Von Russland geführter GUS-Block fordert gemeinsamen Widerstand gegen globale Monopole

Von Russland geführter GUS-Block fordert gemeinsamen Widerstand gegen globale Monopole
Die Ministerpräsidenten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) haben eine Erklärung abgegeben, in denen sie die Tatsache der internationalen Monopole kritisieren. Solche Instanzen verletzen häufig die Interessen von Nationalstaaten und Bürgern, erklärten die Staatsoberhäupter des Blocks und riefen andere Nationen dazu auf, Widerstand zu leisten.

In seiner Rede vor den Regierungschefs der GUS-Staaten sagte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew, dass internationale Monopole ihre Bedingungen allen internationalen Märkten aufdrängen würden. Dies schade den Interessen unabhängiger Unternehmen und ganzer Branchen in den GUS-Staaten, weil es zu Kartellabsprachen und Preisregulierungen komme, so der Politiker. Insbesondere würden die Kartellvereinbarungen zu überhöhten Verbraucherpreisen führen.

"Wir sehen die Aktivitäten der internationalen Kartelle als Bedrohung für unsere Volkswirtschaften oder, um es genau auszudrücken, als eine Bedrohung für die Industrie und die Unternehmen, die auf dem Territorium der GUS-Mitgliedsstaaten arbeiten", erklärte Medwedew.

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Der russische Premier nannte solche Branchen wie die Produktion von Nahrungsmitteln und Pharmazeutika sowie bestimmte Teile der Automobilindustrie als Beispiele für Sektoren, in denen globale Monopole den gesamten internationalen Markt manipulierten.

"Letztlich sind es die einfachen Menschen, die aufgrund der Kartellabsprachen zwischen den Herstellern aus verschiedenen Ländern drauf zahlen müssen", merkte er an.

Als Resultat der Konferenz der Ministerpräsidenten der GUS-Staaten verabschiedete der Staaten-Block eine Erklärung an verschiedene Nationen und internationale Organisationen, darunter auch an die UNO und die WTO, in der er einen koordinierten Widerstand gegen die Weltmonopole und die Verhinderung internationaler Kartellabkommen fordert.

"Natürlich ist dieser Prozess kompliziert, und es ist unmöglich, die Aktivitäten der Kartelle im Rahmen einer einzigen Erklärung zu stoppen. Unsere Bemühungen sollten jedoch, zusammen mit den Bemühungen anderer Nationen innerhalb und außerhalb des GUS-Blocks, die Situation letztendlich beeinflussen. Dies ist der Grund für die heutige Entscheidung", sagte Medwedew.

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Auf der gleichen Sitzung unterzeichneten die Ministerpräsidenten der GUS-Staaten auch ein Abkommen über den Informationsaustausch im Bereich der Terrorismusbekämpfung und über Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzierung von Terroristen und Extremisten.

Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten ist eine freiwillige wirtschaftliche und politische Union mehrerer ehemaliger Sowjetrepubliken, die 1991 gegründet wurde. Heute besteht der Block aus neun vollwertigen und zwei assoziierenden Mitgliedern.