Stadt der Toten: Zahl der Todesopfer in Mossul wächst auch noch Monate nach der Befreiung [VIDEO]

Stadt der Toten: Zahl der Todesopfer in Mossul wächst auch noch Monate nach der Befreiung [VIDEO]
Die Befreiung Mossuls vom IS war mit hohen Kosten verbunden, und die Zahl der Todesopfer steigt weiter an, da noch sehr viele Leichen - von Zivilisten und Terroristen - unter den Trümmern liegen. RT musste bei einem Besuch in der zerstörten Stadt feststellen, dass das Bergen der Leichen die Helfer vor eine Mammutaufgabe stellt.

Mossul riecht noch immer nach Tod fast sechs Monate, nachdem die irakischen Streitkräfte die Stadt im Juli mit Hilfe US-geführter Luftangriffe vom IS "befreit" haben. Die Quelle des stadtweiten Gestanks sind Körper, die unter den Trümmern verrotten, sagte Murad Gazdiev von RT.

Die wahre Tragweite der Katastrophe in Mossul, einer Stadt, die durch die acht Monate andauernden Luftangriffe fast vollständig ausgelöscht wurde, ist noch nicht vollständig geklärt. Bis zu 11.000 Menschen starben während der Kampagne, dessen Ziel es war, den IS aus der Stadt zu vertreiben - ein Drittel von ihnen wurde von US-geführten Koalitionen und irakischen Luftangriffen getötet, so die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung durch Associated Press. Lokale Ärzte versichern jedoch, dass die Zahl der Todesopfer deutlich höher ist.

Ein leitender Gesundheitsbeamter in der zerstörten Stadt zeigte der RT-Crew ein Buch, in dem einige der Todesfälle aufgelistet sind. "Allein dieses Buch enthält die Namen von 7.000 Todesopfern. Ich habe vier oder fünf davon", sagte der Beamte, dem es nicht gestattet war, vor der Kamera zu sprechen. "Jeden Tag kommen zwei oder drei weitere Leichen - Opfer neuer Explosionen - hinzu."

"Es könnte alles Mögliche sein: Eine IS-Sprengfalle. Eine nicht explodierte irakische Granate. Oder eine Bombe, die von der US-geführten Koalition während der Schlacht vor Monaten abgeworfen wurde", fügte er hinzu.

Sichtbar erschöpfte Suchtrupps graben sich unterdessen weiter durch zerstörte Gebäude, um nach Leichen zu suchen.

"Sie räumten die Leichen von Zivilisten weg, die sie sehen konnten. Aber sie waren nicht in der Lage, diejenigen, die unter eingestürzten Häusern lagen, zu erreichen", sagte einer der Helfer gegenüber Gazdiev. "Drei oder vier unserer Nachbarfamilien kamen hierher, weil sie dachten, das Gebiet sei sicher - aber es gab sehr schwere Luftangriffe. Sie sind jetzt hier begraben", sagte ein anderer Freiwilliger.