Bio-Luftfahrt: Auf Pflanzenöl und tierischen Fetten basierter Flugzeugkraftstoff wird Realität

Bio-Luftfahrt: Auf Pflanzenöl und tierischen Fetten basierter Flugzeugkraftstoff wird Realität
Der neue Treibstoff soll, ähnlich dem Bio-Diesel bei LKWs, ein Gemisch zwischen pflanzlichen und tierischen Fetten und dem üblicherweise verwendeten Kerosin darstellen.
In Kürze sollen Jets in Europa mit Ökokraftstoff aus Pflanzenöl und tierischen Fetten betrieben werden können. Der neue Kraftstoff wird jedoch nicht ohne das herkömmliche Kerosin auskommen. Das Pilotprojekt soll ab 2018 am Genfer Flughafen durchgeführt werden.

Ab dem nächsten Jahr werden Flugzeuge am Genfer Flughafen mit der Mischung aus erneuerbarem und traditionellem Treibstoff betankt. Das berichtet The Independent. Die Flughafenleitung wünscht jedoch, dass der Biokraftstoff erst einmal nur einen Anteil von einem Prozent am Umsatz des Flughafens betrifft, so Matti Leivonen, Geschäftsführer des finnischen Unternehmens Neste, das den Kraftstoff produziert.

Lufthansa hatte den Treibstoff des Unternehmens auf mehr als 1.000 Flügen im Jahr 2011 mit einer Vermischung im Verhältnis 50 zu 50 Prozent von Biokraftstoff zu Kerosin getestet. "Es hat erstaunlich gut funktioniert", sagte Lievonen der britischen Zeitung.


Frankfurter Flughafen demnächst mit selbstfahrenden Shuttles ausgerüstet

Die Motorleistung konnten wir seither verbessern. Wir haben eine sehr gute Erfolgsbilanz in der Luftfahrt, und das ist für uns ein spannendes Wachstumsfeld", erklärte er.

Neste behauptet, dass sein Kraftstoff bis zu 40 Prozent weniger Feinstaub, zehn Prozent weniger Lachgas und bis zu 90 Prozent weniger Kohlenstoffemissionen hinterlässt. Das Unternehmen sagt zudem, dass sich sein Kraftstoff auch in einer Form herstellen lasse, die für jeden herkömmlichen Dieselmotor geeignet sei, was bedeute, dass ihn auch Besitzer von Autos verwenden könnten.

Kälteverträglichkeit deutlich schlechter als bei herkömmlichem Treibstoff

Der Hauptgrund dafür, dass pflanzliche und andere Ölsorten in der Luftfahrt nicht weit verbreitet sind, ist, dass sie keinen extrem niedrigen Gefrierpunkt haben und schon bei ungefähr fünf Grad Celsius fest werden, während der Treibstoff in der Luftfahrt laut Sicherheitsnormen bis zu minus 40 Grad Celsius flüssig bleiben muss. Einige Zusatzstoffe sind in der Lage, die Kälteverträglichkeit solcher Brennstoffe zu verbessern, was allerdings nur um einige wenige Grad möglich ist.

Die Produktion des für die Luftfahrt entwickelten Biokraftstoffs ist zudem immer noch teurer als die des ölbasierter Kerosins.

Der weltweit erste kommerzielle Biokraftstoff-Flug wurde von KLM durchgeführt. Die Fluggesellschaft beförderte 171 Passagiere von Amsterdam nach Paris. Die Maschine wurde mit Pflanzenöl-Altöl betankt.