Putin: Jemand sammelt zu obskuren Zwecken russische Bioproben

Putin: Jemand sammelt zu obskuren Zwecken russische Bioproben
Im ganzen Land werde zielgerichtet und professionell russisches genetisches Material gesammelt, sagte Präsident Wladimir Putin. Er verwies auf eine frühere Anforderung der US Air Force mit dem Ziel, russische Gewebeproben zu erwerben.

Putin leitete am Montag eine Sitzung des Menschenrechtsrats der Russischen Föderation, als Repräsentanten der Institution ihm mitteilten, dass während der kürzlich abgehaltenen Regionalwahlen ein auffälliger Ansturm ausländischer Zuschauer auf Live-Sendungen aus russischen Wahllokalen zu verzeichnen war.

Ratsmitglied Igor Borisow erklärte dazu, Statistiken hätten gezeigt, dass fast eine Million Aufrufe aus dem Ausland kamen. Er witterte ein mögliches finsteres Motiv hinter diesen Beobachtungen.

Die Frage ist, warum so viele interessierte Leute unsere Wahlen beobachten und dabei die Bilder von Menschen aufnehmen. Wie sollen diese Bilder weiterverwendet werden?", wundert sich Borisow, der auch der Vorsitzende des Allrussischen Öffentlichen Instituts für die Wahlgesetzgebung ist.

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Zielgerichtete und professionelle Vorgehensweise

Während bereits Borisows Skepsis durchaus ausreichen könnte, um einige Verschwörungsspezialisten zu mobilisieren, wies Putin auf eine andere Beobachtung hin, die umso mehr das Potenzial aufweisen könnte, Spekulationen zu nähren:

Bilder sind eine Sache, aber wissen Sie, dass biologisches Material im ganzen Land gesammelt wird, von verschiedenen ethnischen Gruppen und Menschen, die in verschiedenen geografischen Regionen der Russischen Föderation leben? Die Frage ist: Warum wird es gemacht? Es wird zielgerichtet und professionell gemacht. Wir sind offenbar eine Art, die großes Interesse hervorruft", erklärte Putin gegenüber dem Rat.

Der Präsident hat jedoch nicht dargelegt, wer hinter den eigenartigen Sammlungen von biologischen Proben von Russen stecken könnte.

Während die Behauptungen des russischen Präsidenten sich auf den ersten Blick wie Drehbuchausschnitte aus Akte-X klingen, sind sie tatsächlich belegbar.

Im Juli veröffentlichte der "US Air Force Air Education und Training Command" eine Ausschreibung auf einer Website der US-Regierung, in der es darum ging, Proben von Ribonukleinsäure (RNA) und Synovialflüssigkeit von Russen zu erwerben.

Wozu braucht die US Air Force diese Proben?

In der Aufzählung hieß es, dass die zwölf RNA-Proben und 27 Synovialflüssigkeitsproben, die angefordert werden sollten, von russischen Spendern kaukasischen Ursprungs bereitgestellt werden müssen. Auch Informationen über das Geschlecht, Alter, Ethnizität, Gewicht, Größe und Krankengeschichte des Spenders gehörten dazu. Bemerkenswerterweise machte die Air Force deutlich, Gewebeproben aus der Ukraine nicht annehmen zu wollen.

Solche Proben könnten prinzipiell natürlich für rein medizinische Forschungszwecke verwendet werden. Die Tatsache, dass man speziell nur russische Gewebeproben haben wollte, kurbelte jedoch Spekulationen an.

Benötigt man Spuren für False-Flag-Attacken? Arbeitet das Pentagon an einer biologischen Waffe, um Russen anzugreifen? Wahrscheinlich ist das unwahrscheinlich, meint Franz Klintsewitsch, der erste stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit des Föderationsrates, aber er fügte hinzu, dass dies ein Szenario sei, das nicht völlig ignoriert werden könne.

Ich sage nicht, dass es darum geht, einen biologischen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Aber an diesen Szenarien wird zweifellos gearbeitet. Das heißt, für den Fall, dass dies nötig werden sollte", schrieb Klintsewitsch auf Facebook und bezog sich dabei auf Putins Enthüllungen.

"Wir haben ihre Aktivitäten im Auge"

Er fügte hinzu, dass er der Meinung sei, die Äußerung des russischen Präsidenten hätte gute Gründe, da solche Praktiken zwar bekannt seien, aber in jüngster Zeit ein "schamloses" Ausmaß angenommen hätten.

Die Warnung des Präsidenten ist sehr aktuell. Relevante Dienste im Westen sollten wissen, dass wir uns ihres Interesses bewusst sind", sagte er.

Putin selbst versicherte jedoch dem Menschenrechtsrat, dass es nichts zu befürchten gibt.

Lasst sie das tun, was sie wollen, und wir müssen tun, was wir tun müssen", stellte er nachdrücklich fest.

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