US-Oberbefehlshaber glaubt an erfolgreiches Zurückdrängen der Taliban binnen zweier Jahre

US-Oberbefehlshaber glaubt an erfolgreiches Zurückdrängen der Taliban binnen zweier Jahre
US-General John Nicholson während einer Nato-Konferenz am 9. November Brüssel.
Binnen zweier Jahre glaubt der Oberbefehlshaber der USA in Afghanistan, die Taliban so weit zurückdrängen zu können, dass die dortige Regierung 80 Prozent des Landes kontrolliert. Derzeit sind es nur zwei Drittel, über die Kabul tatsächlich die Macht hat.

Der bewaffnete Konflikt in Afghanistan infolge der US-geführten Invasion währt nun bereits 16 Jahre. Der US-amerikanische General John Nicholson ist sich dennoch sicher, er könne den afghanischen Sicherheitskräften effektiv helfen, die Taliban zurückzudrängen und der Kabuler Regierung die Kontrolle über 80 Prozent des Landes zu ermöglichen. In einer Nachrichtenkonferenz des Pentagons via Video-Konferenz teilte Nicholson mit: 

Dies, so glauben wir, ist die kritische Menge, die notwendig ist, um den Feind hin zu einer Irrelevanz zu bewegen, die bedeutet, sie bleiben entweder in diesen entfernten Gebieten zurück, oder sie versöhnen sich, oder sie sterben. 

Afghanische Kinder in Kabul, Afghanistan, 11. April 2017

Präsident Trump entsandte in den vergangenen Wochen weitere 3.000 US-Soldaten nach Afghanistan. Derzeit befinden sich rund 14.000 amerikanische Soldaten im Land. Kritik bezüglich einer militärischen Lösung in Afghanistan kommt indessen von Analysten. In Pakistan fänden die Taliban ein ruhiges Hinterland, in dem sie trotz erhöhter militärischer Präsenz der Amerikaner in Afghanistan gedeihen können. In den vergangenen Tagen bombardierten US-Militärs zudem mutmaßliche Drogenfabriken in Afghanistan. Die Angriffe konzentrierten sich auf die Provinz Helmand, in welcher intensiver Schlafmohnanbau betrieben wird, welcher der Finanzierung des Taliban-Kriegs dient.