Start der Interkontinentalrakete Topol: Russland probt Überwindung feindlicher Raketenabwehr

Start der Interkontinentalrakete Topol: Russland probt Überwindung feindlicher Raketenabwehr
Interkontinentalrakete "Topol" mit Startrampe
Russlands Strategische Raketeneinheiten haben am Dienstag eine Interkontinentalrakete vom Typ Topol gestartet. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums haben sie dabei ein neu ausgestattetes Modell zum Überwinden von Raketenschilden getestet.

Man habe die Rakete auf dem Übungsgelände Kapustin Jar bei Astrachan im Süden Russlands gezündet, teilte das Verteidigungsministerium mit. In einer Erklärung heißt es:

Ziel war es, die zukünftige Gefechtsausstattung für ballistische Interkontinentalraketen zu erproben.

Die bei dem Teststart gewonnenen Daten sollen helfen, "wirksame Erkenntnisse über Wege zur Überwindung einer Raketenabwehr" zu erlangen, hieß es. Mit den entsprechenden Vorrichtungen will die Armee künftig russische Raketen ausstatten.

Die Behörde teilte zudem mit, dass das Übungs- und Messgelände Kapustin Jar mit allen nötigen Installationen ausgestattet ist, um die zukunftsträchtige Kampfausrüstung zu erproben. Diese sei in der Lage, die "Raketenabwehr im gesamten Spektrum dessen zu überwinden, was mit Raketen als Ziel anzuvisieren ist". 

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Die Übung sei vor dem Hintergrund des russischen Bemühens um Aufrechterhaltung des strategischen nuklearen Gleichgewichts mit der Atommacht USA zu bewerten, erklärt der Militärexperte Igor Korotschenko gegenüber Radio Sputnik. In absehbarer Zukunft sei die Inbetriebnahme des Raketenkomplexes PC-26 "Rubezh" mit den Interkontinentalraketen der neuen Generation geplant, so Korotschenko. 

Topol ist eine dreistufige Feststoffrakete, deren erster Test im Jahr 1982 stattgefunden hatte. Seit 1988 ist sie in die Streitkräfte eingegliedert. Zum letzten Mal wurde sie in Oktober 2017 bei Manövern im Kosmodrom Pljasetzt gestartet. 

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