Mittelmeer: 26 Mädchen gestorben - Italien ermittelt wegen Sexhandels

Mittelmeer: 26 Mädchen gestorben -  Italien ermittelt wegen Sexhandels
(Symbolbild). In diesem Jahr kamen laut Internationaler Organisation für Migration (IOM) auf dem Mittelmeer schon mehr als 2.800 Menschen ums Leben.
Die italienischen Behörden haben die Ermittlung über den Tod von 26 Mädchen im Mittelmehr eingeleitet. Die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren sollen aus Nigeria und Niger stammen. Ermittler gehen davon aus, dass die Teenager zum Opfer des Sexhandels wurden.

In seinem jüngsten Bericht teilte die italienische Tageszeitung Corriere della Sera mit, dass die Zahl der von Menschenhändler nach Italien gebrachten Frauen aus Nigeria zugenommen hat. Die Ermittler suchen nach Beweisen für sexuellen Missbrauch. Mit diesem Ziel befragen sie fünf Migranten, um Informationen zu erhalten, was genau mit den 26 Frauen passierte.

Der Polizeichef der italienischen Hafenstadt Salerno Lorena Ciccotti sagte, dass die Leichen der nigerianischen Mädchen neben einem fragilen Gummiboot gefunden wurden, das fast im Wasser versank, als Retter ankamen. Ihm zufolge hingen die Überlebenden an den Überresten des Bootes, als die Körper der Mädchen in der Nähe schwammen. Die überlebten Passagiere stammen aus Ghana, Nigeria, dem Senegal, Gambia, dem Sudan und Libyen.  

Die Leiche der Mädchen wurden während der Rettungsoperationen im Mittelmeer übers Wochenende entdeckt. Es wurden insgesamt 400 Migranten an Bord des spanischen Schiffes Cantabria gebracht und dann nach Salerno zugestellt. Unter denen waren 90 Frauen und 52 Minderjährige mitsamt eines einwöchigen Baby.

Viele Tote bei Flüchtlingsunglück im Mittelmeer (Symbolbild)

"Allein im Jahr 2016 kamen über 11.000 nigerianische Frauen und Mädchen, die entweder den afrikanischen Kontinent überquerten oder mit dem Boot anreisten, nach Italien, wo Menschenhändler darauf warten, sie zu fangen und zu verhaften. Die europäischen Länder wie Rumänien, Italien und Griechenland haben die größte Zunahme des Menschenhandels verzeichnet“, sagte der Experte für Menschenhandel und Direktor des Foster Care Institute Dr. John DeGarmo dem US- Medienunternehmen mit Fokus auf junge Frauen.

Die Menschenschmuggler legen einen Preis von etwa 6.000 US-Dollar für jeden Migranten fest, 4.000 davon werden für die Reise von Sahara bis Libyen bezahlt, berichtet BBC mit Verweis auf die italienische Hilfsorganisation L'Abbraccio.

Seit dem Anfang des Bürgerkriegs ist Libyen eines der wichtigsten Transitländer für Migration von Afrika nach Europa. Seit dem Verschließen der Balkanroute im letzten Jahr hat sich seine Bedeutung für Menschenschmuggler noch erhöht. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind seit Anfang des Jahres 2.839 Menschen auf dem zentralen Mittelmehr gestorben. Über 150.000 Migranten haben die europäische Küste erreicht, 74 Prozent davon gelangen nach Italien.

Im August entsandte Italien zwei Militärschiffe nach Libyen und half, die libysche Küstenwache auszubilden. Zuvor unterzeichnete das italienische Außenministerium ein Abkommen zur Bekämpfung des Menschenhandels mit der Regierung in Tripoli.