Alles nur Schein? - China und USA unterzeichnen Handelsabkommen im Wert von 250 Milliarden US-Dollar

Alles nur Schein? - China und USA unterzeichnen Handelsabkommen im Wert von 250 Milliarden US-Dollar
US-Präsident Trump besuchte diese Woche zum ersten Mal China. Kurz darauf verkündeten US-amerikanische und chinesische Beamte, dass sie Wirtschaftsabkommen im Wert von 250 Milliarden US-Dollar abgeschlossen haben. Analysten warnen, dass die Vereinbarungen nicht viel an der Handelsbilanz ändern werden.

Während seiner Präsidentschaftskampagne machte Trump China für so manches verantwortlich, was der US-Wirtschaft widerfahren ist. In großem Maße kritisierte er die globalen Handelsbeziehungen und erklärte, dass er die Jobs zurück in die USA holen würde.

Außerdem versprach er, ein besseres Abkommen mit China auszuhandeln, in dem das Reich der Mitte mehr von den Vereinigten Staaten kaufen würde.

Die Vereinbarungen, die nun bei Trumps erstem Staatsbesuch in Peking getroffen wurden, reichten von chinesischen Sojabohnen- und Flugzeugimporten im Wert von Milliarden US-Dollar bis hin zu Großprojekten wie die Entwicklung und den Export von verflüssigtem Erdgas aus Alaska.

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Viele Analysten stehen dem verkündeten Erfolg jedoch kritisch gegenüber und bezeichnen die neuen Abkommen als unverbindliche Absichtserklärungen, die Jahre brauchen werden, um materialisiert zu werden, oder gar einfach auseinander fallen können, ohne ihr Ziel zu erreichen.

Es ist eine Politik des alten Stils, in der ein Staatsoberhaupt kommt und ein Bündel an Abkommen unterzeichnet, die jedoch bereits im Gange sind. Oder man verkündet eine große Zahl, um zu zeigen, dass die Beziehung stark ist",

meint James McGregor, Vorsitzender der China-Abteilung des Beratungsunternehmens APCO Worldwide.

Selbst als seine Regierung die eine Viertelmilliarde US-Dollar preiste, kehrte Trump zu seinem vertrauten Refrain zurück, dass die Handelsbeziehungen "sehr einseitig und unfair" seien.

Ich mache China keinen Vorwurf",

sagte Trump zu peinlichem Beifall und nervösem Gelächter in den Reihen anwesenden Führungskräfte, die sich zur Unterzeichnungszeremonie in der großen Halle des Volkes versammelt hatten.

Wer kann einem Land schon vorwerfen, dass es ein anderes Land zum Wohle seiner Bürger ausnutzen kann",

fügte er hinzu. Stattdessen zeigte Trump symbolisch mit dem Finger auf die ehemaligen US-Regierungen und schob ihnen die Schuld dafür zu, dass sie dem Wachstum dieses unkontrollierten Handelsdefizits kein Einhalt geboten haben und zuließen, dass er sich ausweitet.

Nach Gesprächen mit Xi sagte Trump, dass China "sofort" größere Maßnahmen in Bezug auf Marktzugang, erzwungenen Technologietransfer und Diebstahl geistigen Eigentums ergreifen müsse.

"Wir müssen dies beheben, weil es gerade nicht im Sinne unserer US-amerikanischen Großunternehmen und unseren großen US-amerikanischen Arbeitern läuft", sagte Trump.

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Xi räumte ein, dass "es einige Reibungsverluste im bilateralen Handel" gegeben habe.

Aber er erklärte Trump, dass die Öffnung der chinesischen Wirtschaft Teil der langfristigen Strategie des Landes sei.

Wir werden unsere Türen nicht einengen oder schließen, sondern sie weiter und breiter öffnen",

betonte Xi.

Christopher Balding, Wirtschaftsprofessor an der Peking Universität, erklärte, dass die Vereinbarungen, die diese Woche verkündet wurden, bloß "Abkommen des Typs der Standardprozedur" seien.

Wir haben weder im Bereich Investitionen, noch beim Handel Vereinbarungen über Marktzugang oder Marktöffnung gesehen.

Der ehemalige US-Botschafter Max Baucus sagte gegenüber dem Fernsehsender "Bloomberg Television", dass Xis aufwendiger Empfang für Trump ein "klassischer chinesischer" strategischer Schritt sei, um ernsthafte Gespräche zu verhindern. Denn, so Baucus:

Je mehr Glanz und Gloria es gibt, desto weniger Zeit bleibt zum Reden",