienstag. Die Technologie, die bei dem Angriff zum Einsatz kam, spreche jedoch für sich.

Eine abgeschlossene Fortbildung im Bereich des Ingenieurwesen in "einem der entwickelten Länder" wäre zwingend notwendig, um die Hauptsteuergeräte und Bombenabwurf-Systeme einer Kampfdrohne programmieren zu können, betont das Ministerium in dem Statement. "Es ist auch nicht jeder dazu in der Lage, aus Raumüberwachungsdaten exakte [Angriffs-]Koordinaten zu errechnen", hieß es weiter.

Bis zu 13 Kampfdrohnen am Angriff beteiligt

Das Ministerium stellte zudem fest, dass ein der US-Marine zugehöriges Aufklärungsflugzeug des Typs Poseidon etwa über vier Stunden hinweg in der Region zwischen den russischen Stützpunkten in Latakia und Tartus umhergeflogen war - in dieses Zeitfenster fiel auch der Drohnenangriff. Zudem hieß es, eine frühere Pentagon-Erklärung erlaubte es dem russischen Militär, "einen neuen Blick auf einige seltsame Zufälle zu werfen", die den Vorfall umgaben.

Der Angriff am Samstag richtete sich sowohl gegen die Luftwaffenbasis Hmeimim als auch gegen die maritime Logistikanlage in der Stadt Tartus. Bis zu 13 Kampfdrohnen waren daran beteiligt. Den russischen Flugabwehrsystemen und den Spezialisten für elektronische Kriegsführung gelang es, den Angriff erfolgreich abzuwehren.

USA: Geräte auf freiem Markt erhältlich

Es war das erste Mal, dass Terroristen in dem Konflikt dermaßen hochentwickelte Technologien eingesetzt hätten, sagte das Ministerium und fügte hinzu, die technische Bewertung habe gezeigt, dass die Drohne "nur aus einem Land, das über modernste Technologien verfügt", hätte beschafft werden können.

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Am Dienstag erklärten die USA, dass sie über den Vorfall "besorgt" seien. Der Sprecher des Pentagon, Major Adrian Rankin-Galloway, behauptete jedoch, dass "diese Geräte und Technologien leicht auf dem freien Markt erhältlich" sind. Sputnik gegenüber gab er später auch an, die USA hätten bereits gesehen, dass diese Art von kommerzieller UAV-Technologie [Drohnentechnologie] "auch zur Durchführung von Missionen durch den IS" verwendet werde.

Russland hatte wiederholt davor gewarnt, dass US-Militärgüter, die dafür gedacht waren, die "moderate" bewaffnete syrische Opposition zu unterstützen, letztendlich in die Hände weltweit als solcher eingestufter Terroristen gelangen könnten.