Wie der Rechtsstreit einer israelischen Familie zur Gefahr für Boeing und das Nuklearabkommen wird

Wie der Rechtsstreit einer israelischen Familie zur Gefahr für Boeing und das Nuklearabkommen wird
Menschen spiegeln sich in der Oberfläche des Boeing 787 Dreamliner in Washington, USA, 8. Juli 2007.
Ein Gerichtsverfahren, welches noch Jahre nach dem Tod eines israelischen Jungen nicht abgeschlossen ist, könnte den Deal zwischen Boeing und dem Iran ins Wanken bringen und sich sogar auf das Nuklearabkommen auswirken. Gerade erst haben die USA weitere Sanktionen gegen den Iran beschlossen.

Der Iran musste dringend seine Flugzeugflotte modernisieren. Nach dem Nuklearabkommen von 2015 durften Boeing und Airbus um den begehrten Markt feilschen und das milliardenschwere Geschäft. Die Jerusalem Post widmet sich einem Zusammenhang zwischen dem drohenden Zerfall des Nuklearabkommens, dem Platzen des Boeing-Geschäfts mit dem Iran und dem Gerichtsverfahren um den Tod eines israelischen Kindes. 

Die Familie Leibovitsch war im Jahr 2003 auf dem Heimweg von einer Bar-Mitzva Feier in Jerusalem. Eine islamistische Zelle eröffnete das Feuer auf das Fahrzeug der Familie. Der sieben Jahre alte Noam kam ums Leben, seine Schwester Shira wurde schwer verwundet. Die Familie besitzt die amerikanische Staatsbürgerschaft und machte von ihrem Recht Gebrauch, eine ausländische Regierung zu verklagen. Erst kurz vorher waren sie nach Israel umgezogen. Die Familie klagte 2008 gegen den Iran wegen Terrorfinanzierung der dschihadistischen Organisation, die ihrem Sohn das Leben nahm. 

Nach Jahren der Verhandlungen sah im Jahr 2012 das Gericht den Iran für den Verursacher des Mordes an dem Jungen an. Der islamistische Dschihad sei durch Material und Ressourcen aus dem Iran gefördert worden. Der Familie stünden 67 Millionen Dollar als Entschädigung zu. Der Iran aber zahlte nichts. Die Anwältin der Familie Shurat Hadin kam auf eine neue Idee: eine Klage gegen Boeing. Zeitlich traf die Klage gegen Boeing kurz nach der Verkündung des Geschäfts mit dem Iran zusammen. Das Gericht in Chicago sollte die Details des Geschäfts zwischen dem amerikanischen Flugzeugbauer und dem Iran überarbeiten und so sehen, ob es Vermögen gäbe, die beschlagnahmt werden könnten. Boeing wollte keine Details des Handels preisgeben. Dies wäre eine Verletzung des Nuklearabkommens und der nationalen Sicherheit. Die Anwältin der Familie aber gibt sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden. 

Trump und Boeing befänden sich nun in einer Zwickmühle, urteilt der Autor Yaakov Katz, von der Jerusalem Post:

Wenn Trump dem Gericht mitteilt, dass der Boeing-Deal wichtig für die nationale Sicherheit ist, und dieser so weiterhin unter Verschluss bleibt, dann wird es so angesehen werden, dass Trump sich selbst widerspricht. 

Ein Zuspruch für die Klage der Leibovitchs könnte den Boeing-Deal platzen lassen. Uzi Shaya, Experte für Iran-Sanktionen und Sicherheitsexperte: 

Grundsätzlich, wie auch immer man es betrachtet, das Abkommen ist in Gefahr. 

Weitere Klagen gegen Boeing von Terroropfern könnten folgen.