Havanna erleichtert Einreise für Kubaner aus USA - trotz des Streits um angebliche Schallangriffe

Havanna erleichtert Einreise für Kubaner aus USA - trotz des Streits um angebliche Schallangriffe
Kubas Außenminister hat eine Reihe von Erleichterungen für Exilkubaner und deren Kinder in den USA angekündigt. Damit will Havanna den zuletzt wieder zunehmenden Spannungen im Zusammenhang mit angeblichen "Schallangriffen" auf US-Diplomaten entgegenwirken.

"Die US-Regierung schließt [die Grenzen] und Kuba öffnet [sie]", sagte der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez vor einem Treffen mit kubanischstämmigen Einwohnern der USA in Washington. Er erklärte, dass Kubaner, die in den USA ansässig sind, ihre nationalen Pässe nicht mehr von der kubanischen Botschaft überprüfen lassen müssen. Diese hatte zuvor routinemäßig die Berechtigung für eine Reise auf die Insel geprüft.

Der verstorbene kubanische Staatschef Fidel Castro

Die Regierung wird außerdem die Einbürgerungsvoraussetzung beseitigen, wonach Kinder im Ausland lebender Kubaner mindestens 90 Tage lang auf Kuba gelebt haben müssen, bevor sie die kubanische Staatsbürgerschaft erhalten können, erläuterte Rodriguez der Havana Times.

Illegal geflohene Exilkubaner sollen Kuba besuchen dürfen

Er versprach auch, dass Havanna den Status jener Kubaner legalisieren wird, die illegal aus dem Land geflohen waren, und es ihnen ermöglichen werde, Kuba zu besuchen.

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Der Schritt folgt auf erneute Spannungen zwischen Havanna und Washington. Zu diesen ist es gekommen, nachdem die USA behauptet hatten, dass die Gesundheit ihres Personals in der Botschaft von Havanna durch mysteriöse Schallangriffe geschädigt worden sei.

Später wies Washington 15 kubanische Diplomaten aus den USA aus und beschuldigte Havanna, das diplomatische Personal der USA nicht geschützt zu haben. Die kubanischen Behörden dementierten die Anschuldigungen vehement und riefen Washington dazu auf, mehr Beweise vorzulegen, um die Behauptungen zu untermauern.

Trump: "Schreckliches und fehlgeleitetes Abkommen"

Außenminister Rodriguez selbst wies die Vorwürfe des "Schallangriffs" als absurd ab. Es sei "aus der Sicht der kubanischen Regierung inakzeptabel und unmoralisch, dass Menschen auf Grund von Differenzen zwischen den Regierungen geschadet wird", betonte er.

Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba haben sich seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump im Januar deutlich abgekühlt. Die vorherige US-Regierung unter Barack Obama hatte sich 2014 nach 18-monatigen Gesprächen hinter verschlossenen Türen, bei denen der Vatikan vermittelte, dazu entschlossen, die vollen wirtschaftlichen Beziehungen mit dem karibischen Staat wiederherzustellen.

Im Juni 2017 kündigte Trump jedoch an, dass seine Regierung einige von Obama erleichterte Handels- und Reisebeschränkungen wieder in Kraft setzen werde, und bezeichnete die Vereinbarung zwischen seinem Vorgänger und Kuba als "schreckliches und fehlgeleitetes Abkommen".