Israel: Hersteller von Kamikaze-Drohnen soll zu Vorführzwecken armenische Armee attackiert haben

Israel: Hersteller von Kamikaze-Drohnen soll zu Vorführzwecken armenische Armee attackiert haben
(Symbolbild) Der Verdacht wiegt schwer. Das Unternehmen Aeronautics Defense Systems soll zu Testzwecken armenische Ziele angegriffen haben.
Laut einem offiziellen Bericht soll die israelische Rüstungsfirma Aeronautics Defense Systems ihre Ausfuhrlizenz verloren haben. Der Grund: Sie soll auf Wunsch von Aserbaidschan eine Kamikaze-Drohne in einem "Test" auf armenische Streitkräfte gelenkt haben.

Laut der Tageszeitung "Haaretz" hat die israelische Justiz eine Untersuchung gegen die Rüstungsfirma Aeronautics Defense Systems eingeleitet. Wie am Dienstag bekannt wurde, betrifft die Untersuchung ein Geschäft mit einem "Schlüsselkunden".

Alle Einzelheiten der Ermittlungen, die nach Angaben der Polizei seit einigen Wochen laufen, stehen den damit betrauten Behörden zufolge unter Geheimhaltung. Die Untersuchung umfasst auch das israelische Verteidigungsministerium.

Aeronautics erklärte, in vollem Umfang mit den staatlichen Behörden kooperieren und jede Anstrengung unternehmen zu wollen, damit die Untersuchung schnell und effizient ihren Lauf nehmen könne.

Verteidigungsministerium friert Ausfuhrgenehmigung ein

Die Nachricht, dass Israels nationale Betrugsbekämpfungseinheit ihre Untersuchung eingeleitet hat, steht im Zusammenhang mit einer seltenen Entscheidung des israelischen Verteidigungsministers, eine bereits bestehende Waffenausfuhrgenehmigung für ein Unternehmen einzufrieren.

Glückwunsch zum Rücktritt: Der saudische König Salman bin Abdulaziz Al Saud schüttelt dem ehemaligen libanesischen Premierminister Saad al-Hariri die Hand, Riad, 6. November 2017.

Im selben Monat berichteten Medien, dass das Verteidigungsministerium eine Untersuchung gegen das betroffene Unternehmen eingeleitet habe, nachdem eine offenbar mit dem Vorfall vertraute Stelle eine Beschwerde über die angebliche Verwendung einer Kamikaze-Drohne in Aserbaidschan durch Vertreter von Aeronautics eingereicht hatte.

Das Unternehmen soll für Vorführungs- und Testzwecke eine Drohne auf eine bemannte Position der armenischen Armee gelenkt haben.

Piloten sollen sich verweigert haben

Laut der Beschwerde weigerten sich die eigentlichen Drohnenpiloten des Unternehmens, den Angriff auszuführen. Offenbar übernahmen daraufhin Repräsentanten der Geschäftsleitung die Steuerung der bewaffneten Drohnen. Letztendlich sollen die Fluggeräte ihr Ziel jedoch verfehlt haben. Es sei kein Schaden entstanden, obwohl eine der Drohnen rund 100 Meter vom Ziel einschlug.

Aeronautics Defense Systems bestreitet, dass Mitarbeiter eine solche Mission durchgeführt hätten. Das Unternehmen erklärte, man habe "niemals Demonstrationen [von Drohnen] an Echt-Zielen" durchgeführt, und das gälte auch in diesem Fall.

Zudem teilte Aeronautics mit, dass das Verteidigungsministerium die Marketing- und Exportlizenzen für seinen Orbiter 1k an einen "wichtigen Kunden des Unternehmens im Ausland" eingefroren habe, ohne den Namen des Landes zu erwähnen. Das Unternehmen dürfe jedoch noch Verkäufe an andere Nationen tätigen.

Ein Video des Unternehmens zeigt, wie die Drohne funktioniert: