Putin: Gute Zusammenarbeit mit dem Iran in Bereichen, die kein Land allein lösen kann

Putin: Gute Zusammenarbeit mit dem Iran in Bereichen, die kein Land allein lösen kann
Der russische Präsident Wladimir Putin, der iranische Präsident Hassan Rouhani und Azerbaijans Präsident Ilham Alijew bei einer Pressekonferenz in Teheran, Iran, 1.November 2017.
Am Mittwoch fand der trilaterale Gipfel Russlands, des Iran und Aserbaidschans in Teheran statt. Bei Gesprächen zwischen den Präsidenten Wladimir Putin, Hassan Rouhani und Ilham Alijew ging es um Fragen wirtschaftlicher sowie politischer Zusammenarbeit.

Der russische Präsident Wladimir Putin äußerte sich zufrieden mit dem Treffen und sagte der Nachrichtenagentur TASS:

Russland betreibt fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Iran auf der Suche nach einer Lösung für die Syrien-Krise, die kein einziges Land einseitig lösen kann.

Der russische Staatschef wies darauf hin, dass er bereits am Mittwoch bilaterale Gespräche mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani und später mit dem iranischen Obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei geführt habe. Im Mittelpunkt beider Gespräche standen die Sicherheit in der Region, der Atomvertrag mit dem Iran und die Syrienkrise.

Nord-Süd-Verkehrskorridor hat Feuertaufe bestanden

Trilateral wurde vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit besprochen. Als Beispiel nannte der russische Präsident den Nord-Süd-Verkehrskorridor, eine Eisenbahnverbindung, die durch den Iran und Aserbaidschan verläuft und Russland mit Indien verbindet.

Im vergangenen Jahr begannen die ersten Lieferungen von Indien nach Iran, Russland und darüber hinaus. Der Nutzen und die Wirtschaftlichkeit der Strecke haben sich dabei bereits erwiesen.

Am Mittwoch hatte der Chef des russischen Ölgiganten Rosneft, Igor Setschin, außerdem eine Roadmap unterzeichnet, um gemeinsam mit der National Iranian Oil Company (NIOC) Öl-und Gas-Projekte im Wert von 30 Milliarden US-Dollar voranzubringen.

Zudem fanden bilaterale Gespräche zwischen Russland und dem Iran statt, bei denen es um die Situation in Syrien und andere regionale Sicherheitsfragen ging. Russland, die Türkei und der Iran setzen ihre Zusammenarbeit in Deeskalationszonen in Syrien fort.

Wir arbeiten sehr erfolgreich mit dem Iran zusammen. Wir verhandeln Positionen zu Syrien. Dank unserer gemeinsamen Anstrengungen und auch dank der Bemühungen der Türkei [...] entwickelt sich die Lage auf dem Territorium [in Syrien] hinsichtlich des Kampfes gegen den Terrorismus sehr positiv, ebenso wie der Verhandlungsprozess, der in Astana im Gange ist. Eine regelmäßig stattfindende Gesprächsrunde ist gerade zu Ende gegangen und hat gute Ergebnisse gebracht. Es gibt eine Menge Fragen und Probleme", fügte er hinzu. "Kein Land ist in der Lage, dieses Problem einseitig zu lösen."

Iran sieht Russland als strategischen Partner

Rouhani nannte Russland einen "strategischen Partner". Das iranische geistliche Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, forderte am Mittwoch "gemeinsame Handlungen" von Teheran und Moskau, um die Vereinigten Staaten zu "isolieren" und die Sanktionen gegen den Iran und Russland zu bekämpfen:

Wir sind in der Lage, die amerikanischen Sanktionen abzuwehren und Amerika zu isolieren, wenn wir auf den US-Dollar verzichten und ihn durch unsere Nationalwährungen bei bilateralen und multilateralen Operationen ersetzten", so Chamenei zum russischen Präsidenten Wladimir Putin in Teheran.

Chameini lobte Russland als "Großmacht", mit der der Iran in "großer Arbeit, die Entschlossenheit und Anstrengung erfordert", kooperieren könne. Die Zusammenarbeit in Syrien zeige, dass Russland und der Iran "in komplizierten Bereichen gemeinsame Ziele erreichen können". Chamenei sagte weiterhin, der Iran und Russland sollten ihre Kapazitäten nutzen, um ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter zu verstärken.

Iran sieht Russland und China als strategische Partner

Mostafa Khosh Cheshm, ein iranischer Analyst und Leiter der Nachrichtenagentur FARS, kommentierte die Zusammenarbeit gegenüber der Nachrichtenseite Al-Jazeera:

Russland hat seine verlorene Rolle wiederbelebt. Einst war es die ehemalige Sowjetunion. Diese zerfiel, brach zusammen und alles ging verloren. Jetzt steht Russland wieder auf der Bühne. Es wird bald wieder eine der Weltmächte sein.

Präsident Hassan Rouhani hatte das Atomabkommen 2015 öffentlich als diplomatischen Neuanfang mit den Vereinigten Staaten gewertet. Die Entwertung des Abkommens durch US-Präsident Donald Trump hat den Iran nach Einschätzung des Analysten noch näher an Russland herangetrieben. Seiner Ansicht nach habe die iranische Regierung aber erkannt, dass Russland und China zukünftige strategische Partner des Iran sind.