Zum Schutz vor externen Gefahren: Russland lanciert "unabhängiges Internet" für BRICS-Staaten

Zum Schutz vor externen Gefahren: Russland lanciert "unabhängiges Internet" für BRICS-Staaten
Der russische Sicherheitsrat hat die Regierung des Landes aufgefordert, eine unabhängige Internet-Infrastruktur für BRICS-Staaten zu entwickeln, die im Falle globaler Internet-Fehlfunktionen weiterhin funktioniert.

Die Initiative wurde auf der Oktober-Tagung des Sicherheitsrates erörtert, dem obersten beratenden Gremium Russlands für nationale Sicherheit. Russlands Präsident Wladimir Putin setzte für die Fertigstellung der Aufgabe persönlich eine Frist auf den 1. August 2018, berichtete die Nachrichtenagentur RBK.

Bei der Erörterung des Themas stellten die Mitglieder des Rates fest, dass "die erhöhten Kapazitäten der westlichen Nationen, offensive Operationen im Informationsraum durchzuführen, sowie die erhöhte Bereitschaft, diese Fähigkeiten auszuüben, eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit Russlands darstellen".

Sie beschlossen, das Problem durch die Einrichtung eines separaten Backup-Systems von Domain Name Servern (DNS) zu lösen, das nicht der Kontrolle internationaler Organisationen unterliegt. Dieses System würde von den Ländern des BRICS-Blocks – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – genutzt werden.

Das Problem der exzessiven Abhängigkeit vom globalen DNS wurde von russischer Seite bereits mehrmals angesprochen. Im Jahr 2014 führte das russische Kommunikationsministerium eine Großübung durch, bei der es das "Abschalten" globaler Internetdienste simulierte und ein russisches Backup-System zur erfolgreichen Unterstützung von Web-Operationen innerhalb des Landes einsetzte.

Als Journalisten jedoch Putins Pressesprecher Dmitri Peskow 2014 fragten, ob die Behörden des Landes eine Trennung vom globalen Internet in Betracht gezogen hätten, wies dieser diese Behauptungen als falsch zurück.

Russlands Trennung vom globalen Internet kommt natürlich nicht in Frage",

sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax. Der Beamte betonte jedoch auch, dass "in jüngster Zeit ein angemessener Anteil an Unvorhersehbarkeit im Handeln unserer Partner sowohl in den USA als auch in der EU vorhanden ist und wir [Russland] auf jede Wendung vorbereitet sein müssen".

Wir alle wissen, wer der Chefadministrator des globalen Internets ist. Und wegen seiner Volatilität müssen wir darüber nachdenken, wie wir unsere nationale Sicherheit gewährleisten können",

unterstrich der Pressesprecher. Es gehe nicht darum, Russland vom World Wide Web zu trennen, sondern darum, es vor möglichen externen Einflüssen zu schützen.