Jemen: Über 50.000 Kinder werden bis Ende des Jahres an Folge der Saudi-Intervention sterben

Jemen: Über 50.000 Kinder werden bis Ende des Jahres an Folge der Saudi-Intervention sterben
Unterernährtes jemenitische Kind, August 2017
Hilfsorganisationen schlagen Alarm. Bedingt durch den Angriffskrieg der Saudis, der durch Waffenlieferungen aus den USA und Deutschland unterstützt wird, droht dem Jemen eine gigantische humanitäre Katastrophe. Schon jetzt sterben täglich 130 Kinder an den Folgen.

Nach Einschätzung der weltweit größten Kinderrechtsorganisation Save the Children werden bis Ende des Jahres mehr als 50.000 Kinder im Jemen an den Folgen von Krankheiten und Hungersnöten sterben. Sieben Millionen Menschen befinden sich derzeit am Rande einer Hungersnot, gleichzeitig sieht sich das Land dem größten Cholera-Ausbruch der modernen Geschichte ausgesetzt. Durchschnittlich 130 jemenitische Kinder sterben jeden Tag, und geschätzte 400.000 Kinder müssten noch in diesem Jahr wegen akuter Unterernährung behandelt werden.

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Diese Todesfälle sind ebenso sinnlos wie vermeidbar ", erläutert Tamer Kirolos, Landesdirektor für Jemen bei Save the Children und betont:

Sie bedeuten mehr als hundert Mütter, die Tag für Tag um den Tod eines Kindes trauern."

Internationale Hilfsorganisationen rechnen zudem damit, dass die Zahl der Todesopfer infolge von Hungersnöten und Krankheiten noch weit höher ausfallen werde, da die jüngsten Berechnungen durchgeführt wurden, bevor Saudi-Arabien, in Reaktion auf eine Rakete, die Anfang November auf den internationalen Flughafen von Riad abgefeuert wurde, die Blockade gegen die von Huthis kontrollierten Teile des Landes erneut verschärft hat.

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Die Blockade hat die wichtigsten Seehäfen von Hodeidah und Saleef sowie den Flughafen in der Hauptstadt Sanaa geschlossen, was den Zugang zu Nahrungsmitteln und Hilfsgütern noch schwerwiegender behindert.

Menschen in der Hauptstadt Sanaa stehen vor Trümmerhaufen durch Luftangriffe, Juni 2017.

Innerhalb weniger Tage sind die Preise für Nahrungsmittel und Treibstoff in die Höhe geschossen, was die schon zuvor begrenzten Kapazitäten der humanitären Organisationen, Hilfe zu leisten, weiter untergraben hat.

Unsere Mitarbeiter sind nicht mehr in der Lage, lebensrettende Maßnahmen durchzuführen, und dringend benötigte Hilfsgüter und Personal können nicht mehr ins Land einreisen", erklärt Kirolos. Abschließend geht der Landesdirektor für Jemen bei Save the Children hart mit der internationalen Gemeinschaft ins Gericht:

Die Vorräte an lebenswichtigen Medikamenten, Treibstoffen und Nahrungsmitteln werden in wenigen Wochen erschöpft sein. Es ist völlig inakzeptabel, Kinder an Gleichgültigeit und mangelndem politischem Willen sterben zu lassen. Wenn die Blockade nicht sofort aufgehoben wird, werden weitere Kinder sterben."

Trotz dieser Hungerblockade Saudi-Arabiens gegen den Jemen setzt die Bundesregierung die Aufrüstung der saudischen Marine fort. Erst Anfang November wurden zwei für Saudi-Arabien bestimmte Patrouillenboote deutscher Produktion gen Rotes Meer verschifft. Die saudische Küstenwache operiert mit Patrouillenbooten unter anderem auch in jemenitischen Gewässern. Dort hat Riad seit 2015 eine Seeblockade gegen den Jemen etabliert und verhindert bewusst die Anlandung von Nahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamenten in das von Krieg und damit einhergehenden humanitären Katastrophen geplagte Land.

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Von RT Deutsch auf die Möglichkeit angesprochen, dass Deutschland mit den Rüstungsexporten eine humanitäre Katastrophe im Jemen weiter anheizt, zeigte sich die Bundesregierung sichtlich unbeeindruckt: