Jemen: Saudischer Luftangriff auf Markt in Saada tötet 26 Menschen

Jemen: Saudischer Luftangriff auf Markt in Saada tötet 26 Menschen
Eine Menschenmenge steht vor dem riesigen Krater nach dem Luftangriff.
Laut der BBC starben 26 Menschen durch einen Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Koalition im Jemen. Der Angriff soll im von Zivilisten belebten Markt im Sahar-Distrikt der Provinz Saada stattgefunden haben.

Einem von Saudi-Arabien geführten Koalitionsluftangriff sollen mindestens 26 Menschen im Nordjemen zum Opfer gefallen sein. Wie die BBC berichtet, soll ein Flugzeug ein Hotel und den belebten Markt im Sahar-Distrikt der Provinz Saada bombardiert haben. Laut Medienberichten sollen sich in dem Gebiet zum Zeitpunkt des Angriffs vor allem Zivilisten aufgehalten haben.

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Die Koalition, die Jemens Regierung in einem zweieinhalbjährigen Krieg mit der Houthi-Bewegung unterstützt hat, sagte, dass sie „den Berichten mit Besorgnis folge.“ Die Kommandoführung werde eine umfassende Überprüfung der Operationen in diesem Gebiet durchführen, so eine Erklärung der offiziellen saudischen Presseagentur.

Die Koalition betonte auch, dass sie sich "moralisch und rechtlich dem Schutz von Zivilisten und zivilen Objekten verpflichtet habe" und dass die Operationen "nach den höchsten Maßstäben der Zielvorgaben durchgeführt würden".

Menschenrechtsgruppen sprechen hingegen davon, dass immer wieder Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohngebiete bombardiert werden. Laut der Saba-Nachrichtenagentur sollen sich auf dem Markt in Sahar vor allem Arbeitskräfte und Händler aufgehalten haben. Die schwere Explosion hinterließ einen Krater, ebnete das Hotel ein und reduzierte die Stände auf einen Klumpen Metall.

Mediziner berichteten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass mindestens 26 Menschen getötet wurden, während AFP, sich auf Gesundheitsbehörden der Rebellen berufend, 29 Todesopfer meldete. Ein Foto der Presseagentur Reuters zeigt die verkohlten Leichen von mindestens 15 männlichen Opfern, die auf Plastikplanen im Hof der Leichenhalle des örtlichen Krankenhauses liegen.

Ein weiteres zeigt einen Mann, der die Leiche eines Jungen aus einem zerstörten Gebäude zieht. Letzten Monat wurde die von Saudi-Arabien geführte Koalition in eine Liste der Vereinten Nationen aufgenommen, die das Töten und Verstümmeln von Kinder in bewaffneten Konflikten anprangert.

In dem Text hieß es, die Aktionen der Koalition führten 2016 zu 683 getöteten Kindern. Die Koalition wurde darüberhinaus beschuldigt, 38 Anschläge auf Schulen und Krankenhäuser verübt zu haben.

Jemenitische regierungsfreundliche Kräfte, die Houthis und al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) wurden ebenfalls auf der Liste genannt. Mehr als 8.670 Menschen, davon 60 Prozent Zivilisten, sind seit März 2015 bei Luftangriffen und Kämpfen am Boden getötet und 49.900 verletzt worden, so die UNO.

Der Konflikt hat auch dazu geführt, dass 20,7 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigen. Zudem kam es zu der weltweit größten Notsituation im Bereich der Ernährungssicherheit und zu einem Cholera-Ausbruch, von dem 884.000 Menschen betroffen sein sollen und der 2.184 Todesopfer gefordert hat.