Das waren die Kubaner: CIA plante Terror-Kampagne in US-Städten

Das waren die Kubaner: CIA plante Terror-Kampagne in US-Städten
Der verstorbene kubanische Staatschef Fidel Castro
Wie aus den nun freigegebenen CIA-Akten zur Ermordung Kennedys hervorgeht, plante die CIA eine Terror-Kampagne, um anschließend die kubanische Regierung unter Fidel Castro verantwortlich zu machen. Die Dokumente belegen ebenfalls, dass Castro mit Hilfe der Mafia beseitigt werden sollte.

Am vergangenen Donnerstag wurden auf Initiative von US-Präsident Donald Trump, 2.800 Dokumente der bisher noch geheimgehaltenen Unterlagen zur Ermordung John F. Kennedys freigegeben. Am entsprechenden Tag war eine vom US-Kongress festgesetzte Frist von 25 Jahren für die komplette Veröffentlichung abgelaufen. Wie nun berichtet wird, plant Trump demnach, auch die übrigen, noch unter Verschluss gehaltenen Akten zum Mordfall freizugeben.

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Die nun einsehbaren Informationen belegen einmal mehr, was oftmals als Verschwörungstheorie abgetan wurde. So berichtet etwa das Nachrichtenportal TeleSur, dass der US-Nachrichtendienst CIA unter anderem sogenannte False-Flag-Operationen erwägte, um anschließend die kubanische Regierung unter Fidel Castro verantwortlich zu machen. Konkret soll es demnach um Terroranschläge auf US-Großstädte gegangen sein.

Wie wäre es mit einer Terror-Kampagne?

Wie aus den Dokumenten hervorgeht, ging es der US-Behörde letztendlich darum, eine Intervention in Kuba zu rechtfertigen. So nimmt ein nun einsehbares Dokument aus dem Jahr 1975 Bezug auf eine ganze Reihe möglicher verdeckter Maßnahmen, die im Jahr 1962 demnach in Erwägung gezogen wurden:

Wir könnten eine Terror-Kampagne kubanischer Kommunisten in der Region Miami, anderen Städten in Florida und selbst in Washington, entwickeln. Die Terror-Kampagne könnte kubanische Flüchtlinge die in den USA Zuflucht gesucht haben, zum Ziel haben. Wir könnten eine Bootsladung Kubaner auf ihrem Weg nach Florida versenken (real oder simuliert). Wir könnten Maßnahmen auf das Leben von kubanischen Flüchtlingen in den Vereinigten Staaten fördern, bis hin zu Körperverletzungen, über die dann flächendeckend berichtet wird.

Bei den Bemühungen unliebsame Regierungen zu diskreditieren und anschließend zu destabilisieren, waren der Fantasie des Nachrichtendienstes schon damals keine Grenzen gesetzt:

Einige Plastik-Bomben an sorgfältig ausgesuchten Orten, die Verhaftung eines kubanischen Agenten und die Veröffentlichung präparierter Dokumente, die eine Verwicklung Kubas nahelegen, wären ebenfalls hilfreich, um die Idee einer unverantwortlichen [kubanischen] Regierung zu projizieren“, heißt es weiter.

Aus veröffentlichten Dokumenten des Nationalen Sicherheitsrats der USA aus dem Jahr 1962 geht ebenfalls hervor, wie die CIA im Rahmen der Operation Mongoose, des Weiteren darüber spekulierte, wie die kubanische Regierung subtil aus dem Gleichgewicht gebracht werden könnte. In dem ehedem geheimen Protokoll vom 14. September 1962 heißt es:

General Carter sagte, dass die CIA Möglichkeiten prüfe, Flugzeugteile die für die Verschiffung nach Kuba vorgesehen sind, zu sabotieren.

CIA ließ Mafia-Verbindungen spielen

Ein weiteres Dokument der Rockefeller-Kommission aus dem Jahr 1975 nimmt wiederum Bezug auf die Bemühungen der CIA, sich nicht nur der kubanischen Regierung, sondern Fidel Castro selbst zu entledigen. Demnach wurden in den frühen Tagen der US-Regierung unter John F. Kennedy Pläne zur Tötung Castros  geschmiedet. Dabei wurde auch nicht vor einer Zusammenarbeit mit der US-Mafia zurückgeschreckt.

So gehe aus den Akten hervor, dass der damalige Justizminister Robert Kennedy, der Bruder des US-Präsidenten, darüber informiert war, dass die CIA einen Mittelsmann engagierte, um

mit einem Angebot von 150.000 US-Dollar an Sam Giancana heranzutreten, um mit dem Geld einen Killer einzukaufen, der nach Kuba gehen und Castro töten“ solle.

Bei dem 1975 verstorbenen Sam „Momo“ Giancana handelte es sich um einen Mafiaboss der italo-amerikanischen Cosa Nostra und das Oberhaupt der sogenannten „Chicago Outfit“ – einem Mafia-Syndikat in Chicago.

Im Laufe seiner Amtszeit soll Castro über 600 Attentatsversuche überlebt haben. Er selbst habe demzufolge einmal gesagt:

Wenn das Überleben von Mordanschlägen eine olympische Disziplin wäre, würde ich die Goldmedaille gewinnen.